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NBA

"Schröder hat sicher mehr Potenzial"

Polens Nationaltrainer Mike Taylor diskutiert in der Triangle Offense mit den SPOX-Redakteuren
© getty

Dieses Team braucht einen Trade

Stefan Petri: Die Cleveland Cavaliers. Nur der Titel zählt bei LeBron James und Co., und in der derzeitigen Zusammensetzung wird das einfach nichts, machen wir uns nichts vor. Der Frontcourt ist zu voll und zu teuer. Sorry, Kevin Love - you got to go. Auf der Jagd nach dem einen Ring darf kein falscher Stolz zwischen den Cavs und ihrem bestmöglichen Potenzial stehen. So wie Kevin Love an der Seite von LeBron und Kyrie Irving eingesetzt wird, ist er mehr als überqualifiziert. Ich glaube nicht, dass die drei perfekt zusammenpassen können: LeBron will den Ball, Kyrie will den Ball, Love will den Ball, LeBron und Love wollen an den Ellbow und von dort operieren, LeBron ist nicht mehr der Jüngste und Love ein schlechter Verteidiger. Meiner Meinung nach sollten die Cavs LeBron öfter als Power Forward spielen lassen, auch wenn der King das nicht "cool" findet. Da ist nur Platz für Mozgov oder Thompson, und für Love könnte man eine Menge Spieler und Picks zurückbekommen. Ein guter 3-and-D-Swingman vielleicht, J.R. Smith ist einfach zu unberechenbar. Die Picks könnte man ebenfalls verscherbeln, oder langfristig selbst einlösen - und darauf hoffen, dass der Warriors-Tornado irgendwann weiterzieht...

Marc-Oliver Robbers: Mir fallen auch so viele Teams ein, aber ich lege mich mal auf die Bulls fest. Auch in diesem Jahr werden sie wieder nicht ihren Ansprüchen gerecht. Der Trainerwechsel von Thibodeau zu Hoiberg hatte bislang überhaupt keine Wirkung, eine Handschrift des Rookie-Coaches ist nicht zu erkennen und der Kader passt einfach nicht. Das fängt im Backcourt mit Rose und Butler an. Beide brauchen den Ball, um effektiv zu sein und beide sind keine überragenden Dreierschützen. Und Hand aufs Herz, die Zeit von Rose als Franchise-Player ist leider wirklich vorbei. Dazu ein Gasol, der im Sommer eh die Biege machen wird. Ich würde an Stelle der Bulls einfach mal schauen, was geht. Außer Butler sehe ich da niemanden, der nicht ersetzbar ist. Interessante Assets haben sie genug. Die Kombination passt halt nur nicht. Aber das Front Office ist traditionell eher zurückhaltend in Sachen Trades bzw. hat so hohe Ansprüche, dass es nicht zu einem Deal kommt.

Mike Taylor: Das ist wirklich eine interessante These. Über die Hawks hatten wir schon gesprochen, aber auch die Wizards werden nach ihrem guten Vorjahr ihren Ansprüchen nicht gerecht. Für mich sind aber die Houston Rockets das Team, das am ehesten einen Trade braucht. Die Chemie zwischen James Harden und Dwight Howard passt nicht, sie haben schon früh in der Saison den Trainer gewechselt - ohne großen Erfolg. Sie enttäuschen einfach, denn auf dem Papier haben sie ein unglaublich talentiertes Team. Ich denke, sie werden irgendwas machen müssen.

Martin Klotz: Viele. Aber welche Franchise nur einen Trade vom Contender-Dasein entfernt ist, sind die Raptors. Zumindest im Osten, da die Warriors einfach in einer anderen Liga spielen. Als Zweiter haben sie beinahe zu den Cavs aufgeschlossen. Ein spielender Big Men, der darüber hinaus akzeptabel verteidigen kann - das wäre ein beträchtliches Upgrade für Toronto. Ok, viele Spieler wären ein Upgrade über Patrick Patterson und Luis Scola, aber ich denke beispielsweise an Kenneth Faried, vielleicht an Al Horford, an Brook Lopez. Alle drei werden als Trade-Kandidaten gehandelt. Darüber hinaus könnten auch Tobias Harris, Jabari Parker, Thaddeus Young, Markieff Morris (Offense first) oder P.J. Tucker (Defense first) interessant sein. Viele Spieler sind auf dem Markt und Masai Ujiri hat zwei Erstrundenpicks in 2016 (darunter den der Knicks) und zwei in 2017 zur Verfügung. Damit sollte sich doch etwas anstellen lassen, um Cleveland noch näher auf die Pelle zu rücken. Wenn dann noch DeMarre Carroll zurückkommt...

Mike Taylor: Interessant wird es übrigens auch bei den L.A. Clippers. Vor allem seit der Geschichte mit Blake Griffin und der Tatsache, wie gut sie über eine Spanne von 23 Partien ohne ihn gespielt haben. Am Ende des Tages werden sie ihn aber nicht traden. Sie wissen, dass sie ohne ihn nicht auf Augenhöhe mit Teams wie San Antonio oder Warriors sein können. Ich bleibe dabei, das Team, das am dringendsten einen Trade braucht, sind die Houston Rockets.

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