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NFL

Top 5: Die wichtigsten Erkenntnisse aus Woche 15 in der NFL

SPOX-Redakteur Adrian Franke blickt zurück auf Woche 15 in der NFL.
© getty

2. Pro-Bowl-Wahl: Wen sollte man sonst noch kennen?

In der Nacht auf Donnerstag werden die Pro-Bowl-Kader verkündet - und wie immer rate ich dringend dazu, diese Kader mit entsprechender Vorsicht zu betrachten: Name Recognition sowie die Beliebtheit des Spielers beziehungsweise die Größe der Fan Base des Teams, für das er spielt, sind elementare Faktoren bei der Zusammensetzung des Pro Bowls.

Dementsprechend würde ich einigermaßen wenig Gewicht überhaupt in die Pro-Bowl-Kader packen - auch wenn Spieler das natürlich anders sehen, weil mit Pro Bowls nicht zuletzt noch immer ganz konkret finanzielle Aspekte, genau wie Prestige, einhergehen.

Ich hatte dementsprechend überlegt, inwieweit ich den Pro Bowl hier überhaupt thematisiere - mein All-Pro-Team wird es erst später in der Saison geben, dann gehe ich im Detail auf die in meinen Augen besten Spieler dieser Saison ein.

Stattdessen erschien mir ein anderer Ansatz interessanter, bevor wir uns alle über die Pro-Bowl-Snubs unserer Teams aufregen können: Ich wollte ein paar Spieler hervorheben, die es vermutlich nicht in den Pro Bowl schaffen werden, weil sie noch nicht das entsprechende Standing haben - oder weil es auf ihrer Position zu viel Konkurrenz gibt, die (noch) berechtigt in der Pro-Bowl-Hackordnung über ihnen steht. Oder auch einfach Spieler, die es dennoch verdienen, erwähnt zu werden.

Sollte es einer aus dieser Liste doch schaffen, umso besser!

Tee Higgins, Wide Receiver, Cincinnati Bengals

Ich vermute, dass Tyreek Hill, Stefon Diggs, Keenan Allen, vielleicht auch Hunter Renfrow oder sogar sein Teamkollege Ja'Marr Chase vor ihm landen werden. Chase dominiert ohnehin die Schlagzeilen, von dem spektakulären Start, mit welchem er auf die Bühne gestürmt ist, bis zu den Drop-Problemen und der Inkonstanz in der zweiten Saisonhälfte.

Doch es ist gut möglich, dass Chase am Ende alle AFC-Receiver in Touchdowns anführt, und das als Rookie. Aber Higgins ist der konstante Motor dieser Offense, er ist derjenige, der das Intermediate Passing Game öffnet. Higgins ging mit 38 Catches für First Downs in diesen Spieltag, als einziger Spieler mit unter 90 Targets und unter 60 Catches war er jenseits der 35.

Ich mochte Higgins Pre-Draft sehr, und in dieser Offense hat er seine ideale Rolle gefunden. Ein beachtlicher Teil seiner Catches - mehr als ein Drittel - kommt laut PFF in der 10-19-Yard-Range, hier liegt auch sein Value für die Bengals. Je besser Defenses sich auf das vertikale Passspiel einstellen, oder auch wenn Chase wackelt, desto größer ist Higgins' Value für die Offense, und vor allem in der zweiten Saisonhälfte hat man das eindrucksvoll gesehen.

Jonathan Allen, Defensive Tackle, Washington Football Team

An Aaron Donald und Kenny Clark wird Allen vermutlich nicht vorbeikommen - und es würde mich nicht wundern, wenn jemand wie Vita Vea vor ihm landet.

Sollte Allen am Ende nicht im Pro-Bowl-Kader stehen, wäre das allerdings einer der größeren denkbaren Snubs: Er ist ein maßgeblicher Grund dafür, dass Washingtons Front trotz der Ausfälle von Chase Young und Montez Sweat ihren Floor beibehalten hat.

Allen ist - neben Donald, der einfach in einer eigenen Liga spielt - der gefährlichste Interior-Pass-Rusher in der NFC, und bewegt sich im Liga-Vergleich mittlerweile durchaus auf einem Level mit Spielern wie Chris Jones oder Cam Heyward.

D.J. Moore, Wide Receiver, Carolina Panthers

Kupp, Jefferson, Adams und vermutlich Samuel - ich denke, insbesondere die ersten drei Namen sind dieses Jahr bei den NFC-Receivern in Stein gemeißelt. Müsste ich raten, wären das jedenfalls meine Tipps auf die vier NFC Pro Bowl Receiver, mit CeeDee Lamb und Chris Godwin vielleicht am ehesten als Konkurrenz für Samuel.

Moore war noch nie im Pro Bowl, was aber weniger an seinen Statistiken - je über 1.100 Receiving-Yards und vier Touchdowns in den beiden letzten Jahren - und seinen Leistungen lag, sondern mehr an schwierigen Quarterback-Situationen und am ausbleibenden Team-Erfolg lag. Die Panthers haben über die letzten beiden Jahre je nur fünf Spiele gewonnen.

Weder Team-Erfolg, noch Quarterback-Situation sind dieses Jahr besser geworden; zumindest Letzteres ist auf dem Weg in die andere Richtung. Und doch ist Moore auf bestem Wege, die nächste 1.000-Yard-4-Touchdown-Saison aufs Board zu bringen. Er ist eine verlässliche Waffe auch nach dem Catch und der einzige echte Lichtblick in einer ansonsten ziemlich bitteren Saison der Panthers-Offense.

Jevon Holland, Safety, Miami Dolphins

Es gibt vermutlich wenige Rookies dieses Jahr, die direkt schematisch so herausragend in ihr neues Team passen wie Jevon Holland.

Der Ex-Oregon-DB wird in der Defense von Brian Flores überall eingesetzt, mal als Blitzer an der Line, in der Box, im Slot, aber auch tiefer - und all diese Aufgaben erfüllt er bereits eindrucksvoll konstant auf einem hohen Level.

Mit unter anderem Justin Simmons, Tyrann Mathieu, Kevin Byard und Derwin James gibt es nicht nur namhafte, sondern auch qualitativ exzellente Konkurrenz in der AFC. Aber Holland muss sich bereits als Rookie hier nicht verstecken, und wird

Elijah Mitchell, Running Back, San Francisco 49ers

Dalvin Cook und Leonard Fournette dürften bei den NFC-Backs sicher drin sein - wird Antonio Gibson die Nummer 3? Oder doch eher James Conner mit seiner nicht nur in puncto Touchdown-Production eindrucksvollen Bounceback-Saison in Arizona?

Mitchell hat mehrere Spiele verpasst und wird im Endeffekt nicht die nötige Total Production haben, aber wie gut der Rookie in die Shanahan-Offense passt und was er vielleicht noch für diese Offense werden kann, das hat man dieses Jahr eindrucksvoll gesehen.

In puncto Yards nach Kontakt pro Run rangiert er deutlich vor der NFC-Konkurrenz an der Spitze, seine explosiven Runs (mindestens zehn Yards) werden nur von Cook mit deutlich mehr Carries übertroffen.

Mitchell bringt das Tempo und die Physis mit, um lange ein sehr produktiver Back in Shanahans Offense zu sein und ich erwarte nicht, dass der drei runden höher gepickte Trey Sermon Mitchell von dessen Posten noch verdrängt.

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