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NFL

Top 5: Die wichtigsten Erkenntnisse aus Woche 14 in der NFL

SPOX-Redakteur Adrian Franke blickt zurück auf Woche 14 in der NFL.
© getty

3. Bradys Maschine - Veränderungen bei den Bills?

Woran ich bei den Buccaneers an diesem Punkt der Saison zunehmend denken muss, ist die Immunität gegen alles, was Defenses ihnen entgegenwerfen können.

Eine aggressive Defense mit viel Man Coverage? Viel Spaß mit diesem Receiving Corps. Eine Defense, die von einer Elite-Front lebt? Tampa hat eine exzellente Offensive Line, und Brady macht jede Line noch besser. Eine starke Zone-Defense mit einer soliden Front davor? Die Bucs haben das Quick Passing Game und mit Gronk in den Seams eine brandgefährliche Waffe, um das zu attackieren - und sie können - und wollen - mit Physis den Ball laufen.

Und dann reden wir noch nicht einmal davon, auf was für einem Level Brady teilweise spielt. Gegen die Bills, die ihrerseits eine beeindruckende zweite Hälfte in Tampa aufs Parkett legten, war aber auch sichtbar, wie es für die Bucs schiefgehen kann. Insbesondere nämlich bei eigener Führung präsentierte sich der Titelverteidiger einmal mehr sloppy. Brady verfehlte ein paar Würfe, Drive auf Drive wurde verschwendet - und die Bills kamen langsam aber sicher zurück in dieses Spiel.

Denn essenziell, um gegen Tampa Bay zu gewinnen, ist, dass man selbst offensiv mitgehen kann - was möglich ist, denn Tampas Pass-Defense ist absolut nicht unschlagbar. Das war auch im Laufe der zweiten Hälfte gegen Buffalo klar zu sehen.

In ihrer offensiven Vielseitigkeit, wie sie potenziell jeden Bereich oder jede Stärke einer Defense angreifen können, sind die Bucs ziemlich einzigartig; in einer Liga, in welcher fast alle Playoff-Anwärter dringend nach Konstanz suchen. Wenn ich heute ein Team wählen müsste - in beiden Confrences - welches das jeweilige Championship Game erreicht, dann wäre Tampa Bay meine Wahl. Gleichzeitig war das Bills-Spiel auch eine Erinnerung daran, dass die Bucs keineswegs immun dagegen sind, sich selbst zwischenzeitlich aus einem Spiel raus zu nehmen.

Wie geht es weiter mit den Bills?

Und die Bills? Ich sehe bei Buffalo immer noch verschiedene Ansätze, um die Probleme, die Defenses ihnen präsentieren, zu lösen. Mit mehr engen Formationen inklusive Play Action daraus, kurzen Pässen, jetzt gegen Tampa war auch Allen mal etwas mehr ins designte Run Game eingebunden. Das war durchaus positiv gegen die Bucs und das würde ich mir aus Bills-Sicht noch mehr wünschen, alles mit dem ultimativen Ziel, wieder mehr Eins-gegen-Eins-Situationen für die Receiver zu kreieren und das Feld auch vertikal wieder mehr zu öffnen.

Aber der Spielraum für Fehler ist aktuell einfach kleiner. Und wenn dann die Offensive Line unterlegen ist, wie am Sonntag weitestgehend gegen Tampa Bay, dann wird dieser Spielraum noch kleiner. Dann braucht es ein Big-Boy-Spiel vom Franchise-Quarterback, und das bekamen die Bills am Sonntag: Josh Allen war genau das, was man in diesem Spot von seinem Quarterback haben will: Tough durch jede Menge Hits, er hielt sein Team mit Big Plays durch die Luft und am Boden im Spiel und als die Bucs schwächelten, war Buffalos Offense zur Stelle.

Was die Defense angeht, wer mich schon länger liest oder hört, der weiß, dass ich eher skeptisch bin, wenn es darum geht, eine Defense was ihre konstante Rolle angeht zu hoch zu hängen. Dafür sind Defenses zu Matchup-abhängig, und bei den Bills haben wir jetzt mehrfach gesehen, dass sie von Teams physisch dominiert werden können.

Das ist nichts, was dieses Team per se versenkt, weil sie mit ihrer Offense gegnerische Offenses aus dem Run Game rausbringen können - in der Theorie. Dafür müssen sie eben offensiv wieder mehr Stabilität finden. Aber sollte das nicht passieren, reicht ein Blick auf das potenzielle AFC-Playoff-Feld mit den Patriots, womöglich den Colts, Tennessee, dann vermutlich wieder mit Henry, um sich auszumalen, dass sich dieses Problem durchaus in die Postseason übertragen könnte.

Coaching Staff der Bills: Was für ein Team will Buffalo sein?

Perspektivisch frage ich mich, wo die Reise philosophisch gesehen hingeht. Die Bills gegen Tampa waren das erste Team seit 30 Jahren, welches eine gesamte erste Hälfte ohne Handoff beendete. Buffalo hatte keinerlei Interesse daran, sich die Zähne an der starken Bucs-Run-Defense auszubeißen. Die einzigen vier Runs kamen von Josh Allen selbst - und das ein paar Tage nachdem Head Coach Sean McDermott infolge der Niederlage gegen die Patriots betont hatte, dass er ein physischeres Team haben will, und dass er diese Botschaft seit dem Training Camp predigt.

Das Problem damit ist, dass Buffalos Kader so nicht konstruiert ist. Die Ressourcen stecken in der Receiver-Gruppe und im Quarterback, Brian Daboll hat letztes Jahr eine der High-Power-Passing-Offenses dirigiert - welche Allen auch den teuren Vertrag einbrachte und die Bills ins AFC Championship Game katapultierte.

Die spannende Frage ist jetzt: War das, was wir letztes Jahr gesehen haben, ein Ausreißer nach oben - und wünscht sich McDermott eigentlich eine andere Offense? Dann sehe ich Probleme auf die Bills zukommen. Wie gesagt, sie haben einige Ansätze und den Willen gezeigt, alternative Lösungen zu finden und Allen selbst gibt ihnen eine gewisse Toughness. Doch das ist eigentlich nicht die Identität dieses Teams. Hier könnte es noch zu Konflikten kommen.

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