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NFL: Die wichtigsten Erkenntnisse aus den Championship Games

Matthew Stafford könnte die Lions verlassen.
© getty

2. Die Packers-Niederlage: Irre bitter, weil selbst verschuldet

Die 2019er Green Bay Packers waren ein Team, das über seinen Verhältnissen lebte. 13 Siege standen am Ende der Regular Season, derart dominant hatte sich die Saison nur sehr selten angefühlt und im Championship Game bei den San Francisco 49ers bekam man dann auch deutlich die Grenzen aufgezeigt.

2020 war anders. Statt Regression gab es einen enormen Fortschritt, insbesondere in der Offense. Matt LaFleur war in dieser Saison einer der besten Play-Caller der Liga, Aaron Rodgers spielte eine herausragende Saison und Davante Adams war ohne jeden Zweifel der beste Wide Receiver der vergangenen Saison.

Umso bitterer war es dann, zu sehen, wie dieses Team sich zu einem gehörigen Teil selbst um ein Ticket zum Super Bowl brachte. Das war ein Team mit Super-Bowl-Kaliber, dessen Defense in den letzten 15:24 Spielminuten drei Punkte zuließ, zwei weitere Pässe abfing und dennoch in zwei Wochen zuschauen muss, wenn die Buccaneers den ersten Super Bowl zuhause austragen.

Viele werden sich nach dem Spiel an der kritischen Strafe gegen King - ein richtiger Call, der bitter wirkte, weil die Refs das ganze Spiel über vieles hatten laufen lassen - aufhängen. Oder an Coach Matt LaFleurs Entscheidung, 2:05 Minuten vor dem Ende acht Punkte im Rückstand das Field Goal zu kicken, statt Fourth-and-Goal von der 8-Yard-Line auszuspielen.

Auch hier ist der Frust verständlich, und ich hätte diesen vierten Versuch ausgespielt und versucht, die Partie dann mit anschließender 2-Point-Conversion auszugleichen. Lieber Rodgers und der Offense eine Chance geben, so tief in der Red Zone doch in die Endzone zu kommen, als der eigenen Defense zu vertrauen, dass ein halbwegs schneller Stop mit maximal einem zugelassenen Field Goal gelingt.

Doch einen defensiven Stop hätte es so oder so gebraucht, ganz so eklatant war LaFleurs Entscheidung also nicht. Einen Touchdown, die 2-Point-Conversion und dann einen defensiven Stop ohne zugelassene Punkte hinzubekommen wäre an diesem Punkt fraglos unwahrscheinlich gewesen und hätte dann ja erstmal auch nur für die Overtime gereicht. Dennoch wäre der Weg für mich der erfolgsversprechende angesichts der Gesamtsituation gewesen.

Championship Game: Packers lassen eine riesige Chance liegen

Auch LaFleurs Erklärung anschließend war wenig inspirierend, und dennoch: Die Packers waren überhaupt nur in dieser Situation, weil man sich selbst permanent im Weg gestanden hatte.

Der Drop von Davante Adams in der Endzone. Rodgers, der sich kurz darauf auf Adams fixierte und den zum Touchdown offenen Allen Lazard übersah. Wacklige Offensive Tackles, der Drop von EQ St. Brown bei der 2-Point-Conversion, zwölf Spieler auf dem Feld, der Fumble von Aaron Jones, grobe individuelle Schnitzer in Coverage: Dieses Spiel hat Green Bay verloren, weil die Packers deutlich unter den eigenen Möglichkeiten spielten.

Das macht die Pleite eben so bitter. Tampa Bay war weit von einer fehlerfreien Partie entfernt, auch wenn die Bucs eine eindrucksvolle erste Hälfte spielten. Doch als die Fehler kamen, konnte Green Bay auch daraus zu selten Kapital schlagen: Auf die zweite und auf die dritte Brady-Interception folgte je ein schnelles Three-and-Out, während Tampa beide Packers-Turnover direkt in Touchdowns ummünzte.

Es passte ins Gesamtbild eines vor allem selbstverschuldet gebrauchten Tages. Green Bay ließ dieses Mal einfach zu viel liegen.

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