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Fussball

FC Bayern München - Roy Makaay im Interview: "Weißbier im Bus - das hat einfach dazugehört"

 

Wer über Ihre Zeit bei Bayern spricht, spricht automatisch auch über Ihr Blitz-Tor gegen Real Madrid im Champions-League-Achtelfinale 2007.

Makaay: Das Tor schafft es nicht einmal in meine persönliche Top-10. Aber es war halt unglaublich wichtig und ist bis heute das schnellste Tor der Champions-League-Geschichte.

Wie hat eigentlich Roberto Carlos, der den Ball vor ihrem Tor an Hasan Salihamidzic verlor, nach dem Spiel reagiert?

Makaay: Der war natürlich bedient. Ich weiß noch, wie er danach gesagt hat, es hätte am Platz gelegen (lacht).

In München wurde Ihnen der Spitzname "Phantom" verpasst, weil Sie oft aus dem Nichts auftauchten und sogar Halbchancen ausnutzten. Kann man so etwas trainieren?

Makaay: Nein, man kann zwar Kopfbälle und Abschlüsse trainieren, aber diesen Killerinstinkt hat man oder man hat ihn nicht. Stürmern wird ja oft gesagt, dass sie an den ersten Pfosten laufen sollen. Und in acht von zehn Fällen kommt der Ball auch an den ersten Pfosten. Aber im Strafraum ist so viel los, da kann so viel Unvorhergesehenes passieren. Ich kann Ihnen selbst nicht sagen, warum ich oft an der richtigen Stelle stand.

Wenn Sie sich mit Robert Lewandowski vergleichen: Hatten Sie ihm vielleicht etwas voraus?

Makaay: Für mich ist Lewandowski seit Jahren der beste Mittelstürmer der Welt. Was er im, aber auch außerhalb des Strafraums als mitspielender Neuner macht, ist unglaublich.

Roy Makaay kritisiert Leihe von Joshua Zirkzee

Umso schlechter aus Bayern-Sicht, dass Lewandowski nun fast einen Monat nicht zur Verfügung steht. Ist jetzt der Torrekord von Gerd Müller in Gefahr? Und wen würden Sie als Ersatz aufstellen: Eric Maxim Choupo-Moting oder Serge Gnabry?

Makaay: Es wird sicherlich nicht einfacher für Lewandowski, den Rekord zu brechen. Für Bayern ist dieser Ausfall keine gute Nachricht. Was seinen Ersatz angeht: Das muss man sicherlich vom Gegner abhängig machen. Gnabry ist beweglicher als Choupo-Moting.

Was halten Sie von Erling Haaland?

Makaay: Meiner Meinung nach ist er der beste Nachwuchsmittelstürmer. Wer schon in diesem Alter so konstant trifft, kann nur eine große Zukunft vor sich haben.

Sollte sich der FC Bayern um ihn bemühen?

Makaay: Das ist eine Frage für Brazzo oder Oli. Lewandowski hat aber noch ein paar sehr gute Jahre vor sich, da bin ich mir sicher.

Joshua Zirkzee galt mal als möglicher Lewandowski-Erbe und "neuer Makaay". Jetzt kommt er nicht einmal bei seinem Leihklub Parma über die Rolle des Reservisten hinaus.

Makaay: Ich habe ihn bei Feyenoord ein paar Mal in der Jugend gesehen, da haben viele von ihm geschwärmt. Und ich denke auch, dass er schon in München gezeigt hat, dass viel Talent in ihm steckt. Aber als junger Spieler muss man viel spielen, um sich weiterzuentwickeln. Insofern war sein Schritt nach Parma nicht optimal. Ich weiß nicht, wie die Absprache war, aber es kann nicht sein, dass man sich verleihen lässt und dann nicht spielt. Das bringt ihm nichts, das bringt Bayern nichts.

Roy Makaay: Juan Carlos Valeron war mein bester Mitspieler

Hansi Flick hatte Zirkzee vor seinem Wechsel öffentlich mehrfach vorgeworfen, nicht ehrgeizig genug zu trainieren.

Makaay: Das kann ich nicht beurteilen, aber wenn der Trainer das öffentlich sagt, dann um ein Signal an den Spieler zu senden. Meiner Erfahrung nach wird beim FC Bayern von den jungen Spielern umso mehr Engagement im Training erwartet. Wer da nicht 100 Prozent gibt, hat keine Chance.

Mit welchem Spieler der aktuellen Bayern-Mannschaft hätten Sie in Ihrer aktiven Karriere gerne zusammengespielt?

Makaay: Lewandowski und ich hätten sicher ein gutes Sturmpaar gebildet, aber auch mit einem Typen wie Thomas Müller spielt man gerne zusammen. Wer mir als Persönlichkeit unglaublich gut gefällt, ist Joshua Kimmich. So einen Spieler will man als Stürmer hinter sich haben. Einen, der Kommandos gibt und einem den Rücken freiräumt. Wir hatten damals Michael Ballack und später Schweini. Die waren auch nicht so schlecht.

Wer war der beste Spieler, mit dem Sie je auf dem Platz standen?

Makaay: Juan Carlos Valeron. Wir haben uns bei Depor blind verstanden. Seine Ballbehandlung war wie von einem anderen Stern. Einer der am meisten unterschätzten Spieler aller Zeiten.

Und wer war Ihr härtester Gegenspieler?

Makaay: Schwer zu sagen. Lucio, mit dem ich ja leider nicht nur zusammen gespielt habe, war ein sehr unangenehmer Gegenspieler. Roberto Ayala von Valencia ebenfalls. Und ich habe auch noch den jungen Sergio Ramos mitgemacht. Der war damals schon sehr weit für sein Alter.

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