Formel 1 - Erkenntnisse zum Belgien-GP: Mercedes fällt zurück ins Performance-Loch

Von Christian Guinin
Toto Wolff war nicht ganz zufrieden mit der Leistung seine Teams.
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2. Ferrari macht Ferrari-Dinge

Während bei Red Bull dank des vierten Doppelerfolges der Saison gute Laune herrscht, sieht man bei Ferrari die Chancen auf den ersten WM-Titel seit 2008 immer weiter schwinden. Während Carlos Sainz immerhin als Dritter noch das Podest absicherte, kam WM-Kandidat Charles Leclerc nicht über Rang fünf hinaus.

Passend zur aktuellen Situation brachte die Scuderia gegen Rennende dann ein Manöver, welches wie kaum ein anderes die verkorkste Saison der Roten beschreibt. Mit einem Boxenstopp in der vorletzten Rennrunde wollte Ferrari dem mittlerweile enteilten WM-Rivalen Max Verstappen zumindest noch einen Punkt entreißen. Doch statt einen Zähler zu gewinnen, verlor Charles Leclerc bei dieser Aktion sogar zwei.

Denn Leclerc schaffte es zum einen nicht, trotz frischen, roten Reifen, die Bestzeit von Verstappen zu unterbieten und sich den Extrapunkt für die schnellste Rennrunde sichern, zu allem Überfluss wurde dem Monegassen wegen Überschreitung des Tempolimits in der Boxengasse eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe aufgebrummt, durch welche er seinen gesicherten fünften Rang noch an Fernando Alonso (Alpine) verlor.

Letzterer äußerte via Funk im Nachhinein sein Unverständnis und machte sich über das misslungene Ferrari-Manöver sogar noch lustig. "Es ist okay. Ferrari tut seltsame Dinge, und das war ein weiteres seltsames Ding", meinte Alonso, nachdem er seinen fünften Rang doch noch behalten durfte.

Charles Leclerc hat in der WM nur noch Außenseiterchancen.
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Charles Leclerc hat in der WM nur noch Außenseiterchancen.

Binotto: "Denke, es war die richtige Entscheidung"

So steht bei den Roten einmal mehr ein verpatztes Wochenende auf dem Plan. Dass es für den WM-Titel aller Voraussicht nach nicht reichen wird, wird auch den Verantwortlichen immer klarer. Schuldzuweisungen gab es dennoch keine. "Wir haben während des Rennens darüber gesprochen, und am Ende haben wir entschieden, zu stoppen", sagte Leclerc und nahm die Schuld für die zu schnelle Fahrt in der Boxengasse auf sich: "Das war mein Fehler und hatte nichts mit dem Team zu tun", stellte er klar.

Auch Teamchef Binotto verteidigte das Manöver. Es sei eine "unglückliche Situation" gewesen. "Ich denke, es war die richtige Entscheidung, denn du musst in der Formel 1 mutig sein. Es gab die Möglichkeit auf die schnellste Rennrunde."

Die grundsätzliche Notwenigkeit, die taktische Entscheidungsfindung umzukrempeln, sieht Binotto, trotz der anhaltenden Kritik an seinem Team, nicht. "Ich denke, es war die richtige Entscheidung, denn du musst in der Formel 1 mutig sein. Es gab die Möglichkeit auf die schnellste Rennrunde." Man werde nicht aufhören, "mutig zu sein und auf die schnellste Runde zu gehen, wenn die Bedingungen dafür gegeben sind."