Basketball

Lockeres Schaulaufen für Bamberg

Von Thorben Rybarczik
Die Baskets hatten keine großen Probleme gegen ihren Gegner

In einem sportlich unbedeutenden Spiel haben die Brose Baskets Bamberg (6-4) mit 86:54 gegen Dinamo Sassari (0-10) gewonnen. Nur im ersten Viertel funkte für einen kurzen Moment so etwas wie Spannung auf, danach brachen die Gäste komplett ein.

Die Bamberger standen ohnehin schon als Top16-Teilnehmer fest, während die Italiener ohne einen einzigen Sieg anreisten. Daran sollte sich auch am letzten Spieltag der Vorrunde nichts ändern. Denn die Gastgeber übernahmen von Anfang an das Kommando und mussten lediglich beim frühen 9:10 einem Rückstand hinterherlaufen.

Danach fand das Team von Head Coach Andrea Trinchieri immer besser ihren Rhythmus und zog noch vor der Halbzeit auf 16 Punkte davon. Der nicht in Bestbesetzung angereiste italienische Meister erholte sich davon nicht mehr.

Eine Schrecksekunde gab es für die Baskets dennoch, als Elias Harris nach neun Minuten verletzt liegen blieb, das Parkett verlassen musste und anschließend auch nicht mehr weiterspielte. Da er zum Ende hin aber "in Zivil" wieder auf der Bank saß, ist von keiner schweren Verletzung auszugehen.

Trinchieri verteilte die Spielzeit auf 12 Akteure, wobei Nikos Zisis mit 16 Punkten sowie 5 Assists zum Topscorer wurde. Daniel Theis kam auf 12 Punkte, 6 Rebounds sowie 4 Assists, während auf der anderen Seite Marquez Haynes mit 14 Zählern auffiel.

Die Reaktionen:

Nicolo Melli (Bamberg): "Es ist immer wichtig, 100 Prozent zu geben und auch mit Respekt an die Sache heranzugehen. Wir haben zuletzt zweimal verloren und wollten den Fans noch einen Sieg schenken. Wir haben als ganzes Team gut gespielt."

Andrea Trinchieri (Head Coach Bamberg): "Meine Gedanken sind bei Elias Harris. Es ging heute um nichts, und wir haben trotzdem einen Spieler verloren. Ich hoffe, dass er schnell wieder fit ist."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: In diesem sportlich unbedeutenden Spiel startet Bamberg mit Wanamaker, Strelnieks, Heckmann, Theis und Radosevic. Auf der anderen Seite sind zahlreiche Leistungsträger, wie der Ex-Berliner David Logan, gar nicht erst mitgereist. Dafür beginnen Haynes, Devecchi, Alexander, Sacchetti und Eygena.

3.: Die erste frühe Erkenntnis: Sassari ist defensiv nicht wirklich motiviert. Strelnieks schreitet zu Fuß zum Layup, Theis nimmt einen offenen Dreier, Wanamaker nutzt die Defense der Italiener als Slalomstangen. 9:3.

Bamberg vs. Sassari: Hier geht's zum BOXSCORE

6.: Bamberg lässt sich von der Lockerheit Sasassris anstecken und verliert zwei einfache Bälle, auch die defensive Rotation stimmt nicht mehr. Die Gäste Treffen wiederholt von Downtown zum 9:10.

9.: Schockmoment für Bamberg. Elias Harris geht verletzt zu Boden und muss, von zwei Betreuern gestützt, das Feld verlassen. Wo er getroffen wurde, ist noch nicht ersichtlich.

16.: Theis im starken Zusammenspiel mit Radosevic. Der Deutsche spielt den Ball in Post, schneidet dann zum Korb und bekommt das Leder wieder zugesteckt. Korbleger mit Foul, 39:28.

20.: Bei neun verbleibenden Sekunden nimmt Trinchieri die Auszeit und kritzelt das letzte Play aufs Board. Seine Jungs haben anscheinend gut zugehört, denn Staiger wird in der Ecke freigespielt und setzt den Schlusspunkt der ersten Halbzeit: 49:33.

24.: Die Bamberger spielen hier ihren Stiefel runter, während Sassari völlig von der Rolle ist. Die Gäste warten immer noch auf ihre ersten Punkte seit dem Wiederanpfiff.

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27.: Sassari lebt doch noch! Erst schließt Eygena einen Fastbreak per Layup ab, kurze Zeit später knallt Haynes einen Dreier rein. Nur noch 60:44. Spannung kommt natürlich trotzdem nicht auf.

32.: Zisis! Der griechische Routinier zieht zum Korb, verliert eigentlich die Kontrolle über das Leder, bringt es aber im Zurückfallen trotzdem irgendwie im Korb unter. Ein Angriff später trifft er von Downtown - 74:49.

37.: Die letzten Minuten haben nichts mehr mit einem Euroleague-Spiel zu tun. Bamberg spielt vorne mit den Gästen Katz' und Maus, während in der Defense ein geringer Aufwand reicht, um zahlreiche Airballs zu erzwingen.

Der Star des Spiels: Nikos Zisis. Er erwischte direkt einen guten Start und war der einzige Spieler, der zu jeder Zeit alles aus sich herausholte. Der Routinier glänzte mit überlegten Drives und präzisen Anspielen und hatte zudem ein sicheres Händchen von der Dreierlinie.

Der Flop des Spiels: Joe Alexander. Wirkte stets unmotiviert, ging defensiv nie den letzten Schritt und traf im Angriff schlechte Entscheidungen. Nur 2 seiner 11 Feldwürfe fanden ihr Ziel, ein Plus-Minus-Rating von -37 muss man erstmal erreichen.

Das fiel auf:

- "Hauptsache nicht verletzen", gab Head Coach Andrea Trinchieri vor dem Spiel die Marschroute vor. Entsprechend agierten seine Mitspieler, die aus dem Pick-and-Roll oder aus Drives lieber den Kickout-Pass suchten, anstatt den Korb bis zum Ende zu attackieren. Und da der Dreier zu Beginn noch nicht fallen wollte, sah das Ganze etwas zäh aus.

- Sassari versuchte es mit Beginn des zweiten Viertels mit einer 2-3-Zone. Bamberg hatte damit zunächst Probleme und rannte sich am Brett fest. Als der Ball dann wieder schneller lief, wurden die Würfe auch wieder freier und der ein oder andere Dreier fand sein Ziel. Letzteres hatte aber sicherlich auch den Grund, dass die Italiener auf den letzten Schritt gerne verzichteten.

- Je länger die erste Halbzeit dauerte, desto besser fanden die Franken in ihren Rhythmus: 68 Prozent der Zweier sowie 63 Prozent der Dreier fanden in den ersten 20 Minuten ihr Ziel.

- Danach passten sich die Bamberger dem Gegner weitgehend an. Head Coach Trinchieri würfelte seine Mannschaft ständig neu zusammen, sodass es immer schwerer wurde, die zuvor gute Abstimmung und die hohe Trefferquote aufrecht zu erhalten. So hatte die zweite Halbzeit endgültig die Intensität eines Freundschaftsspiels.

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