Cookie-Einstellungen
Suche...
NFL

Top 5: Die wichtigsten Erkenntnisse aus Woche 10 in der NFL

SPOX-Redakteur Adrian Franke blickt zurück auf Woche 10 in der NFL.
© getty

3. Quick Hits: Eagles, Lions - sind die Chiefs zurück?

Kansas City dominiert Sunday Night: Sind die Chiefs zurück?

41 Punkte, eine dominante zweite Hälfte, zurück an der Spitze der AFC West: Sind die Kansas City Chiefs jetzt zurück?

Wenn uns diese Saison eine Sache gelehrt hat, dann dass man sehr damit aufpassen muss, aus einzelnen Spielen übergreifende Schlussfolgerungen zu ziehen. Gerade die Frage danach, welche Teams insbesondere in der AFC eigentlich wirklich gut sind und wo hier die Titelkandidaten sind, hat in ihrer wöchentlichen Beantwortung diese Realität gnadenlos aufgedeckt.

Ein übergreifendes Statement wird es hier also nicht geben, aber was ich aus Chiefs-Sicht sehr ermutigend fand, war, wie die Offense schematisch auftrat - und wie Mahomes darin spielte. Mahomes agierte deutlich mehr Under Center als sonst, die Chiefs hatten gute Designs via Play Action und waren kreativer mit ihren Formationen, und das designte Kurzpass-Spiel inklusive Play Action, inklusive Jet Sweeps, inklusive RPOs funktionierte endlich wieder.

Das war kein Zufall. Während Kansas City - personifiziert durch Mahomes - in vergangenen Wochen an mehreren Punkten dieses Spiels dazu übergegangen wäre, Big Plays erzwingen zu wollen, passierte das gegen die Raiders nicht. Und das lag für mich weniger am Gegner, sondern in erster Linie daran, dass Kansas City ein sehr gut designtes und in sich schlüssigeres Kurzpassspiel an den Tag legte, und Mahomes darauf vertraute.

Und dann klappen eben manchmal auch diese Dinge, die seit Wochen gegen einen laufen. Bei dem kritischen Drive im dritten Viertel, nachdem die Raiders gerade ihrerseits mit einem eindrucksvollen Touchdown-Drive geantwortet hatten, hatte KC gleich zwei Mal Turnover-Glück.

Mahomes hätte einen Pick haben müssen, als er einen hässlichen Ball kurz über die Mitte in Coverage warf, und auch der Fumble von Tyreek Hill blieb ohne Konsequenzen. Nach dem Chiefs-Touchdown war Vegas auf bestem Wege, direkt zu antworten - ehe DeSean Jackson nach einem Shot Play den Ball via Fumble verlor.

In den vergangenen Wochen haben wir so häufig erlebt, dass diese Plays dann gegen Kansas City laufen, mal selbstverschuldet, mal mit Pech. Mahomes generell hatte noch einige Würfe, wo er Receiver verfehlte und manchmal war er doch da, dieser Drang, den Shot zu erzwingen. Direkt vor dem langen Touchdown zu Beginn des Schlussviertels hätte er an gleicher Stelle einen Pick haben müssen.

"Die Chiefs sind zurück" wäre noch nicht mein Statement, nicht nach jetzt einem guten Auftritt, nachdem die Offense über Wochen derart wacklig unterwegs war. Mein Statement wäre eher: Kansas City findet strukturelle Antworten und Mahomes vertraut auf diese Strukturen. Und diese Kombination, wie auch immer KC dahin kommen würde, war letztlich immer der Weg hinaus aus diesem Tief.

Die Lions streichen den Quarterback aus ihrer Offense

Es ist so lächerlich offensichtlich, dass die Lions absolut keinerlei Vertrauen in Jared Goff haben - und wirklich kritisieren kann man sie dafür nicht. Gegen Pittsburgh war es dennoch selbst dafür sehr extrem, Goff warf auch wenn wir seine Parameter anwenden, quasi nichts tief, und als er mal Raymond tief hatte, unterwarf er den Speedster deutlich. Goff hatte eine durchschnittliche Target-Tiefe von 4,7 Yards und brachte 56,5 Prozent seiner Pässe an - 16,1 Prozent weniger als via Expected Completion Percentage zu erwarten gewesen wäre.

Berichten zufolge hat Dan Campbell nach der Bye Week jetzt das Play-Calling übernommen, und das sah mehr nach Big-10- als nach NFL-Football aus. Ein komplett aufs Run Game ausgelegter Game Plan, welcher mit 39 Runs für 229 Yards offensiv gegen diese Steelers-Front sogar überraschend gut funktionierte - das Spiel aber blieb nur deshalb offen, weil Pittsburgh mit Mason Rudolph gegen die schwächste Defense der Liga eben nie irgendwie davonziehen konnte.

Mit einer Overtime, die zwischen Wahnsinn und komplettem Wahnsinn hin und herschwankte, stand am Ende ein Unentschieden, das dieses Spiel verdient hatte. Oder anders gesagt: Kein Team hatte einen Sieg verdient. Aber darum soll es hier gar nicht primär gehen. Ich habe selten einen Veteran-Starting-Quarterback so hilflos und so komplett vom eigenen Team aus dem Spiel genommen gesehen wie Goff hier. Und so gut wie jedes Mal, wenn die Lions irgendetwas von ihm brauchten, kam nichts.

An welchem Punkt, auch wenn Goff eine Verletzung im Laufe des Spiels zu schaffen machte, komplett klar sein sollte, dass die Lions intern bereits wissen, dass Goff für 2022 nicht der Starter sein kann.

Eagles: Jalen Hurts verdient sich weitere Chancen

Zu keinem Punkt dieser Saison hatten wir genügend Datenpunkte, um eine finale Evaluierung von Jalen Hurts abzugeben; bestenfalls hangelten wir uns von Zwischenfazit zu Zwischenfazit. Und an diesem Punkt sind wir immer noch, auch wenn ein eindrucksvoller Auftritt gegen die Broncos das Pendel weiter in die positive Richtung schiebt.

Also versteht es auch als Zwischenfazit, wenn ich sage: Jalen Hurts zeigt bisher genug, um sich eine weitere Chance in der kommenden Saison zu verdienen. Und selbstverständlich gibt es Szenarien, in denen sich die Parameter so gravierend ändern, dass man die Situation anders bewerten muss. Sollte Philly etwa ernsthaft in das Rennen um Deshaun Watson einsteigen.

Aber Hurts zeigt bisher genug, dass er sich den Tie-Breaker verdienen könnte, wenn die Eagles eine vermutlich eher schwache Quarterback-Draft-Klasse evaluieren. Dass Hurts als Runner der Offense eine Dimension gibt, die so nur wenige Quarterbacks mitbringen, ist kein Geheimnis; mehr und mehr sehen wir aber, wie er auch im Passspiel schwierige Würfe anbringen kann und zu Highlights in der Lage ist, ergänzt durch den Floor, den er als Runner mitbringt.

Hurts hätte gegen die Broncos einen spektakulären Touchdown zu Quez Watkins haben müssen, Watkins ließ den Ball durch die Hände rutschen. Umgekehrt hatte er eine hässliche Interception zu Simmons. Mir fehlt nach wie vor der Floor was das Passspiel angeht, wobei ich hier die Schuld zumindest zu einem gehörigen Anteil auch im offensiven Scheme unter Nick Sirianni sehe. Aber wie gesagt, Datenpunkte und Zwischenfazits.

Hurts ist noch sehr günstig für die nächsten beiden Jahre, und das ist absolut Teil der Gleichung hier. Denn Hurts deutet dieses Jahr an, dass er gut genug ist, dass es sich lohnen könnte, um seinen Rookie-Vertrag herum weiter etwas aufzubauen. Ist Hurts irgendwann ein Kandidat für einen zweiten Vertrag? Für die Beantwortung dieser Frage müssen wir noch viel mehr von ihm sehen.

Aber dieses Eagles-Team hat immer noch einen sehr soliden Kern, mit den Lines auf beiden Seiten des Balls, mit einigen guten Spielern in der Secondary, und mit viel Upside in der Receiver-Gruppe. Es könnte sich lohnen, in dieses Fenster mit Hurts zu investieren. Er hat es sich auf jeden Fall verdient, weitere Datenpunkte zu liefern.

Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung
Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung