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NFL

Third and Long - Mailbag Preseason Week 1: Darum sollten Lance und Fields sofort starten

SPOX-Redakteur Adrian Franke beantwortet eure Fragen zur Preseason.
© getty

Tthorschd: Was sagst du zum Quarterback-Duell Taysom Hill vs. Jameis Winston?

Letztlich hat das Spiel meine Meinung, die ich im Vorfeld hatte, eher untermauert.

Hill fing ja eigentlich gut an, mit ein paar Strikes bei Out-Routes und dann einem Pass über die Mitte, früh auch mit Play Action rein gemischt. Sein bestes Play war vielleicht der Pass bei Third Down zu Callaway, bei welchem Hill gegen Pressure aus der Pocket ging, die Augen Downfield behielt und dann einen Strike raus feuerte. Wenn sein erster Read da ist, wenn er mit Play Action arbeiten kann, dann ist Taysom Hill ein zumindest funktionaler Quarterback, der mit seinem Rushing Upside bietet.

Doch schon der zweite Drive zeigte die andere Seite der Medaille. Wenn Hill mehr durch seine Reads gehen musste, wird es schnell wacklig. Dann zögert er, ist zu langsam mit seinen Reads. Seine Accuracy ist auffällig inkonstant, mehrfach verfehlte er seine Targets im Kurzpassspiel - eine dieser Ungenauigkeiten führte zur Interception, und ein weiterer Pick hätte wenig später folgen können.

Auch Jameis Winston hatte seine Wackler, das sollte hier nicht unter den Tisch fallen. Aber mit Winston wirkte die Offense offener und eher in der Lage, sich aus schwierigen Situationen zu befreien. Er ging durch seine Reads, verteilte den Ball, fand den Checkdown, spielte alle Bereiche des Feldes an.

Meine Kernfrage zu diesem Quarterback-Duell war immer: Will Sean Payton seine über Jahre verfeinerte, konstant weiter entwickelte Passing-Offense umsetzen? Oder will er sich offensiv umstellen, vielleicht sogar bevorzugt seine Offense über ein Option Run Game aufbauen? Denn falls Ersteres der Fall ist, sehe ich nicht, wie das mit Taysom Hill funktionieren soll. Dafür ist Hill zu limitiert als Passer. Man kann mit Hill gewinnen, aber dann muss man einen sehr spezifischen Stil spielen, und hat vergleichsweise wenig Spielraum für Fehler.

Trotz all des Lobes, das Sean Payton über Taysom Hill in den letzten Monaten geäußert hat - und welches finanziell durch den Vertrag untermauert wurde -, bleibt meine Vermutung, dass wenn es um eine langfristige Perspektive geht, Payton nicht diesen Weg beschreiten wird.

SebvonHo, nicom1995: Wie hat dir Jordan Love gefallen?

Ich hatte im Mai über Love geschrieben, darüber, wo er potenziell stehen könnte - nach einem Jahr ohne echte Spielpraxis. Und der Tenor in den Aussagen der Coaches und Verantwortlichen in Green Bay nach der vergangenen Saison war - ob direkt ausgesprochen, oder zwischen den Zeilen -, dass man so ganz sicher nicht sagen kann, wo Love steht.

Für ihn ist diese Preseason dementsprechend wichtig, ich denke, dass Love im Endeffekt auch als Backup während der Regular Season aktiv sein soll und schrittweise ran geführt wird, um dann 2022 das Zepter von Aaron Rodgers zu übernehmen. Und unter all den Quarterbacks, die wir in dieser Preseason erstmals auf einem NFL-Feld sehen, wirkte Love auf mich sichtbar am weitesten in seiner Entwicklung.

Love spielte ruhig aus der Pocket, er wusste, wo er mit dem Ball hingehen muss, und bei mehreren Off-Plattform-Würfen war auch das Armtalent zu sehen. Er spielte sauber innerhalb der Struktur der Offense und das ist letztlich das, was ich von ihm sehen wollte. Dass er das Armtalent hat, stand ja nie zur Debatte.

Für Love geht es in der kommenden Saison darum, so weit wie möglich das System zu verinnerlichen und an Fundamentals zu arbeiten. Beinarbeit, Timing, solche Dinge - und die kommenden Preseason-Spiele bestmöglich als Testlauf weiter zu nutzen - denn wenn es aus Packers-Sicht gut läuft, wird er in der kommenden Saison nicht mehr spielen.

Den Auftakt, über 600 Tage nachdem wir Love zuletzt in einem Spiel gesehen haben, fand ich durchaus vielversprechend.

Daniel Wenzel: Preseason bedeutet ja auch immer Verletzungen - welche spannenden Free Agents gibt der Markt noch her, und was wären interessante Landing Spots?

Es gibt einige Spieler, bei denen es mich sehr wundert, dass sie noch ohne Team sind. K.J. Wright wäre so ein Kandidat, der Ex-Seahawks-Linebacker. Hier scheint auch eine Rückkehr nach Seattle noch denkbar, mit den Raiders hat er sich zuletzt getroffen. Wright ist ein relativ kompletter Linebacker, der mit weitem Abstand meine erste Wahl wäre, wenn ich einen Off-Ball-Linebacker ersetzen - oder in dem Bereich noch Defizite - hätte.

Ex-Chiefs-Center Austin Reiter ist nicht ganz auf Wrights Level, aber auch er wäre für mehrere Teams ein sofortiges Upgrade über den aktuellen Starter. Etwa bei den Giants, wo er vor zwei Wochen auch zu Besuch war, auch bei den Bengals, die ebenfalls schon Interesse bekundet haben. Reiter ist insbesondere ein sehr solider Pass-Blocker, bei dem es mich ebenfalls wundert, dass er noch zu haben ist.

Relativ problemlos findet man noch Spieler für die Rotation in der Defensive Line. Gerald McCoy wurde jüngst von den Raiders verpflichtet, Spieler wie Kawann Short, Jurrell Casey oder auch Geno Atkins sind noch zu haben. Alle haben ihre Prime hinter sich, beziehungsweise Short kommt von einer Schulterverletzung zurück - aber als Hilfe in einer Rotation, oder um etwa einen Rookie zu entlasten, der doch noch nicht ganz so weit ist? Da sehe ich diese Spieler allesamt gut aufgehoben. Das gilt dann auf den Edge-Positionen genauso für Olivier Vernon oder auch Everson Griffen.

Und dann gibt es einige Veterans, bei denen Fragen abseits des Platzes mitschwingen - sei es eine Verletzung, oder aber andere Probleme, wie etwa bei Richard Sherman. Ex-Chiefs-Tackle Mitchell Schwartz plagt sich seit einer ganzen Weile mit Rückenproblemen herum; wird er wieder fit, wäre er für viele Teams sofort ein immenses Upgrade.

Allerdings wird es für diese Spieler auch nicht leichter, denn über die nächsten zwei Wochen werden die Teams ihre Kader-Kürzungen vornehmen müssen, was wiederum jede Menge neues Talent auf den Markt spült. Abgesehen von Verletzungen, die sofortiges Handeln und einen direkten Starter-Ersatz verlangen, halte ich es für sehr gut denkbar, dass mehrere dieser großen Namen sogar erst während der Saison verpflichtet werden.

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