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NFL

Third and Long - Mailbag Preseason Week 1: Darum sollten Lance und Fields sofort starten

SPOX-Redakteur Adrian Franke beantwortet eure Fragen zur Preseason.
© getty

Flow Foxx: Welche Rookies, mal abgesehen von den Quarterbacks, waren die Gewinner in Woche 1?

Preseason Week 1 Rookie-Gewinner - Offense:

  • Wide Receiver Josh Palmer (Los Angeles Chargers): Die Berichte aus dem Chargers-Camp sind schon relativ eindeutig: Palmer soll den dritten Receiver-Spot - also hinter Keenan Allen und Mike Williams - zunehmend fest in der Hand haben, er hat im Camp gute Hände, Flexibilität Outside und im Slot sowie seine Fähigkeiten als Route-Runner konstant gezeigt. Das übertrug sich auch auf das Spiel gegen die Rams, wo er alle seine sechs Targets - bei nur 17 Snaps insgesamt - fing. Vier der ersten acht Offense-Plays gingen zu Palmer, insgesamt drei Mal kreierte er neue First Downs und war so etwas wie der Motor der Passing Offense in der Frühphase des Spiels. Die Chargers haben mit Guyton, Johnson und Hill interessantes Potenzial hinter den beiden etablierten Startern, in Woche 1 hat Palmer weiter angedeutet, dass er sich an die Spitze dieser Gruppe setzen wird.
  • Running Back Rhamondre Stevenson (New England Patriots): Schon fast traditionell ist das Backfield der Patriots das reinste Glücksrad für alle Fantasy-Manager - und auch dieses Jahr geht es wieder in die Richtung. Damien Harris, Sony Michel, James White, J.J. Taylor - und eben Stevenson, der diesjährige Viertrunden-Pick. Gegen Washington legte er gleich zwei Rushing-Touchdowns auf, darunter ein 91-Yard-Run, bei dem er eine gute Beschleunigung und Balance zeigte. Solche Plays können ihn in der internen Hackordnung nach oben befördern und ihm mehr Snaps im Training bescheren, auch wenn die Patriots, so wie immer, ein Committee im Backfield haben werden.
  • Offensive Tackle Sam Cosmi (Washington Football Team): Die Schlagzeilen in der Hauptstadt gehörten eher Rookie-Back Jaret Patterson, oder, im negativen Sinne, Kicker Dustin Hopkins. Dabei sollte Cosmis Auftritt gegen die Patriots aber nicht unter den Tisch fallen: 41 Snaps spielte der Rookie, ließ dabei keinen einzigen Pressure zu und zeigte, dass er den Wechsel von der linken auf der rechten Seite hinbekommen kann. War zudem unerwartet dominant bereits als Run-Blocker. Wenn er daran weiter anknüpfen kann, sollte ihm der Startplatz sicher sein - und dann könnte er mit Charles Leno ein sehr solides Tackle-Duo bilden.

Preseason Week 1 Rookie-Gewinner - Defense:

  • Cornerback Patrick Surtain (Denver Broncos): Surtain war - ohne eigenes Verschulden - im Vorfeld der Partie indirekt in den Schlagzeilen, nachdem Broncos-GM George Paton mit der Aussage für Aufsehen gesorgt hatte, dass man einen "Franchise Cornerback" schwieriger finde als Quarterbacks, die "eher verfügbar" seien. Eine relativ absurde Aussage als Erklärung dafür, warum man auf einen Quarterback mit dem Nummer-9-Pick verzichtete und stattdessen Surtain auswählte; der aber ließ in seinem ersten Spiel zumindest vorübergehend alle Diskussionen verstummen. Zwei Targets sah er gegen die Backups der Vikings, den einen Pass wehrte er per Pass-Breakup ab, den anderen trug er zum Pick Six zurück in die Endzone. In limitierter Einsatzzeit war es ein spektakuläres Debüt für Denvers Rookie-Corner.
  • Linebacker Jeremiah Owusu-Koramoah (Cleveland Browns): Insgesamt 47 Snaps spielte Owusu-Koramoah gegen die Jaguars, davon 36 auf Linebacker, neun im Slot und zwei als Edge-Rusher. Es ist noch früh, aber die Browns deuteten zumindest an, dass sie JOK entsprechend seiner Athletik herumbewegen und als flexible Matchup-Waffe nutzen wollen. Das sind gute Vorzeichen, Owusu-Koramoah sah zudem trotz seiner Statur auch als Stack-Linebacker gut aus, wenn er gegen den Run Plays innerhalb der Box machen musste. Nutzte seine Athletik und Agilität, um Runnern keinen Cut per Körpertäuschung zu ermöglichen, zeigte seine Explosivität als Blitzer, bewegte sich erwartungsgemäß gut in Coverage.
  • Cornerback Marco Wilson (Arizona Cardinals): Rondale Moore ist der Rookie-Name, der in Arizona in aller Munde ist - Wilson fliegt im Vergleich fast ein wenig unter dem Radar. Der Viertrunden-Pick deutete sein enormes athletisches Potenzial mit einer eindrucksvollen Vorstellung an und war einer der besten Cover-Corner unter den Rookies in Woche 1. Sechs Targets sah er gegen die Cowboys, drei davon wehrte er direkt per Pass-Breakup ab, darunter beinahe eine spektakuläre Interception. Wilson war der einzige Corner ligaweit, der in Woche 1 der Preseason drei Pass-Breakups verzeichnete. Malcolm Butler und Byron Murphy dürften gesetzt sein, aber es ist nicht auszuschließen, dass Wilson eher früher als später Robert Alford den dritten Corner-Startplatz streitig macht.
  • Edge-Rusher Joseph Ossai (Cincinnati Bengals): Sieben Quarterback-Pressures verzeichnete der Drittrunden-Pick, einzig Detroits Julian Okwara und Ron'Dell Carter von den Cowboys (beide je 8 Pressures) kamen auf noch mehr - mit aber fünf (Okwara), beziehungsweise 29 (Carter) Pass-Rush-Snaps mehr als der Bengals-Rookie. Gleich zu Beginn des Spiels konnte sich Ossai gegen Vorjahres-Rookie-Sensation Tristan Wirfs nach innen durcharbeiten und kam zu Brady durch, im Laufe des Spiels bekam Ossai von beiden Seiten Druck auf den jeweiligen Tackle. Ossai ist noch roh, die athletischen Tools aber absurd. Sein Debüt darf Bengals-Fans hoffen lassen, dass er diese auch früh schon auf dem Feld umsetzen kann. Umso erfreulicher für Bengals-Fans, dass auch die Rookie-Pass-Rusher Darius Hodge und Cam Sample einen guten ersten Eindruck hinterließen.

Ebenfalls erwähnenswert: Edge Joe Tryon (Tampa Bay Buccaneers), CB Deommodore Lenoir (49ers), WR Terrace Marshall (Panthers), RB Javonte Williams (Broncos), OG/OT Royce Newman (Packers), DL Gregory Rousseau (Buffalo Bills).

Stefan Moser, ElmerFrkmp: Die Quarterback-Competition in Denver - deine Einschätzung nach Spiel 1? Könnte Lock sich vielleicht doch etablieren?

Zunächst muss man hier klar sagen: Selbst für Preseason-Verhältnisse war das ein Muster mit sehr geringem Wert, weil die Vikings so viele Starter gar nicht aufgeboten haben - schon Lock, mit zahlreichen Startern um sich herum, bekam es dementsprechend mit Backups auf der anderen Seite zu tun. Auch wenn, das sollte nicht unter den Tisch fallen, K.J. Hamler bei seinem langen Touchdown mit Cam Dantzler einen mutmaßlichen Starting-Corner Downfield böse verbrannte.

Bridgewater stand in diesem Spiel laut PFF bei keinem einzigen Dropback unter Druck, Lock bei zwei seiner Dropbacks. Beide hatten meist eine saubere Pocket, Lock warf drei seiner acht Pässe via Play Action, auch beide Touchdowns kamen mit Run Fake davor. Kurzum: Es war aus Broncos-Sicht schön, die Lock-Hamler-Connection zu sehen, aber viel mehr würde ich aus diesem Spiel mit Blick auf das Quarterback-Duell ehrlicherweise nicht mitnehmen.

Was die generelle Prognose hier angeht? Die Broncos haben in dieser Offseason in meinen Augen keinen Konkurrenten für Lock, sondern ein Sicherheitsnetz für den jungen Quarterback geholt. Das ist das Jahr, in dem Lock zeigen soll, dass er die langfristige Starter-Option ist - oder eben auch jedem klar wird, dass er das nicht ist. Deshalb gehe ich fest davon aus, dass Lock auch als Starter in die Saison gehen wird, mit Bridgewater als Absicherung dahinter, sollte das Lock-Experiment schiefgehen.

Falls Bridgewater Woche 1 startet, müsste man die Quarterback-Entscheidungen in Denver in dieser Offseason noch deutlich mehr hinterfragen als ohnehin schon.

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