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NFL Starter-Serie: Colts, Jaguars, Texans, Titans - die AFC South

SPOX blickt im Vorfeld der Saison auf alle acht Divisions - heute: Die AFC South!
© getty

Die AFC South befindet sich im Umbruch: Die Jacksonville Jaguars wagen einen umfassenden Neuanfang, die Colts gehen einmal mehr mit neuem Quarterback an den Start und in Tennessee könnte die Offense verändert daherkommen. Die Texans derweil knabbern nach wie vor an der Deshaun-Watson-Frage - und könnten auf Kurs Nummer-1-Pick sein.

Nach dem Rücktritt von Philip Rivers hält die Suche nach dem Andrew-Luck-Nachfolger in Indianapolis an. Jacoby Brissett, Philip Rivers, jetzt Carson Wentz - klar ist anhand dieser Liste auch, dass es sich um sehr ungewisse oder gezielt kurzfristige Optionen handelte, und die zögerliche Vorgehensweise in der generellen Kaderplanung spiegelt das ebenfalls wider.

In der diesjährigen Offseason muss man allerdings die Frage stellen: Wurden die Colts besser? Oder hat man "nur" die mit eigenen Abgängen entstandenen Löcher wieder gestopft, während man auf der Quarterback-Position auf eine Wildcard setzt?

Der Kader der Colts ist immer noch rundum solide, doch zumindest auf dem Papier bleibt die bereits im Vorjahr sichtbare Lücke zu den Topteams der Liga.

Indianapolis Colts: Starter-Projection Offense

PositionSpielerPositionSpieler
Quarterback:Carson WentzLeft Tackle:Eric Fisher*
Running Back:Jonathan TaylorLeft Guard:Quenton Nelson
Wide Receiver:T.Y. HiltonCenter:Ryan Kelly
Wide Receiver:Michael PittmanRight Guard:Mark Glowinski
Slot-Receiver:Parris CampbellRight Tackle:Braden Smith
Tight End:Jack Doyle

*Fisher wird den Start der Saison nach seinem Achillessehnenriss verpassen, soll aber zeitnah fit werden. Auf seiner Position dürfte Sam Tevi vorerst starten.

Indianapolis Colts: Starter-Projection Defense

PositionSpielerPositionSpieler
Edge:Tyquan LewisCornerback:Rock Ya-Sin
Defensive Tackle:DeForest BucknerCornerback:Xavier Rhodes
Defensive Tackle:Grover StewartSlot-Cornerback:Kenny Moore II
Edge:Kwity PayeSafety:Julian Blackmon
Linebacker:Darius LeonardSafety:Khari Willis
Linebacker:Bobby Okereke

Colts-Kader: Stärken, Schwächen und Beobachtungen

  • Wie genau soll sie aussehen, die Offense, die Carson Wentz wieder stabilisiert und zumindest zu einem Quarterback im Liga-Mittelfeld macht? Ein starkes Argument ist fraglos die Offensive Line, die ganz klar in die ligaweite Top 10, eher noch Top 5 gehört. Hier wird nach dem Abgang von Anthony Castonzo die Left-Tackle-Position im Fokus stehen: Zunächst wenn - mutmaßlich - Sam Tevi startet, dann wäre das die glasklare Schwachstelle der Line. Wenn Eric Fisher dann zurückkommt, bleibt abzuwarten, wie schnell er nach seinem Achillessehnenriss sein gewohntes Level erreicht.
  • Schematisch dürfte die Hilfestellung für Wentz einmal mehr in 2- und 3-Tight-End-Sets liegen, knapp 30 Prozent der Offense-Plays der Colts fanden letztes Jahr aus Formationen mit zwei oder drei Tight Ends statt. Hier fehlt im Vergleich zum Vorjahr Trey Burton, Mo Alie-Cox könnte die erste Option neben Jack Doyle darstellen. Vielleicht aber kann Rookie Kylen Granson in einer Receiving-Tight-End-Rolle auch als Nummer 2 überraschen.
  • Gleichzeitig aber lagen die Colts schon letztes Jahr neun Prozentpunkte über dem Liga-Durchschnitt was die Nutzung von 11-Personnel (ein Back, ein Tight End, drei Wide Receiver) angeht - und das obwohl Parris Cambpell erneut den Großteil der Saison verletzt verpasste. Die Colts bauen ganz offensichtlich darauf, dass der einstige Zweitrunden-Pick fit bleibt - denn Investitionen in die Receiver-Gruppe sucht man vergeblich.
  • Hilton, der letztes Jahr eine sehr inkonstante Saison hatte, wurde als Free Agent gehalten, ansonsten hielten sich die Colts hier auffallend zurück. Ist Michael Pittman bereit für den Schritt zum Nummer-1-Receiver? Zach Pascal steht als erste Alternative hinter den drei genannten Optionen bereit.
  • Eine Matchup-Waffe, um Wentz klare Reads und Optionen im Passspiel zu geben, ist Nyheim Hines im Backfield. Seine 78 Targets (inklusive Playoffs) waren Team-intern der zweithöchste Wert, getoppt nur von Hilton. Indianapolis könnte Hines dabei noch flexibler einsetzen, "nur" 78 seiner 424 Offense-Snaps fanden letztes Jahr im Slot oder Outside statt. Hines' Rolle mit der von Jonathan Taylor als Runner zu kombinieren ist dabei ein wichtiger Balanceakt: Taylor spielte ab dem letzten Saison-Drittel groß auf und hatte einige dominante Spiele am Boden. Im Passspiel aber ist er quasi kein Faktor.

  • Die Defense in Indianapolis ist klar auf Sicherheit bedacht. Das ist zunächst einmal nicht wertend zu verstehen, sondern rein schematisch: Während Defenses wie die Ravens oder die Steelers ganz weit oben im Aggressivität-Spektrum stehen, verfolgt Indianapolis einen entgegengesetzten Ansatz. Es wird kaum geblitzt, der 4-Men-Rush ist der Kern der Defense und soll es ermöglichen, dass dahinter sieben Spieler in Coverage den Ball vor sich halten und sicher tackeln.
  • Genau so haben die Colts ihren Kader auch zusammengestellt. Mit defensiven Fixpunkten auf dem zweiten und dritten Level im Zentrum, Darius Leonard und Julian Blackmon wären hier herauszustellen. Die Cornerbacks sind groß und physisch. Und die größten Investments stecken in der Defensive Line, angefangen mit DeForest Buckner, so etwas wie das Rückgrat der Defense. Erstrunden-Pick Kwity Paye soll die Rolle von Justin Houston übernehmen - und idealerweise perspektivisch noch mehr als das.
  • Hier steht allerdings auch eine kritische Frage im Raum: Sind die Colts individuell gut genug, um über den 4-Men-Rush Druck zu kreieren? Das war zu häufig letztes Jahr eine Ein-Mann-Show in Person von Buckner, mit Denico Autry (37 Quarterback-Pressures) und Houston (34) sind die Spieler auf den Plätzen 2 und 3 in puncto Pressures weg.
  • Können Paye und Tyquan Lewis dann in einer prominenteren Rolle - Kemoko Turay und Rookie Dayo Odyeyingbo sind die weiteren Optionen in der Rotation - die beiden nicht nur ersetzen, sondern sogar Upgrades darstellen? Falls nicht, könnten der Pass-Rush der Colts qualitativ aus dem unteren Liga-Mittelfeld ins hinterste Viertel abrutschen - und dann wird es schwer, mit diesem defensiven Stil erfolgreich zu sein.
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