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NBA Power Ranking nach der ersten Saisonhälfte: Der Mittelstand erhebt sich

Kawhi Leonard und die L.A. Clippers lassen es in der Regular Season locker angehen.
© getty
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In der Top 10 ist der amtierende Meister leicht gesprungen, dazu hat sich unter den Semi-Contendern einiges getan. Auf dem Treppchen grüßen aber nach wie vor die gleichen Teams.

Von 12 auf 10: Indiana Pacers (28-15)

Indiana bleibt ein Phänomen: Kein Team hat eine niedrigere Freiwurf-Rate, nur ein Team nimmt prozentual weniger Dreier - trotzdem funktioniert ihre Offense gut genug (Platz 14) und führt mit der guten Defense (Platz 10) zu Siegen. Vor allem auf den physischen Domantas Sabonis haben viele Teams keine Antwort, so hielt man auch in neun Spielen ohne Malcolm Brogdon den Kopf über Wasser. Kommende Woche soll nun endlich Victor Oladipo zurückkehren; mit ihm in ansatzweise alter Form könnte Indiana potenziell den Schritt zum zweitbesten Team im Osten schaffen.

Von 10 auf 9: Toronto Raptors (28-14)

Nur die Bucks sind defensiv stärker als der Champion, dabei hat dieser weiter mit Verletzungen zu kämpfen: Die fünf besten Scorer des Teams haben allesamt jeweils schon mindestens zehn Spiele verpasst. Mit Pascal Siakam ist der beste Mann nun immerhin endlich wieder zurückgekehrt, was durchaus nötig war, denn sechs der letzten 13 Spiele wurden von den Raptors verloren. Toronto macht dennoch weiterhin jede Menge Spaß, auch weil jederzeit ein No-Name wie Chris Boucher oder Rookie Terence Davis zum Helden eines bestimmten Spiels werden kann. Nick Nurse ist ein Zauberer.

Von 5 auf 8: Houston Rockets (26-15)

Offensiv bärenstark (Platz 3), defensiv mittelmäßig (Platz 17) - das bleibt die Kurzform, um die Rockets zu beschreiben. In der Zwischenzeit hat sich trotzdem einiges getan: Russell Westbrook fühlt sich mittlerweile wohler in seiner Rolle und produziert konstant, auch wenn seine Effizienz kommt und geht. Zuletzt waren die Rockets teilweise sogar besser, wenn James Harden auf der Bank saß - das sah zu Saisonbeginn anders aus. Konfus bleibt die Rolle von Isaiah Hartenstein, der in großer Rolle jedes Mal abliefert und dann wieder hinter Tyson Chandler (!) in der Rotation verschwindet.

Von 6 auf 7: Dallas Mavericks (27-15)

Die Mavs haben die beste Offense und das drittbeste Net-Rating der Liga, zwischenzeitlich sind sie dennoch etwas zurückgefallen, bevor nun wieder vier Siege am Stück geholt wurden. Kristaps Porzingis fehlte defensiv wie offensiv (kehrt nun aber zurück), dazu lässt sich Luka Doncic teilweise zu leicht frustrieren. Die Achillesferse bleibt derweil die Execution in engen Spielen: In 81 "Clutch"-Minuten hat die beste Offense der Liga ein Rating von 92,2 (Platz 28). Die Stichprobe ist winzig und daher nicht zu hoch zu hängen - wichtiger ist: Die Mavs haben 12 ihrer 22 engen Spiele verloren.

Von 8 auf 6: Miami Heat (29-13)

Die Defense der Heat ist über die letzten sechs Wochen ziemlich eingebrochen, was nicht verwundert, weil die Gegner nicht ewig so schlecht von draußen treffen konnten wie zu Beginn der Saison. Jimmy Butler traf dazu über stabile drei Wochen keinen Dreier (über die Saison: 27,1 Prozent). Trotzdem sind die Heat konstanter als ihre direkte Konkurrenz im Osten, insbesondere zuhause sind sie nahezu nicht zu bezwingen (18-1) und gewinnen fast jedes enge Spiel. Justise Winslow derweil hat in dieser Saison absolut kein Glück (erst 11 Einsätze) und ist nun schon wieder verletzt.

Von 9 auf 5: Denver Nuggets (29-13)

Die guten Nachrichten zuerst: Nikola Jokic sieht wieder aus wie ein MVP-Kandidat und hat die Offense wieder zu alter Stärke aufgeputscht. Michael Porter Jr. zeigt immer mehr, warum sein Name seit Jahren so gehypt wurde - der Forward muss zwar noch einiges lernen, kann mittelfristig aber der Walking Bucket sein, den Denver noch benötigt. Die schlechten Nachrichten: Jamal Murray ist verletzt, Paul Millsap ebenfalls, und Gary Harris hat seinen Abschluss fast komplett verloren. Und die Defense? Seit Mitte Dezember nur noch Platz 26. Das hat (immer noch) kein Contender-Format.

Von 12 auf 4: Utah Jazz (29-13)

Auch wenn die 10-Spiele-Siegesserie ihr Ende fand: Da sind sie endlich, die Jazz! Kein Team im Westen war zuletzt formstärker als Utah, spätestens seit dem Trade für Jordan Clarkson, der für dringend benötigten Punch von der Bank gesorgt hat. Wichtiger waren jedoch die Entwicklungen von Donovan Mitchell und Rudy Gobert, die beide All-Stars sein sollten, sowie die Re-Integration von Joe Ingles in die Starting Five. Was passiert nun mit Mike Conley? Ihren besten Basketball haben die Jazz nicht zufällig ohne ihn gespielt. Kommt er wie bei seiner Rückkehr gegen die Kings nun konstant von der Bank?

Von 3 auf 3: L.A. Clippers (30-13)

Die Clippers-Saison firmiert weiter unter dem Mantra "Weckt mich, wenn die Playoffs anfangen". Das macht sie schwer einzuschätzen, aussagekräftig ist aber folgende Statistik: Von 18 Spielen, die Paul George und Kawhi Leonard zusammen absolviert haben, wurden 14 gewonnen, dieser Kurs passt. Große Sorgen muss man sich trotz der teilweise frustrierenden Inkonstanz nicht machen, zumal Kawhi seine Wurfkrise hinter sich gelassen hat (über 60 Prozent True Shooting in Dezember und Januar). Dass die Clippers ihr Potenzial noch lange nicht abrufen, ist allerdings auch klar.

Von 2 auf 2: Los Angeles Lakers (34-8)

Nach kurzer Schwächephase rund um Weihnachten mit vier Pleiten am Stück haben sich die Lakers umgehend stabilisiert und direkt wieder neun Siege am Stück geholt, obwohl Anthony Davis teilweise verletzt fehlte. Im Westen ist kein Team konstanter, allerdings bleibt die Frage nach der dritten Option ungeklärt, da Kyle Kuzma weiter mehr Schatten als Licht im Spiel hat - auf fast jede Top-Leistung folgt ein Totalausfall. Die Abhängigkeit von LeBron James bleibt problematisch, hier würde die kolportierte Verpflichtung von Darren Collison helfen. Ganz fertig wirkt der Kader noch nicht.

Von 1 auf 1: Milwaukee Bucks (38-6)

Keine Änderung an der Spitze. Die Bucks haben über die gesamte Saison noch nie zwei Spiele in Folge verloren und mit großem Abstand das beste Net-Rating aller Teams (12) sowie die (klar) beste Defense. Giannis Antetokounmpo stampft in einer guten halben Stunde Spielzeit fast alles in Grund und Boden, das System funktioniert aber auch ohne den MVP - selbst wenn Giannis sitzt, beträgt das Net-Rating noch 8 (das wäre Platz 3 in der NBA!). Ein Sonderlob geht an dieser Stelle an George Hill, der eine perfekte Saison als Backup-Aufbau hinlegt. Zu diesem Zeitpunkt Titelkandidat Nr. 1.

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