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Basketball

EuroBasket 2022 - Erkenntnisse zur DBB-Pleite gegen Slowenien: Immer dasselbe Gift

Luka Doncic war von der deutschen Mannschaft nicht zu stoppen.

Deutschland hat seinen ersten Dämpfer bei der EuroBasket 2022 kassiert. Die 80:88-Niederlage gegen Slowenien ist vom überragenden Luka Doncic geprägt, ein ähnlich großes Problem ist aber die eigene Offense. Die Erkenntnisse zum Spiel.

1. Luka Doncic ist nicht von dieser Welt

Es gibt so Tage, da bleibt am Ende nicht viel anderes übrig, als den Hut zu ziehen. Da muss anerkannt werden: Der Superstar auf der Gegenseite war nicht in den Griff zu kriegen. So in der Art hörten sich die Deutschen nach der 36-Punkte-Gala von Luka Doncic an. "Luka war einfach Weltklasse heute", sagte Andreas Obst beispielsweise. Luka ist passiert, das war nach dem Spiel mehrfach zu hören.

Das war auch richtig - Doncic war brillant und zeigte sein mit Abstand bestes Spiel dieser Gruppenphase. Er nutzte seine körperliche Überlegenheit und tankte sich immer wieder zum Korb durch, wo er nicht zu stoppen war. Er spielte den bemitleidenswerten deutschen Bigs teilweise Knoten in die Beine. "Er hat sich alles genommen, was er haben wollte", sagte Voigtmann.

Doncic tut das oft und gerne, auch in der NBA. Er ist vermutlich der beste Pick'n'Roll-Spieler der Welt, eben weil er aus jeder Lage scoren kann, aber auch jeden Pass im Repertoire hat. Er kann eine Defense auf jede erdenkliche Art und Weise zerpflücken, und das tat er in diesem Spiel.

Voigtmann erklärte das Dilemma anschaulich: "Du musst dich entscheiden: Willst du, dass er keine Punkte macht, oder willst du das Spiel gewinnen? Er ist so ein guter Passer, er sieht alles auf dem Feld und die Leute um ihn herum sind auch alle ganz passable Basketballspieler. Deshalb haben wir uns für den Weg entschieden, dass wir nicht so viel helfen. Er hat sich dann immer wieder Eins-gegen-Eins-Matchups gesucht, die er haben wollte. Die ganze Zeit gegen mich, gegen JT, am Ende gegen Dennis ..."

Das deutsche Team traf im Wesentlichen die Entscheidung, Doncic zum Scorer zu machen. Als grundsätzliche Herangehensweise ist das verständlich, da Teams normalerweise schwerer zu stoppen sind, wenn mehrere Spieler in die Offense involviert sind. Es darf nur nicht so leicht sein, immer wieder auf ein gewünschtes Matchup zu kommen, ohne große Gegenwehr. Er darf dann auch nicht wieder und wieder mit seinem Verteidiger allein auf einer Insel sein, quasi ohne Hilfe, wie es zu oft der Fall war.

Und, das gilt als Grundregel gegen Doncic: Es darf nicht permanent der gleiche oder ähnliche Ansatz sein, dasselbe Gift. Dennis Schröder sagte das selbst nach dem Spiel: "Du kannst einem der besten Spieler der Welt nicht immer den gleichen Look geben." Das DBB-Team bezog das aber gefühlt eher auf den individuellen Verteidiger als auf die Art der Defense.

Gut möglich, dass es am Ende ohnehin keine große Rolle gespielt hätte, was Deutschland probiert hätte. Doncic war in Gala-Form, und natürlich weiß er, wie Double- oder Triple-Teams zu bestrafen sind, das macht ihn ja zu so einem Problem. Es wirkte dennoch ein wenig zu leicht ... ein vielleicht noch größeres Problem gab es indes auf der Gegenseite.

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