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Fussball

FC Bayern - Eric Maxim Choupo-Moting im Interview: "Für Dragon Ball Z bin ich nach Hause gejoggt"

 

Wie lebt es sich privat in München?

Choupo-Moting: Ich bin ja ein Hamburger Jung und war vor meinem Wechsel zum FC Bayern nur ein paar Mal in der Stadt zu Besuch. München an sich und das Umland sind sehr schön, aber die Corona-Situation erschwert es natürlich, das Ganze besser kennenzulernen. In der ganzen Zeit hat es bisher nur hin und wieder mal zu ein paar Spaziergängen an der Isar gereicht. Dann habe ich mir mit meiner Frau und meinen Kindern einen Cappuccino to go geholt und einfach nur die Natur genossen. Ich mag auch Museen und bin ein Fan der urbanen Pop- und Modeszene. Graffiti-Wände zum Beispiel finde ich sehr faszinierend. Auch das ist Kunst für mich. Das muss ich hier alles aber erst noch entdecken - wenn es die Zeit und vor allem die Corona-Regeln einmal zulassen.

Haben Sie schonmal am Eisbach im Englischen Garten vorbeigeschaut?

Choupo-Moting: Ich bin im Winter mal vorbeispaziert, aber leider soll man da wegen Corona zurzeit nicht stehenbleiben, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Es war eiskalt, ich hatte eine Daunenjacke an und da unten im Wasser waren einfach ein paar Mädels und Jungs in Neoprenanzügen - Respekt dafür. Das zeigt, was Leidenschaft ist. Ich kann leider nicht surfen, will es aber irgendwann mal ausprobieren - wenn auch vielleicht nicht sofort im Eisbach (lacht).

Choupo-Moting: "Im Internet tummeln sich viele Idioten"

Sie teilen Ihr Privatleben gerne bei Instagram. In ihrer Profilbeschreibung steht auch: "Let's stand together against all kind of discrimination." Vor welchem Hintergrund?

Choupo-Moting: Wir Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen und eine größere Reichweite haben als andere, dürfen nicht einfach wegschauen. Ich war - unter Einhaltung aller Hygiene-Regeln - auch auf der Demo in Hamburg nach dem Tod von George Floyd. Jede Aktion, jede Kampagne gegen Rassismus und Diskriminierung ist gut und wichtig. Es ist traurig, dass wir immer noch so dagegen ankämpfen müssen, aber man kann es nicht oft genug tun. Im Internet tummeln sich leider viele Idioten, die aus der Anonymität heraus Hass verbreiten.

Wie reagieren Sie auf "normale" Alltagsbeleidigungen unter Ihren Posts?

Choupo-Moting: Ich lese mir gar nicht alle Kommentare oder Nachrichten durch, weil ich weiß, dass es sich oft um sinnlose Beleidigungen handelt. Da ist die eigene Psyche gefragt. Meine Denkweise ist: Wenn mir etwas gefällt und Millionen Menschen sagen, dass ihnen das nicht gefällt, dann sage ich trotzdem, dass mir das gefällt. Man sollte immer bei sich selbst bleiben und sich nicht zu sehr von Leuten beeinflussen lassen, die man sowieso nicht kennt.

Wie gehen Sie mit sportlichen Rückschlägen um?

Choupo-Moting: Hin und wieder sage ich nach einem Spiel schon mal zu mir: "Das hättest du aber besser machen können." Aber ich bin auch keine 18 mehr, ich weiß, dass das einfach dazugehört. Es geht immer weiter. Fußball ist so schnelllebig. Du kannst heute der Held sein und morgen der Loser. Und übermorgen wieder der Held. Entscheidend ist immer, dass wir als Mannschaft Erfolg haben - wenn ich ein schlechtes Spiel mache und wir trotzdem gewinnen, kann ich es ja in der nächsten Woche schließlich wieder besser machen. Wenn ich mich seit meinem Wechsel zum FC Bayern über etwas ärgere, dann über das Pokal-Aus in Kiel. Ich wäre zu gerne mit der Mannschaft mal nach Berlin - vielleicht ja nächstes Jahr.

Choupo-Moting: "Viele Freunde fürs Leben findest du nicht"

Sie haben in Paris mit Weltstars wie Neymar oder Kylian Mbappe zusammengespielt. Wie haben Sie im Vergleich dazu das Niveau beim FC Bayern bislang wahrgenommen?

Choupo-Moting: Die individuelle Klasse ist in beiden Mannschaften auf Augenhöhe. Mich hat das Niveau an sich nicht überrascht, vielmehr habe ich es genau so erwartet. Hier sieht man auch in jedem Training, dass nicht nur eine enorme Qualität da ist, sondern auch ein enormer Wille. Alle möchten sich individuell, aber auch als Team verbessern - das ist die Mentalität des FC Bayern.

Hat einer Ihrer neuen Mitspieler Sie besonders beeindruckt?

Choupo-Moting: Wir haben so viele Weltklasse-Spieler, da wäre es unfair, nur einen herauszupicken.

Mit wem verstehen Sie sich besonders gut?

Choupo-Moting: Ein paar Jungs wie Leon Goretzka und Leroy Sane kannte ich schon vor meinem Wechsel zum FC Bayern. Ansonsten habe ich mich schnell mit David Alaba, Jo Kimmich und Serge Gnabry angefreundet. David und Serge haben zum Beispiel auch ähnliche Interessen wie ich. Sie legen viel Wert auf Mode, mögen Kunst und schauen auch andere Sportarten wie Basketball. Ein Kumpel von mir hat zum Beispiel eine Kunstgalerie und wir haben herausgefunden, dass Serge ihn auch gut kennt. Solche Hobbys verbinden uns. Es ist eine nette Abwechslung, nicht immer über Fußball zu sprechen.

Findet man im Geschäft Profifußball Freunde fürs Leben?

Choupo-Moting: Viele Freunde fürs Leben findest du nicht, weil die Distanz oft ein Hindernis darstellt. Die Kunst ist, engen Kontakt mit Mitspielern zu halten, wenn man einen Verein verlässt. Ich habe bei Stoke City zum Beispiel Kurt Zouma kennengelernt, und mit dem bin ich bis heute sehr eng befreundet. Ihn würde ich schon als Freund fürs Leben bezeichnen.

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