Basketball

Draußen! FCB-Pleite in Belgrad

Dusko Savanovic machte im Team der Bayern noch die beste Figur

Der FC Bayern hat in einem intensiven Spiel die Qualifikation für das Top 16 der Turkish Airlines Euroleague verpasst. Bei der 76:85-Niederlage gegen Roter Stern Belgrad (BOXSCORE) hatte der FCB mit der Hypothek eines schwachen Starts zu kämpfen, am Ende verließ die Münchener das Wurfglück. Nun müssen sie ihre Saison im Eurocup fortsetzen.

Im Hexenkessel von Belgrad stellten 8000 serbische Fans eine bedrohliche Kulisse dar, in deren Schatten Roter Stern mit einem riesigen ersten Viertel die Kontrolle über das Spiel übernahm. Bayern kam zwar zurück, doch am Ende wurde die gute Defensive des zweiten und dritten Abschnitts nicht belohnt.

Im Schlussviertel gelangen dem FCB lediglich 11 Punkte, während das starke Shooting den Hausherren wieder Auftrieb verschaffte. Bester Punktesammler der Partie war Quincy Miller mit 21 Zählern und 10 Rebounds, während Spielmacher Stefan Jovic mit 13 Vorlagen glänzte. Maik Zirbes kam auf 17 Punkte und 9 Rebounds.

Auf Seiten der Bayern überzeugte Dusko Savanovic (19 Punkte, 6 Rebounds), wobei auch ihn am Ende das Wurfglück verließ. Deon Thompson beendete das Spiel mit 17 Punkten und 5 Rebounds.

Bayern muss die internationale Saison nun im Eurocup fortsetzen und trifft in der Zwischenrunde des Wettbewerbs auf Ratiopharm Ulm, Dominion Basket Bilbao und Banvit Bandirma.

Die Reaktionen:

Marko Guduric (Belgrad): "Wir sind sehr glücklich und ich bin so stolz auf meine Teamkollegen, die Stadt, den Verein und unsere Fans. Danke an alle! Wir haben diese Unterstützung gebraucht. Ich hoffe, wir können so weitermachen und in der Zwischenrunde so viele Spiele wie möglich gewinnen. Wir haben es geschafft! Das ist das Wichtigste. Lasst uns feiern!"

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Die Bayern starten enorm klein mit Alex Renfroe, Bryce Taylor, K.C. Rivers, Dusko Savanovic und Deon Thompson. Ihnen gegenüber stehen Stefan Jovic, Branko Lazic, Marko Simonovic, Quincy Miller und Maik Zirbes.

4.: Der FCB bekommt einen Vorgeschmack, was die Serben drauf haben. Zirbes verwertet das Alley-Oop-Anspiel von Jovic und nach einem Miller-Block gegen Renfroe ballern Simonovic und Miller zwei Dreier rein. 13:5 Belgrad - die Halle tobt.

7.: Halte durch, Dusko! Zwei Dreier vom Veteranen, der sich als Einziger nicht von der Kulisse beeindrucken lässt, halten den FCB im Spiel. Auf der Gegenseite hämmert Zirbes den einhändigen Slam durch die Reuse und lässt noch einen Leger folgen. 29:18 Roter Stern.

13.: Bayern hat sich ein wenig besser ins Spiel gekämpft und kommt gegen Belgrads zweiten Anzug ein ums andere Mal zum Korberfolg. Thompson von der Baseline - der passt! Nur noch 26:31 aus Sicht der Deutschen.

20.: Jetzt ist es ein gleichwertiger Schlagabtausch. Thompson und Savanovic bringen den FCB näher, Miller verdoppelt das Polster der Gastgeber jedoch wieder - 44:40 Belgrad.

24.: Der Start in der zweiten Hälfte ist deutlich besser für Bayern. Die D verhindert einfache Punkte und Renfroe bringt sein Team erstmals seit der Anfangsphase mit einem Dreier und einem Layup in Führung. 48:46 München.

29.: Die Euphorie in der Arena weicht so langsam einer kollektiven Anspannung. Der FCB hat die Kontrolle über das Spiel übernommen und diktiert mit starker Verteidigung das Geschehen. Rivers schickt Stimac mit einem Dribbling zu Boden und steigt hoch für drei - bang! 65:54 Bayern.

33.: Das Momentum ist dahin. Erst lässt es Jovic vom Parkplatz klingeln, dann legt Marco Guduric per Vierpunktspiel nach. Noch ist Bayern vorn, doch das Publikum ist nach dem 9:0-Run wieder da. 67:65 FCB.

38.: Hektische Schlussphase auf beiden Seiten. Sowohl Roter Stern als auch der FCB leisten sich jetzt mehrere Ballverluste und nervöse Abschlüsse. Rivers lässt einen Freiwurf liegen, Zirbes verwertet and one in der Zone - 78:74 Belgrad.

40.: Savanovic vergibt von Downtown, Rivers' Dreier springt wieder aus dem Korb. Auf der Gegenseite findet Jovic mit seinem 13. Assist in der Ecke Miller - bang! Der Dolchstoß! Roter Stern gewinnt und Bayern muss in den Eurocup. 85:76 der Endstand.

Belgrad gegen Bayern: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Quincy Miller. Feuerte von Beginn an aus allen Lagen und war der Hauptgrund dafür, dass Belgrad die Anfangsphase dominierte. Verlor zwischenzeitlich seinen Rhythmus, doch rechtzeitig zur Crunchtime war er wieder da und beendet Bayerns Euroleague-Saison.

Der Flop des Spiels: Bryce Taylor. Der FCB-Guard wirkte verunsichert und hatte nicht das Selbstvertrauen, das es in dieser Umgebung gebraucht hätte. Scheute die Verantwortung und nahm in 26 Minuten nur vier Würfe. Am Ende stand er bei 4 Punkten, 3 Rebounds und 3 Assists. Ebenfalls schwach: Die Defense von John Bryant und K.C. Rivers.

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Das fiel auf:

  • Unglücklicher Beginn für Bayerns Big Men. Nach vier Minuten hatte Thompson zwei Fouls auf dem Konto, vier Minuten später hatte sich auch Bryant zwei Pfiffe eingehandelt. Der junge Andreas Seiferth musste daher schon früh rein und auch die Teamfoulgrenze war im ersten Viertel schon nach fünf Minuten überschritten.
  • Auffällig bei Belgrad war die Abhängigkeit von Jovic. Saß der Spielmacher auf der Bank, fehlte den Hausherren die Struktur in der Offensive. Die Ballstafetten am Perimeter flößten Bayerns Defensive wenig Angst ein, die Big Men wurden ebenfalls kaum gefüttert. Es folgte oft auf ein gut verteidigter Sprungwurf.
  • Nachdem Zirbes Bryants Anwesenheit auf dem Parkett vor der Pause gut ausnutzen konnten, brachte Pesic seinen Center in der zweiten Hälfte erst, als der Deutsche draußen saß. Mit Small Ball überstand Bayern diese Phase dank guter Defensive, vor allem Zipser machte einen guten Job gegen Miller.
  • Savanovic war in der Anfangsphase die Lebensversicherung der Bayern. Ohne ihn hätten die Münchener schon nach zehn Minuten das Handtuch werfen können. Musste immer wieder gegen Zirbes aushelfen und hielt den Bullen häufig gut vom Brett weg.
  • Ein wichtiger Faktor für den Sieg war die Dreierquote der Serben, die am Ende bei starken 41 Prozent lag. Bayern kam lediglich auf 28 Prozent von Downtown - vor allem wegen des schlechten Schlussviertels. Darüber hinaus erarbeitete sich Roter Stern rund doppelt so viele Freiwürfe wie der FCB (21:10).

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