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NFL Recap: Tampa Bay Buccaneers vs. Kansas City Chiefs 31:41 - Magic Mahomes zaubert ultra-kreative Chiefs zum Statement-Sieg in Tampa

Patrick Mahomes brillierte gegen die Tampa Bay Buccaneers.

Die Kansas City Chiefs haben das Sunday Night Game in Woche 4 bei den Tampa Bay Buccaneers 41:31 gewonnen und dabei vor allem offensiv mit überragender Kreativität überzeugt. Patrick Mahomes war kaum zu halten, doch auch seine Kollegen glänzten mit dem einen oder anderen Trickspielzug.

Buccaneers vs. Chiefs: Auf einen Blick

  • Patrick Mahomes war nicht zu halten, nicht durch die Luft und nicht auf dem Boden. Speziell seine Scrambles waren wie üblich sehenswert und entschieden das Spiel.

  • Die Chiefs griffen gleich mehrfach in die Trickkiste und erzielten zwei Touchdowns durch exotische Spielzüge oder Formationen. Im Gegensatz dazu waren die Buccaneers defensiv eher konservativ unterwegs und blitzten vor allem deutlich seltener als für Todd Bowles üblich.

  • Die Bucs verloren den Turnover-Battle und brachten sich damit gleich mehrfach ins Hintertreffen. White verlor einen Fumble beim ersten Kick-Off-Return, Brady einen im zweiten Viertel. Auf beide Turnovers folgten Chiefs-Touchdowns.

Tampa Bay Buccaneers vs. Kansas City Chiefs: Die Analyse

Das Spiel begann für die Hausherren denkbar schlecht. Rookie-Running-Back Rachaad White verlor bereits beim ersten Kick-Off-Return einen Fumble, der den Chiefs den Ball an der 21 der Bucs gab. Zwei Spielzüge später fand Patrick Mahomes einen offenen Travis Kelce für einen 16-Yard-Touchdown-Catch. Kelce war aus einer Bunch-Formation heraus auf einer In-Breaking-Route mit Stop-and-Go-Move in die Mitte gegangen und keiner ging mit.

Den Bucs gelang danach nur ein Field Goal, was den Gästen den Ball schnell zurückgab. Und dann übernahm Mahomes, der sich aus einer engen Umklammerung von Blitzer Cornerback Carlton Davis befreite und einen Pass bei 3rd Down anbrachte. Wenig später lief Clyde Edwards-Helaire aus der Wildcat heraus nach Hand-Off von "QB" Jerick McKinnon zu einem 3-Yard-Touchdown.

Wenig später setzte Mahomes in der Red Zone zu einem epischen Scramble samt Spin-Move direkt vor einem kurzen 2-Yard-TD-Pass auf Edwards-Helaire an. Die Bucs reagierten darauf mit aggressiverem Spiel, weg von den bis dahin üblichen kurzen Pässen und dafür mehr Pässen Downfield. Brady warf schließlich einen 13-Yard-Touchdown-Pass in die Endzone zu Mike Evans.

Defensiv gelang den Bucs dann ein Stopp bei 4th Down, was ihnen aber nichts brachte, denn direkt im folgenden Play verlor Brady bei einem Sack durch L'Jarius Sneed einen Fumble, der KC wieder in Position brachte. Erneut ging es bis tief in die Red Zone und erneut griff Andy Reid tief in die Trickkiste. Während Mahomes in der Shotgun stand und Audibles gab, ging Tight End Noah Gray per Pre-Snap-Motion in die Mitte under Center und lief essentiell einen QB-Sneak von der 1 zum Touchdown. Pausenstand 28:10 Chiefs.

Buccsaneers vs. Chiefs: Entscheidung im dritten Viertel

Nach dem Break gelangen den Gästen 10 Punkte in Serie, darunter Mahomes' 10-Yard-TD-Pass auf Tight End Jody Fortson, der als einziger Receiver auf einer Seite stand, während vier weitere auf der anderen Seite postiert waren. One-on-One war er nicht zu stoppen. Die Vorentscheidung war damit Mitte des dritten Viertels gefallen. Es folgten noch Garbage-Time-Touchdowns durch White und Fournette in Folge einer späten Interception von Mahomes, doch die Zeit für ein echtes Comeback reichte nicht.

Die Bucs bekamen vor dem Spiel die zuletzt verletzten Wide Receiver Chris Godwin und Julio Jones zurück, doch gerade Letzterer war kaum ein Faktor. Zu allem Überfluss zog sich Tight End Cameron Brote vor der Pause offenbar eine Gehrinerschütterung zu und kam nicht mehr aus der Kabine.

Tampa Bay Buccaneers (2-2) - Kansas City Chiefs (3-1)

Ergebnis: 31:41 (3:14, 14:14, 7:10, 7:3) BOXSCORE

Buccaneers vs. Chiefs - die wichtigsten Statistiken

  • Mahomes' 2-Yard-Touchdown-Pass auf Edwards-Helaire gingen 39,4 Scramble-Yards voraus. Das war nun schon Mahomes' 4. Touchdown-Pass, nachdem er für mindestens 30 Yards gescrambelt hatte. Kein anderer Quarterback der NFL hat seit 2018 mehr als einen solcher Touchdown-Pässe.
  • Zudem waren die 39,4 Yards die drittmeisten Scramble-Yards vor einem Touchdown-Pass über die letzten 5 Spielzeiten. Mehr hatten nur Sam Darnold (46,8 Scramble-Yards) und Mahomes selbst (40,2).
  • Mahomes klettert weiter die Rekord-Start-Liste hoch. In seinen ersten sechs Saisons hat er nun schon 162 Touchdown-Pässe. Nur Dan Marino (196) und Peyton Manning (167) hatten in diesem Zeitraum noch mehr.
  • Die Bucs verabschiedeten sich schon früh vom eigenen Run Game und setzten voll auf Pässe von Tom Brady. Am Ende standen 52 Passspielzüge lediglich 6 Laufspielzügen gegenüber.
  • 41 Punkte sind die meisten, die die Bucs unter Defensive Coordinator und nun Head Coach Todd Bowles seit 2019 zugelassenen haben.

Der Star des Spiels: Patrick Mahomes (Quarterback, Chiefs)

Mahomes zeigte in diesem Spiel eindrucksvoll, was mit dieser Offense möglich ist. Er machte keine nennenswerten Fehler, brillierte zudem, wenn er aus dem Scheme ausbrach und selbst kreativ wurde mit seinen Beinen und seinem Arm. Wenn er so auftritt, wird es schwer, dieses Konstrukt zu stoppen.

Der Flop des Spiels: Defense (Buccaneers)

Mahomes wäre wohl nur mit einer perfekten Defensivleistung zu stoppen gewesen. Diese jedoch blieb schon deshalb aus, weil das Konzept nicht gepasst hat. Man überließ ihm weitestgehend die Underneath-Routes und ließ ihn immer wieder aus der Pocket ausbrechen. Anpassungen, etwa mehr Press Coverage oder mehr Blitzing, wofür Bowles eigentlich gebkannt ist, blieben lange Zeit aus. Als dann ein paar kleinere Anpassungen kamen, war das Spiel im Grunde schon entschieden.

Analyse: Buccaneers vs. Chiefs - die Taktiktafel

  • Die Chiefs nahmen das, was ihnen die Defense der Bucs gab. Und das war eine ganze Menge. Todd Bowles setzte sehr lange auf 2-High-Looks, Zudem schickte bestand der Pass Rush meist nur aus vier Mann, geblitzt wurde für Bowles' Verhältnisse sehr selten und darüber hinaus trennte sich Mahomes in der Regel schnell vom Ball mit kurzen Pässe zur Seite und über die Mitte, wenn die Linebacker ebenfalls zurückgezogen spielten.

  • Stichwort Linebacker: Lavonte David war dieses Mal nicht konsequent auf Travis Kelce abgestellt. Häufig versuchten sich auch die Safetys mit Kelce, der kaum gedoppelt wurde. Auch wurden seine Routes nicht konsequent an der Line gestört, was ihm immer wieder einen freien Release und dann sehr viel Platz über die Mitte gab.

  • Auffällig war gerade zu Beginn auch, wie undiszipliniert die Down-Linemen der Bucs waren. Es gelang ihnen viel zu selten, Mahomes in der Pocket zu halten, der dann immer wieder Running Lanes fand und ausnutzte. Erst nach der Pause sah man des Öfteren einen Spy - meist Linebacker Devin White, der half, Mahomes' Kreise etwas einzuschränken.

  • Der Bucs-Offense fehlte es anfangs an Struktur und vor allem an blindem Verständnis im Passspiel, wenn man so will. Brady warf viele kurze Pässe und die Receiver liefen sehr simple Routes. Eigentlich lief nur Evans anspruchsvollere, vertikale Routes. Selbst Godwin, der eben lange fehlte, wurde meist nur auf Curls und Comebacks gesucht. Alles See-and-Throw-Pässe, kaum etwas in Bewegung, was es sehr schwierig machte, Yards nach dem Catch zu erzielen.

  • Ob das aus Überzeugung passierte oder aus purer Verzweiflung ob des frühen großen Rückstands sei dahingegstellt, aber die Bucs trennten sich schon früh gänzlich vom Run Game, das zu Beginn nicht funktionierte. Sie legten den Ball in die Hände von Brady, was sie aber auch recht eindimensional machte und es Chiefs-Defensive-Coordinator Steve Spagnuolo erlaubte, schnell aggressiver zu werden und Bltzer zu schicken, was Brady des Öfteren zusetzte.
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