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Die breiteste Spitzengruppe seit Jahren: Das Draft-Receiver-Ranking

SPOX-Redakteur Adrian Franke stellt die Top-Receiver in der diesjährigen Draft-Klasse vor.
© getty

5. Garrett Wilson, Ohio State

Receiver-Typ: Z-Receiver

Stärken:

  • Ein Akrobat am Catch-Point. Wilson verfügt über Elite-Körperkontrolle, er hat eine ganze Reihe an spektakulären Catches weg vom Körper, wo er ungenaue Pässe noch korrigiert.
  • Arbeitet mit kleinen Körpertäuschungen in der Route, agiert auf einem sehr hohen Grund-Tempo. Schnelle Füße, legt sich Cornerbacks zurecht. Scheint ein gutes Gefühl für Routes und für Verteidiger zu haben, und weil er dann auf einem sehr hohen Tempo arbeitet, ist er brandgefährlich.
  • Sehr agil nach dem Catch. Ein "Glider" mit dem Ball in der Hand. Wahnsinnig shifty, hatte laut PFF 19 Forced Missed Tackles in der vergangenen Saison. Kam auch bei Jet Sweeps und dergleichen zum Einsatz, gute Beschleunigung.
  • Seine Agilität und Beschleunigung ist auch beim Release sichtbar. Kann schnell Separation kreieren
  • Wilson ist ein exzellenter Allrounder, für mich eine Bilderbuch High-End-Nummer-2. Mir würde Wilson am besten neben einem echten X-Receiver gefallen, sodass man ihn herumschieben, Underneath arbeiten und flexibel einsetzen kann.

Schwächen:

  • Manchmal fehlt ein wenig das "Feuer" in seinem Spiel. Und ja, das ist sehr vage formuliert, es fiel mir auch schwer, das wirklich gut in Worte zu fassen. Etwas konkreter: Teilweise ist er zu aufrecht und verliert dadurch an Kompaktheit, Explosivität und auch an Schärfe in den Cuts.
  • Ich hatte auch den Eindruck, dass er Probleme hat, sich in der Route zu lösen, wenn er mal - warum auch immer - nicht gerade auf Highspeed agieren kann.
  • Spielt mit wenig Physis. DeVonta Smith ist nochmal eine ganze Ecke leichter, bei ihm aber hat man das im College Tape kaum gemerkt. Bei Wilson schon, ob in der Route, bei Jump Balls, oder eben auch als Blocker.
  • Teilweise macht er sich das Leben auch zu schwer und wählt den "spektakulären" statt den geradlinigen Weg.

SPOX-Empfehlung: 1. Runde

4. George Pickens, Georgia

Receiver-Typ: X-Receiver

Stärken:

  • Pickens hat ohne Frage ein Talent für Big Plays und auch für Highlight-Catches. Er verfügt über eine exzellente Körperkontrolle, und das gepaart mit seinem Catch-Radius sorgt für den einen oder anderen Zirkus-Catch.
  • Zeigt in diesen Situationen auch gute Hände, vor allem aber bewegt er sich sehr smooth, gerade für seine Größe. Dreht sich nach dem Catch schnell um die eigene Achse und holt so auch Yards nach dem Catch raus.
  • In der Route kreiert er mehr Separation als ich erwartet hatte. Insbesondere vertikale Routes und tiefere In-Breaker habe ich mir häufig positiv notiert.
  • Pickens mag kein Speedster sein, aber er hat diese langen Schritte, mit denen er sehr schnell raum überbrücken und hinter die Defense kommen kann. Bei der Combine war er sogar tendenziell schneller als gedacht.
  • Und dann ist er sehr subtil mit ein wenig Kontakt in der Route, kleinen Körpertäuschungen, und löst sich damit auch mal noch später im Play.
  • Pickens kann auch mal blocken.

Schwächen:

  • Pickens hatte im Frühjahr 2021 einen Kreuzbandriss erlitten und dann nur 35 Pass-Plays in der vergangenen Saison gespielt.
  • Medizinisch werden Teams bei ihm also genau draufschauen, aber auch was seine sportliche Entwicklung angeht, sind einige Zweifel berechtigt. Pickens stürmte 2019 auf die Bühne - und konnte daran nur noch bedingt anschließen. Manche Teams werden ihn vielleicht bereits schon nahe am Maximum seiner Entwicklung sehen.
  • Pickens ist kein Speedster und nicht der explosivste Outside-Receiver.
  • Der gelegentliche Concentration Drop fiel auf seinem Tape auf.
  • Teilweise hätte ich mir angesichts seiner Statur und seiner Rolle sogar noch mehr Physis am Catch Point gewünscht.

SPOX-Empfehlung: 1. Runde

3. Jameson Williams, Alabama

Receiver-Typ: Outside-Speedster

Stärken:

  • Der Speed-Receiver in diesem Draft, und bei Williams ist es nicht einfach nur der Long-Speed. Er beschleunigt exzellent und punktet mit Explosivität, bewegt sich sehr smooth und setzt scharfe Cuts in der Route.
  • Zwölf Deep Catches in der vergangenen Saison, für über 600 Yards und acht Touchdowns - allein bei Pässen 20 Yards Downfield. Die Beschleunigung ist dabei der eindrucksvollste Part. Williams nimmt Tempo raus, schaltet dann wie auf Knopfdruck wieder drei Gänge hoch. Er variiert sein Tempo auf eine Art und Weise, dass Cornerbacks schlicht nicht mehr mithalten können.
  • Und das ist ein wichtiger Part bei ihm: Williams ist nicht einfach nur schnell, sondern er kann sein Tempo so variieren, dass es ihn auch bereits zu einem gefährlichen Route-Runner macht. Ist zudem für einen Speedster ein ungewöhnlich großer Receiver, sodass er auch einen gewissen Catch-Radius mitbringt.
  • Variiert auch seinen Release, hat schnelle Füße und kann mit den ersten Schritten gewinnen. Beschleunigung kommt auch bei Screens und im Kurzpassspiel durch.
  • High-School-Star in der Leichtathletik. Hat Ezekiel Elliotts State-Rekord über 300 Meter Hürden gebrochen.

Schwächen:

  • Williams ist ein leichter Receiver, und teilweise fällt das auf. Kann auch mal aus der Route gepusht werden. Als Blocker fast gar nicht zu gebrauchen.
  • Die Größe ist als Route-Runner hin und wieder auch ein Nachteil. Williams hat nicht die gleiche Short Area Quickness wie Jaylen Waddle beispielsweise, dafür agiert er nicht kompakt genug. Sein Route-Running insgesamt könnte noch nuancierter sein. Williams' Spiel ist nicht nur Straight-Line-Speed, aber es ist in erster Linie Straight-Line-Speed.
  • Williams hat sich im National Championship Game das Kreuzband gerissen. Durchaus möglich also, dass er erst im Laufe seiner Rookie-Saison irgendwann wirklich eine Rolle spielen kann.

SPOX-Empfehlung: Top 20

2. Chris Olave, Ohio State

Receiver-Typ: Z-Receiver/High-End Nummer 2

Stärken:

  • Mr. Smooth! Kein Receiver dieser Klasse hat mir mehr Spaß gemacht. Ein fantastischer Route-Runner, nicht spektakulär, aber unheimlich effizient in seinen Bewegungen. Subtile Körpertäuschungen, legt sich seine Gegenspieler zurecht, bringt Cornerbacks regelmäßig aus dem Gleichgewicht.
  • Kombiniert das Route-Running mit einem guten Release, und: Olave hat Speed, den man nicht unterschätzen sollte! Er gewinnt vertikal und wurde von Ohio State so auch eingesetzt. Seine durchschnittliche Target-Tiefe von fast 16 Yards unterstreicht das.
  • Olave hat ein exzellentes Gefühl für den Raum und eine sehr gute Körperkontrolle. Außerdem ist er der vielleicht beste Ball-Tracker dieser Klasse. Sehr gut darin, den Ball auch spät Downfield zu "finden" und sich dann neu zum Ball auszurichten, was zu spektakulären Catches führt - die bei Olave aber häufig einfach aussehen.
  • Kann Outside und im Slot spielen, hat bei Ohio State beides gemacht. Konstanter Receiver über die Mitte des Feldes.
  • Ich musste bei Olave in der Art und Weise, wie er das Route-Running angeht und wie gut er Räume lesen kann an Justin Jefferson denken.
  • Sehr konstante Touchdown-Production bei Ohio State. Zwölf Touchdowns 2019 (13 Spiele), sieben 2020 (7 Spiele) und dann 13 in der vergangenen Saison (11 Spiele).

Schwächen:

  • In gewisser Weise war Olave sinnbildlich für diese Klasse, denn auch bei ihm habe ich etwas länger gebraucht, um mit ihm warm zu werden. Denn: Er hat keine Traits, die einen direkt anspringen. Er ist kein High-End-Speedster, kein Contested-Catch-Monster, der primäre Trumpf in seinem Spiel liegt nicht so auf der Hand wie bei anderen Receivern dieser Klasse.
  • Nicht der physischste Spieler. Teilweise merkt man das auch, wenn er mit dem Ball in der Hand Plays machen will.
  • Er ist nicht unbedingt der dynamischste Receiver in dieser Klasse, er hat nicht die High-End-Explosivität, die andere Receiver haben.

SPOX-Empfehlung: Top 20

1. Drake London, USC

Receiver-Typ: X-Receiver/Big Slot

Stärken:

  • Zwei Dinge springen einen bei London direkt an: Die Größe - und wie gut er sich trotz der Größe bewegt. Ist agil auch nach dem Catch, lässt Gegenspieler aussteigen, Richtungswechsel sind fließend und schnell. 22 Forced Missed Tackles laut PFF in der vergangenen Saison, und das in nur acht Spielen.
  • Die Körperkontrolle ist außergewöhnlich für seine Größe. London ist dominant am Catch Point, ja, aber man würde ihm nicht gerecht werden, wenn man ihn als reinen Contested-Catch-Receiver abstempeln würde. Er kann das, und hatte auch jede Menge Targets bei Backshoulder-Pässen: Mit 19 (!) Contested Catches führte er den College Football in der vergangenen Saison an, und das obwohl er nur acht Spiele gemacht hat.
  • Großer Frame, starke Hände am Catch Point. Setzt seinen Körper gut ein, schirmt den Ball gut ab. Wirkt clever am Catch Point, mit späten Bewegungen, ein wenig gut getimtem Körperkontakt. Wird direkt eine Waffe in der Red Zone sein.
  • Er spielt mit Physis, was sein Verhalten als Contested-Catch-Receiver angeht, hat er mich ein wenig an Mike Evans erinnert. Auch als Blocker überall physisch.
  • Aber London kann mehr als das: Route-Running insgesamt war besser als erwartet, und während er kein Sprinter sein mag, kommt er mit langen Schritten schnell hinter die Defense. War das klare Nummer-1-Target in der Offense und gewann trotzdem Woche für Woche. Über 1.000 Yards und sieben Touchdowns in acht Spielen.

Schwächen:

  • Explosivität und generell Speed sind nicht seine Trumpfkarte. Insbesondere sein Speed ist einfach überschaubar. London kreiert mehr Separation als ihm teilweise zugutegehalten wird, aber er wird dennoch auf dem nächsten Level einen Quarterback brauchen, der ihm auch in engen Fenstern vertraut. Gerade Downfield.
  • Mangel an Speed fällt teilweise auch bei In-Breaking-Routes auf. Da würde ich mir auch wünschen, dass er seinen Körper noch besser einsetzt.
  • Hatte den gelegentlichen Drop in seinem Spiel, das ist mir einige Male aufgefallen.
  • Ein Knöchelbruch beendete die vergangene Saison für ihn vorzeitig. Das sollte seine Rookie-Saison nicht beeinträchtigen, aber es wird bei Teams zumindest kurz angebracht werden.

SPOX-Empfehlung: Top 15

Das Draft-Receiver-Ranking 2022 im Überblick

PlatzierungSpielerCollegeRundenempfehlung
1.Drake LondonUSCTop 15
2.Chris OlaveOhio StateTop 20
3.Jameson WilliamsAlabamaTop 20
4.George PickensGeorgia1. Runde
5.Garrett WilsonOhio State1. Runde
6.Treylon BurksArkansas1. Runde
7.Jahan DotsonPenn StateFrühe 2. Runde
8.Alec PierceCincinnati2. Runde
9.Calvin Austin IIIMemphis2. Runde
10.Skyy MooreWestern Michigan2.-3. Runde
11.Justyn RossClemson2.-3. Runde
12.John Metchie IIIAlabama3. Runde
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