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NFL

Die breiteste Spitzengruppe seit Jahren: Das Draft-Receiver-Ranking

SPOX-Redakteur Adrian Franke stellt die Top-Receiver in der diesjährigen Draft-Klasse vor.
© getty

10. Skyy Moore, Western Michigan

Receiver-Typ: Slot-Receiver/Gadget-Spieler

Stärken:

  • Die Beschleunigung vom Snap weg hat mir sehr gut gefallen. Hat häufig mit den ersten Schritten gewonnen, mit dem Release und den Beschleunigungen auf den ersten Schritten in der Route. Sollte auch Press-Coverage in der NFL schlagen können, schwer zu greifen an der Line of Scrimmage.
  • Ein absolutes Monster mit dem Ball in der Hand bei Western Michigan. PFF listet ihn bei 26 erzwungenen Missed Tackles, Platz 1 im College Football letztes Jahr. Agilität ist dabei sein Trumpf.
  • Sollte in der Folge zumindest schnell eine Gadget-Rolle einnehmen können. Screens, Jet Sweeps, schnelle In-Breaker - Moore den Ball im Raum in die Hand zu geben ist eine einfache Formel für frühen Profit.

Schwächen:

  • Was man sich bei Moore klarmachen muss, ist, dass er vielleicht zum Start auch mehr über die Gadget-Rolle den Sprung von Western Michigan Richtung NFL schaffen muss. Denn gerade als Route-Runner hat er noch klare Defizite.
  • Moore hat bei Western Michigan viel mit seiner Agilität und Athletik gewonnen, das wird sich so nicht auf die NFL übertragen. Ein ähnliches Problem ließ sich letztes Jahr im Pre-Draft-Prozess auch bei Kadarius Toney feststellen, nur dass Toney nochmal ein ganz anderes Level gerade in puncto Explosivität hatte.
  • Er ist in der Route zwar wahnsinnig aktiv, aber kreiert damit noch viel zu selten Separation. Zu viele verschwendete Bewegungen, zu wenig ausgereifter Plan als Route-Runner.
  • Er ist eher klein, und das wird sich in der NFL noch mehr bemerkbar machen. Catch-Radius wird limitiert sein, der vertikale Route-Tree, den er im College gelaufen ist, war sehr überschaubar.

SPOX-Empfehlung: 2.-3. Runde

9. Calvin Austin III, Memphis

Receiver-Typ: vertikaler Slot Receiver/Gadget-Spieler

Stärken:

  • Die Beschleunigung ist außergewöhnlich. Ein absoluter High-Speed-Spieler, und in Kombination mit seiner Agilität ist er damit kaum zu greifen. Austin fing in der vergangenen Saison genau so viele Deep Balls wie Christian Watson bei North Dakota.
  • Das unterscheidet Austin in meinen Augen auch von Kentuckys Wan'Dale Robinson oder auch von Skyy Moore: Austin hat tatsächlichen High-End-Speed und kommt aus dem Slot konstant hinter die Defense. Er sollte die vertikale Slot-Rolle einnehmen können, die wir in der NFL mittlerweile als festen Bestandteil mehrerer Offenses sehen.
  • Austin hat einen guten Release und nimmt dann schnell Tempo auf. Damit kann er Cornerbacks erhebliche Probleme bereiten. Und das ist auch kritisch für sein Spiel: Als kleinerer Receiver muss er klarer Separation kreieren und früh im Play gewinnen, um ein Wurffenster zu kreieren. Austin kann das.
  • Route-Running ist weiter als bei Moore. Arbeitet mit Stutter Steps, variiert sein Tempo, bringt Cornerbacks mit Körpertäuschungen aus dem Gleichgewicht.
  • Hat auch gezeigt, dass er es mit künftiger NFL-Competition aufnehmen kann: 2020 gelangen Austin sieben Catches für 121 Yards gegen die starke Cincinnati-Secondary. Ließ dabei auch Ahmad Gardner in Press-Man-Coverage aussteigen.

Schwächen:

  • Er ist sehr klein; in etwa Rondale-Moore-Maße in der Höhe, Moore allerdings war gute zehn Pfund schwerer bei der Combine als Austin. Das geht mit logischen Limitierungen einher: Er hat einen kleinen Catch-Radius, er wird am Catch Point häufiger auch verlieren, er kann auch mal aus der Route geschoben werden.
  • Erster Kontakt kann ihn auch mit dem Ball in der Hand mal zu Boden bringen. Er ist darauf angewiesen, dass er konstant Separation kreiert.
  • Er wird dementsprechend ein Stück weit limitiert sein was seine Rolle in der NFL angeht und braucht einen Play-Caller, der ihn mit dem Ball in der Hand in den Raum bringt. Aber mit der Explosivität und mit dem Speed, mit dem er vertikal gewinnen kann, traue ich ihm trotzdem eine Impact-Rolle zu.

SPOX-Empfehlung: 2. Runde

8. Alec Pierce, Cincinnati

Receiver-Typ: Nummer 2 Outside Receiver

Stärken:

  • Überraschend schnell, trotz guter Größe und Physis. Hat regelmäßig vertikal gewonnen und da auch Plays gemacht.
  • Mir hat die Explosivität in seinen Routes gefallen, insbesondere wenn er stoppt und/oder zum Ball zurückkommt. Dazu gute Hände, er fängt den Ball auch weg vom Körper oder trotz bevorstehendem Hit.
  • Gute Physis in seinem Spiel, williger Blocker, physisch am Catch Point, gewinnt Jump Balls, richtet sich in der Luft zum Ball neu aus und attackiert den Ball. Mit dem Ball in der Hand spielt er trotz seiner Größe relativ kompakt.
  • Hat bei Cincinnati im Slot und Outside gespielt. Konnte Press Coverage schlagen, ist gut von der Line of Scrimmage weg gekommen. Schnelle Füße, gute Quickness auf den ersten Schritten. Behauptet sich gegen Man Coverage.
  • Gute Athletik, einfach ein sehr guter Allrounder, in dem ich in der NFL was die Projection angeht eine High-End-Nummer-2 sehe.

Schwächen:

  • Pierce macht viele Sachen gut, aber wenige auf Elite-Level. Das war einer meiner zentralen Takeaways bei seiner Analyse. Er hat nicht die Elite-Upside, die andere mitbringen, auch in dieser Klasse, die in der höchsten Spitze nicht ganz so stark ist wie beispielsweise die Klasse im Vorjahr.
  • Er ist auch nicht der spektakulärste Route-Runner, teilweise hätte ich mir da noch mehr Konstanz gewünscht. Bleibt da schon auch immer wieder mal hängen.
  • Eher kein YAC-Receiver. Da sieht man die mangelnde High-End-Athletik teilweise.

SPOX-Empfehlung: 2. Runde

7. Jahan Dotson, Penn State

Receiver-Typ: Slot Receiver

Stärken:

  • Der beste "echte" Slot-Receiver in diesem Draft. Dotson erinnert mich an Jarvis Landry, ein super verlässliches Target im Kurzpassspiel. Bewegt sich Underneath wahnsinnig gut, findet Lücken und Räume. Ein sehr aufmerksamer, smarter Receiver.
  • Aber er kreiert auch Separation als Route-Runner. Mir gefallen die kleinen Körpertäuschungen, die subtilen Bewegungen. Das ist ein klarer Gegensatz beispielsweise zu Skyy Moore - Dotson ist als Route-Runner schon deutlich reifer.
  • Verfügt zudem über eine sehr gute Körperkontrolle, bewegt sich sehr smooth und hat dabei gute Cuts.
  • Hat einiges an spektakulären Catches, auch weg vom Körper, gezeigt. Hände sehen sehr gut aus.

Schwächen:

  • So gut Dotson technisch in vielen Bereichen bereits ist - athletisch gibt es, wenn wir vom höchsten Level - also First-Round-Receiver - sprechen, einige Limitierungen.
  • Er ist nicht herausragend explosiv oder schnell, er ist auch nicht der physisch stärkste Receiver. Sein Spiel ist nicht übermäßig dynamisch; so gewinnt er nicht. Dotson lebt von seiner Technik, seiner Vision und seinem Spielverständnis.
  • Mit den Limitierungen sehe ich ihn primär im Slot. Im College hat er auch Outside gespielt.

SPOX-Empfehlung: Frühe 2. Runde

6. Treylon Burks, Arkansas

Receiver-Typ: Big Slot/perspektivisch X-Receiver

Stärken:

  • Die Kombination aus Größe, Physis und Beschleunigung ist selten. Burks ist ein unheimlich physischer Receiver am Catch Point, toughe Catches über die Mitte sind kein Problem. Attackiert den Ball in der Luft aggressiv. Körperkontrolle am Catch Point ist exzellent.
  • Auch nach dem Catch kommen seine Physis und seine Beschleunigung voll zur Geltung. Da war er ein echtes Problem für Defenses, kann mit dem Ball in der Hand Winkel für einen Verteidiger zerstören.
  • Spielt wie ein Bully, auch als Blocker. Sollte direkt eine ausgeprägte Rolle bei Jet Sweeps, Screens, kurzen Swing Routes und dergleichen übernehmen können. Aber wenn er auf den ersten Schritten gewinnt, war er häufig auch blitzartig hinter der Defense.
  • Burks ist die Art Receiver, auf den ich Ende der ersten Runde zocken würde. Wenn es seinen NFL-Coaches gelingt, ihn im Route-Running vielseitiger und effizienter zu machen, schlummert hier das Potenzial eines echten Nummer-1-Receivers.

Schwächen:

  • Je länger ich mich mit Burks beschäftigt habe, desto schwieriger fiel mir seine Projection Richtung NFL. Bei Arkansas hat er 77 Prozent seiner Snaps im Slot gespielt, diese X-Receiver-Rolle, in die er teilweise prognostiziert wird, hat er kaum gespielt - PFF listet ihn bei gerade einmal 39 Snaps gegen Press Coverage in der gesamten vergangenen Saison.
  • Und man sieht hier auch klare Defizite als Route-Runner. Da hat er immer wieder mal gute Ansätze, aber viel zu häufig wirkt es ziemlich planlos, wenn er nicht mit dem Release plus seiner Beschleunigung gewinnen kann. Dann läuft er in den Gegenspieler fast rein, will eher durch ihn durchwalzen als dass er Separation kreieren würde. Er setzt da voll auf seine Physis, und das wird in der NFL vermutlich schwieriger.
  • Ich hatte dann gehofft, dass er in eine Art Deebo-Samuel-Rolle gehen kann; ein Power-Slot, der auch mal aus dem Backfield und im erweiterten Jet-Sweep-Game arbeitet. Dafür aber waren seine athletischen Tests dann doch etwas ernüchternd. Gerade in puncto Explosivität war er längst nicht auf dem erhofften Level, und das hat die Deebo-Samuel-Vergleiche für mich doch deutlich runter gekühlt. Hatte auch nicht die erhoffte Power in den Tests.
  • All das heißt nicht, dass er sich in einzelnen Bereichen nicht noch deutlich weiterentwickeln kann. Wenn er ein besserer Route-Runner Outside und gegen Press wird, dann kann er ohne Frage in drei Jahren der beste Receiver dieser Klasse sein. Für den Moment aber sehe ich ihn eher als Big Slot und Gadget-Receiver.

SPOX-Empfehlung: 1. Runde

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