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NFL

Mailbag: Bengals-Nachahmer - wer kann 2022 ähnlich überraschen?

SPOX-Redakteur Adrian Franke beantwortet eure Fragen nach dem Super Bowl und zum Start der Offseason.
© getty

Der NFL-Mailbag beantwortet zum Start der Offseason Eure Fragen: Welche Teams könnten eine ähnliche Märchen-Saison erleben wie die Cincinnati Bengals? Wer könnte, ähnlich wie die Rams, All-In gehen? Und wie könnte ein Trade für Jimmy Garoppolo aussehen?

Außerdem: Waren die Bengals nur ein One-Hit-Wonder? Und welche Lehren lassen sich aus dieser Saison mit Blick auf die Free Agency mitnehmen?

SPOX-Redakteur Adrian Franke beantwortet eure Fragen nach dem Super Bowl und zum Start der Offseason, diese Woche auch wieder mit zusätzlichen Fragen im Video-Mailbag.

Mailbag: Welches Team überrascht ähnlich wie die Bengals?

Michael Mertens: Bei welchem Team mit Losing-Record siehst du das Potenzial, einen ähnlichen Run hinzulegen wie die Bengals, wenn man die Offseason richtig angeht?

Die Entwicklung der Bengals ist ja schon sehr spezifisch. Cincinnati hatte zwar seinen Quarterback schon im Vorjahr gefunden, wirkte aber teilweise doch noch ziemlich verloren. Die Bengals hatten mit Burrow mit das schlechteste vertikale Passspiel in der NFL, die Offensive Line war eine Katastrophe, und einige der besten Verteidiger verlor man dann in der Free Agency.

Dementsprechend waren die Prognosen verhalten, auch bei mir. Ich dachte, dass Trey Hendrickson und Chidobe Awuzie eher Downgrades zu den abgewanderten Carl Lawson und William Jackson sein würden, und während man einen positiven Effekt durch Ja'Marr Chase sicher antizipieren konnte, war dieser extreme Sprung gerade was die Explosivität der Offense angeht in dem Ausmaß natürlich nicht zu erwarten.

Sprich, die realistische Frage wäre dann: Welches Team aktuell ist noch ein wenig im Nirgendwo, mit sehr offener Prognose und vielen Fragen, könnte aber einen überraschenden Sprung auch innerhalb der eigenen Division hinlegen und potenziell in den Playoffs - wobei ich hier immer wieder darauf hinweisen würde, dass Glück gerade hier auch ein riesiger Faktor ist - Alarm machen?

Die Antwort sind für mich die Jacksonville Jaguars.

Jacksonville wirkte in dieser Saison auf dem Feld häufig wie ein ziemlicher Trümmerhaufen. Ohne klaren Plan, ohne eine Idee, wie man um Trevor Lawrence etwas aufbauen soll, und mit offensichtlichen Talent-Defiziten, insbesondere in der Secondary und in der Wide-Receiver-Gruppe. An irgendeinem Punkt der Saison waren Laquon Treadwell und Tavon Austin de facto Starting-Receiver in dieser Gruppe.

Ich denke, dass sich viele dieser Dinge ändern werden. Ich halte einiges von Doug Pederson als Head Coach, und denke, dass Jacksonville hier - wenn auch auf Umwegen und mit Sicherheit ursprünglich anders geplant - einen Glückstreffer gelandet hat. Pederson sollte der Franchise nicht nur dringend benötigte Stabilität geben, ich halte seine Offense auch für sehr geeignet, um Lawrence an die Hand zu nehmen, und ihn zu entwickeln.

Die Jaguars haben ligaweit am zweitmeisten Cap Space, ich gehe davon aus, dass Jacksonville einige seiner Top-Ressourcen in die Offensive Line und in die Wide-Receiver-Gruppe stecken wird - und dass Trevor Lawrence einen deutlichen Sprung im zweiten Jahr macht, die Ansätze waren nämlich ohne Frage da, auch in dem strukturbefreiten Chaos, das die Jacksonville Jaguars 2021 waren.

Heißt das dann automatisch auch, dass die Jags einen Playoff-Run hinlegen? Das sicher nicht, und wie gesagt, hier gehört natürlich Glück mit dazu. Cincinnati hatte dahingehend Glück, dass die Ravens und die Browns mit Verletzungen zu kämpfen hatten und beide unter den Erwartungen blieben - unter dem Strich haben die Bengals die Division ja auch mit zehn Siegen gewonnen.

Und ich denke, das ist ein Sprung, den ich Jacksonville im Idealfall zutraue: Von drei auf rund zehn Siege. Wofür das dann gut ist? Das bleibt abzuwarten.

Video-Mailbag: Sind die Bengals ein One-Hit-Wonder?

Wie könnte ein Trade für Jimmy Garoppolo aussehen? Welcher Weg ist erfolgsversprechender: Der der Rams, oder der Weg der Bengals?

Sind die Bengals jetzt ein One-Hit-Wonder, oder ist das erst der Anfang einer Dynastie? Und was kann man dem neuen Head Coach der Dolphins in Miami zutrauen?

Die Antworten gibt's im Video-Mailbag!

Almigurd von Ehrenmann, German Arrowheads, Thorsten: Welche Franchise könnte den Rams-Weg gehen? Haben die Texans und Seahawks nicht vorgemacht, dass bei diesem aggressiven "alles weg traden für Topspieler"-Weg auch einiges schiefgehen kann?

Hier muss man auf jeden Fall differenzieren. Zunächst einmal die Rams: Los Angeles hat eine sehr gute Ausgangslage für diesen Ansatz, das sollte man nicht unterschätzen. Der Floor dieses Teams ist unheimlich hoch, durch McVay, durch das Scheme, durch Aaron Donald und dadurch, dass die Rams Wege gefunden haben, im Draft sehr spezifisch Role Player zu finden.

Generell hat Los Angeles über die letzten Jahre einfach sehr gut gedraftet, weshalb mit Cooper Kupp, Van Jefferson, David Edwards, Brian Allen, Cam Akers, Nick Scott, Greg Gaines und Ernest Jones eine Vielzahl an eigenen Draft-Picks aus den letzten fünf Jahren für die Rams in diesem Super Bowl Starter waren.

Das ist nichts, was man in dem Sinne planen kann, und auch die Rams können sicher nicht darauf bauen, dass diese Serie sich so fortsetzt. Aber hier ist ein kritischer Teil des Gesamtgerüsts dieses Teams; diese Picks lassen in gewisser Weise den All-In-Ansatz mit teuren Trades für Stafford, Ramsey und Von Miller erst funktionieren.

Und dann würde ich auch betonen, dass die Rams in erster Linie ihre Trades für klare Upgrades auf Premium-Positionen durchgeführt haben. Quarterback, Edge-Rusher, Cornerback, früher auch schon Wide Receiver. In diese Kategorie fallen die Seahawks mit dem Adams-Trade beispielsweise nicht.

Dieses Rams-Team, so merkwürdig es klingt, ist trotz allem in beträchtlichen Teilen organisch gewachsen, und bekam dann mit einzelnen Hochkarätern jeweils einen kräftigen Boost, was dann in der Summe zu einem sehr starken Kader in diesem Jahr geführt hat, in einer Saison, in der zum Ende hin die vermeintlichen Top-Kontrahenten allesamt mehr Schwächephasen oder auch mehr Verletzungspech hatten als die Rams.

Ein Team, das dieses "schrittweise All-In"-Rezept vielleicht übernehmen könnte, ist Buffalo. Die Bills sind schon ein klarer Titelanwärter und haben einen starken Kader, für Buffalo könnte es womöglich, solange das Team so stark ist, attraktiv sein, mit noch ein, zwei gewichtigen Trades die Qualität in der Spitze so zu erhöhen, dass man endlich den Schritt in den Super Bowl schafft.

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