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NFL Mailbag: Mock Draft? Ein erster Blick auf den Draft 2022

SPOX-Redakteur Adrian Franke beantwortet eure Fragen zu Woche 13 in der NFL.
© getty

NFL Mailbag: Way-too-Early Mock Draft 2022

Nico: Way-too-early Top-10 Mock Draft?

Vielleicht kurz zur Einleitung hier, um maximale Transparenz zu gewährleisten: Natürlich bin ich noch längst nicht so tief in dieser Draft-Klasse wie Anfang April, das ist also mehr als grobe Standortbestimmung: Wo sind die Elite-Talente? Wie passt das zu den Needs der Teams, die hoch picken könnten? Und wie könnte das den Draft-Prozess im Frühjahr beeinflussen?

Konkret auffällig ist, dass die Quarterback-Klasse wenig Qualität mitbringt, zumindest in der Spitze. Falls die Teams das ähnlich einschätzen, würde es für die Spitze dieses Drafts zwei Dinge bedeuten: Die Lions und Texans, die beide ganz am Anfang eines tiefgreifenden Umbruchs stehen, haben keinen Grund, einen Quarterback-Pick zu forcieren; diese Kader werden Zeit brauchen.

Und: Vermutlich wird dann auch kein Team sonderlich gewillt sein, teuer nach oben zu traden. Das passiert, in aller Regel zumindest, nur für einen Quarterback. Und auch wenn es gute Verteidiger an der Spitze gibt, so reden wir nicht von der Kategorie "Can't-Miss-Prospect" wie es ein Myles Garrett oder ein Chase Young auf der gleichen Position war.

Natürlich wird bis zum Draft noch viel passieren, und in vier Monaten werden manche Dinge sehr anders aussehen als heute. Aber die logische Schlussfolgerung aus alledem ist, dass vermutlich einige Verstärkungen für die Trenches vom Board gehen.

1. Detroit Lions (1-10-1): Aidan Hutchinson, Edge, Michigan. Hutchinson hat sich mit dem Spiel gegen Ohio State eine Menge Geld verdient - nicht dass er ohne diese Partie kein Top-10-Pick gewesen wäre. Hutchinson bringt athletisch alles mit, er hat auch statistisch eine exzellente Saison gespielt, er ist die Art High-Motor-Spieler und wirkt wie die Art Typ, der glänzend in das passt, was Dan Campbell in Detroit aufbauen will. Dass er aus Michigan kommt, ist dann noch die Kirsche auf der Torte.

2. Jacksonville Jaguars (2-10): Evan Neal, OT, Alabama. Die Jaguars haben in den vergangenen drei Jahren zwei Erstrunden-Picks in Edge-Rusher gesteckt, und auch wenn das per se kein Hinderungsgrund sein sollte, so denke ich zusätzlich, dass Jacksonville in erster Linie darauf aus sein wird, um Trevor Lawrence herum aufzubauen. Das bedeutet, eines der Top-Tackle-Prospects im Draft hier, und weitere Waffen mit den nächsten Picks.

3. Houston Texans (2-10): Kayvon Thibodeaux, Edge, Oregon. Galt lange als der sichere Nummer-1-Pick, und ich würde auch weiterhin nicht ausschließen, dass es am Ende so kommt. Tolle Explosivität, toller Bend, und auch Physis gegen den Run. Houston hat in dieser Saison am ehesten in der Defensive Line Fortschritte gezeigt, mit Thibodeaux könnte das 2022 eine sehr respektable Gruppe sein.

4. New York Jets (3-9): Derek Stingley, CB, LSU. Die Jets spielen dieses Jahr überraschend viel Man Coverage. Vielleicht liegt es daran, dass Robert Saleh seiner jungen Secondary möglichst wenig Kommunikation zumuten will? Oder will er eventuell seine Defense anders aufbauen? So oder so, die Jets werden mehr Qualität in der Secondary brauchen, und Stingley gibt ihnen einen potenziellen Lockdown-Corner.

5. New York Jets (via Seattle Seahawks): Kyle Hamilton, S, Notre Dame. Ich weiß, das ist bold, und ich weiß, dass es vermutlich anders kommen wird, und wenn nur aufgrund der Tatsache, dass Safeties kaum noch so hoch gedraftet werden und zwei Defensive Backs in der Top-5 zum gleichen Team umso überraschender wären. Aber davon ausgehend, dass Marcus Maye nicht gehalten wird, könnte der flexible Hamilton, der Safety-Reichweite mit Linebacker-Physis kombiniert, Saleh genau den Safety geben, den er für seine Defense braucht.

6. New York Giants (via Chicago Bears): Ikem Ekwonu, OT, NC State. Könnte in New York auch Guard spielen, falls die Giants auf Thomas und Peart außen setzen wollen. Mit seiner Power und Explosivität ein weiterer Baustein auf dem Weg, endlich wieder eine gute Line in blau zu präsentieren - unabhängig davon, welcher Quarterback (und welcher Running Back) dahinter spielt.

7. New York Giants (4-8): David Ojabo, Edge, Michigan. Die Giants haben mit Azeez Ojulari letztes Jahr bereits einen guten Pick getätigt, ein zweiter gefährlicher Edge-Rusher könnte die Front komplettieren. Vielleicht wird es nicht mehr Dave Gettleman sein, der hier im April die Entscheidungen trifft, aber sollte er es sein, wären zwei Top-10-Picks für die Lines of Scrimmage definitiv on brand.

8. Atlanta Falcons (5-7): George Karlaftis, Edge, Purdue. Die Falcons brauchen viele Dinge. Quarterback, Secondary, O-Line - aber wenn sie letztes Jahr keinen Quarterback als gut genug erachtet haben, dann vielleicht dieses Jahr ebenfalls nicht. Ein physischer Edge-Rusher, der auch nach innen rotieren kann, könnte an diesem Punkt aus Falcons-Sicht die Antwort sein - und ein guter Fit für Dean Pees' Defense.

9. Carolina Panthers (5-7): Matt Corral, QB, Ole Miss. Ich bin wirklich gespannt, wie die Liga am Ende mit dieser Quarterback-Klasse umgeht. Wir alle kennen das Spiel ja, letztlich werden hier fast immer am Ende doch noch Quarterbacks hoch gepusht werden und früher gehen als gedacht. Vielleicht ist hier aber wirklich der erste Sweetspot, und an diesem Punkt dürfte es kaum jemanden überraschen, wenn die Panthers das Team wären, dass den (zu frühen?) Quarterback-Run eröffnen würde.

10. Minnesota Vikings (5-7): Tyler Linderbaum, C, Iowa. Ja, Center gehen selten so hoch im Draft. Linderbaum aber könnte eine reelle Chance haben, und kaum ein Team sucht seit Jahren derart verzweifelt nach einem guten Starting-Center wie die Vikings.

Daniel: Wer soll den siebten Playoff-Seed in der NFC holen?

Davon ausgehend, dass die ersten sechs Seeds in dieser Frage - in irgendeiner Reihenfolge - an Tampa Bay, Arizona, Green Bay, Dallas, die Rams und San Francisco gehen: Ich würde die Eagles gerne im siebten Spot sehen.

Nach Minnesotas Niederlage gegen Detroit ist die Tür für dieses letzte Playoff-Ticket komplett offen, Washington hat sich mit seinem jüngsten Lauf an die Spitze dieser Gruppe gesetzt, aber auch aus der NFC South könnte noch ein Team einen Push machen, auch wenn ich das sportlich aktuell nicht sehe.

Minnesota hat immer noch mehr Upside, weil die Vikings im Passspiel in ganz andere Sphären vordringen können als Philadelphia in seiner aktuellen Version. Warum also die Eagles? Aktuell denke ich, dass Philly mit Jalen Hurts, der Offensive Line und dem in der heutigen NFL-Landschaft außergewöhnlichen offensiven Ansatz nicht nur ein frischer, unterhaltsamer Wind in den NFC-Playoffs wäre, sondern auch, dass sie tatsächlich für eine Überraschung sorgen könnten.

Bei den Vikings wissen wir gefühlt eher, wie dieser Film laufen würde. Washington wäre vermutlich die größte Wundertüte aus der Gruppe, aber mit weniger strukturell spannendem Aspekt. Eines dieser drei Teams wird vermutlich die letzte Wildcard in der NFC holen, wenn ich heute überlege, auf wen ich am Wildcard-Wochenende mit der größten Spannung warten würde, dann wäre es Philadelphia.

Burton77767: Was fehlt den Bengals zum Topteam?

Die simple Antwort wäre hier die Offensive Line. Hier muss Cincinnati sein Gesamtlevel anheben, was die Starter angeht, aber auch in der Tiefe. Das wäre der nächste Schritt, um die Offense in der Liga-Spitze zu etablieren; den Quarterback und die Waffen haben die Bengals.

Und das ist ja auch nachvollziehbar, wenn man sieht, wo die Bengals in ihrem Umbruch stehen. Wenn man es im Liga-Vergleich sieht, dann sind die Bengals ein Jahr hinter den Cardinals beispielsweise - nächstes Jahr sollte im idealen Verlauf die Saison sein, in welcher die Bengals ganz oben angreifen können.

Und so gesehen fehlt dann auch noch die Konstanz. Bei Burrow, bei Chase, in mehreren Teilen der Defense. Auch für den Coaching Staff könnte diese Saison sehr wichtig für die Entwicklung sein. Vielleicht überlegt man sich ja sogar, den gerade in Carolina entlassenen Joe Brady nach Cincinnati zu holen und ihn mit Burrow wiederzuvereinen?

Cincinnati hat viele kritische Puzzleteile bereits richtig hingelegt. Jetzt geht es darum, den nächsten Schritt zu machen. In der Kaderentwicklung, aber auch innerhalb des Teams. Und dann wird sich auch herausstellen, ob man den richtigen Trainerstab zusammengestellt hat.

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