Cookie-Einstellungen
Suche...
NFL

Power Ranking nach Woche 12: Die Patriots sind wieder ein Topteam

SPOX-Redakteur Adrian Franke sortiert die 32 Teams vor dem letzten Saisondrittel dieser NFL-Saison.
© getty

8. BALTIMORE RAVENS (8-3)

Ranking nach Woche 8:

Die vier Spielminuten vor der Halbzeitpause gegen Cleveland waren absurd, gespickt mit Turnovern, von denen einer hässlicher war als der andere. Und vermutlich sagt es mehr über die Browns und deren Offense aus, dass Cleveland dieses Spiel nicht gewann, in dem Baltimore offensiv so dermaßen wacklig unterwegs war. Generell beginnt hier ein neues Tier für mich, mit unter anderem einigen Teams, die auf dem Papier gut sein sollten - Ravens, Rams, Titans - aber das aus verschiedenen Gründen aktuell nicht sind. Baltimore schwankt dieses Jahr generell zwischen Genie und Wahnsinn, ähnlich wie auch bei den Rams sehe ich hier weiterhin hohe Upside angesichts der individuellen Qualität, auf beiden Seiten des Balls. Trotz der zahlreichen Ausfälle. Lamar Jackson ist natürlich der X-Faktor, selbst in einem phasenweise bitteren Spiel gegen Cleveland hatte er die Big Plays, welche das Spiel letztlich gewonnen haben. Wenn er spielt wie in der zweiten Hälfte gegen die Vikings, kann Baltimore jedes Team schlagen. Spielt er wie gegen Miami, wird es gegen sehr viele Teams schwer. Aktuell ist Jackson eine größere Wundertüte als Ravens-Fans lieb sein kann.

7. DALLAS COWBOYS (7-4)

Ranking nach Woche 8: 2.

Ich bin noch nicht ganz an dem Punkt angekommen, an dem ich mir so richtige Sorgen um die Cowboys mache. Jedes Team hatte dieses Jahr schon zumindest ein schlechtes Spiel, für die Cowboys war das der Auftritt gegen die Broncos. Gegen die Chiefs und Raiders bin ich bereit, einige der größten Probleme auf die Ausfälle zu schieben, wenngleich die Strafen und die Probleme in der Defense an Thanksgiving gegen Las Vegas doch eklatant waren. Ein faires Urteil an diesem Punkt ist in meinen Augen: Die Cowboys sind kein Team, das Ausfälle gut kompensieren kann, eine Qualität, die Green Bay oder Arizona in der NFC dieses Jahr bereits unter Beweis gestellt haben. Und das muss kein Faktor sein, wenn bald schon Lawrence, Cooper, Lamb, Gregory, Smith und Co. alle gemeinsam auf dem Feld stehen. Aber teilweise fehlten über die letzten Spiele dann doch auch die schematischen Antworten. Trotzdem: Die Cowboys sind immer noch ein sehr gutes Team, das es in Bestbesetzung mit jedem anderen Team in der NFL aufnehmen kann.

6. KANSAS CITY CHIEFS (7-4)

Ranking nach Woche 8: 11.

Wir kommen dem Punkt immer näher, an dem man sagen muss: "Die Chiefs sind zurück!" Kansas City hat sich schrittweise aus dem Tief rausgearbeitet, und das auf beiden Seiten des Balls. Weil sich die Defense stabilisierte und mit einigen Umstellungen - etwas mehr sichere Coverages, Chris Jones zurück in der Mitte, Melvin Ingram als Verstärkung - aus dem absoluten Liga-Keller ins Mittelmaß kletterte, erhielt Kansas City hier den Floor, der im ersten Saisonviertel gefehlt hatte, was die eigene Offense damals noch mehr unter Druck setzte. Das löste die spezifischen Offense-Probleme nicht, aber es gab Kansas City mehr Spielraum, um diese anzugehen. Und mittlerweile sieht man auch hier einige positive Entwicklungen, angefangen damit, dass die Offense, angefangen mit Mahomes, mehr gewillt scheint, den Ball schrittweise zu bewegen. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, wann KC auf der Basis der letzten Entwicklungen auch das vertikale Passspiel wieder mehr öffnen kann.

5. BUFFALO BILLS (7-4)

Ranking nach Woche 8: 3.

Bei den Bills wie auch bei den Chiefs ist es eine Saison, in der aufgezwungene Entwicklungsprozesse Zeit brauchen - und das sieht man. Beide Teams waren letztes Jahr teilweise nicht zu stoppen, wenn sie aus ihren Spread Formationen heraus Defenses terrorisierten. Das ist dieses Jahr anders, weil Defenses anders spielen, und bei den Bills kann man Woche für Woche sehen, wie Alternativen gesucht und teilweise auch gefunden werden. Seit mehreren Spielen jetzt schon spielt Buffalo offensiv anders, geht mehr Under Center, in enge Formationen, nutzt Play Action im Kurzpassspiel, bindet Josh Allen ins Run Game ein. Und man erkennt hier auch Fortschritte, gleichzeitig bleibt es dabei, dass die Bills Probleme bekommen, wenn sie gezwungen werden, den Ball zu werfen - wie gegen die Colts vor zwei Wochen. Das war letztes Jahr definitiv anders. Trotzdem bleiben die Bills ein Team mit einem sehr hohen Floor, mit einer guten - wenn auch durch den Ausfall von White empfindlich geschwächten - Defense und mit einer Offense, die alternative Wege findet, um Punkte aufs Scoreboard zu bringen. Ich bin sehr auf die beiden anstehenden Spiele gegen die Patriots gespannt.

4. NEW ENGLAND PATRIOTS (8-4)

Ranking nach Woche 8: 15.

Erinnert ihr euch noch, als die Patriots irgendwo im Liga-Mittelfeld rumgedümpelt sind? Als sie sogar die Playoffs verpasst haben? Eine verrückte Zeit war das. Nach erschreckend langer Abwesenheit melden sich die Pats pünktlich zum Schlussspurt der Regular Season zurück in der Spitzengruppe: Mit einer starken Offensive Line, mit einer klaren Identität auf beiden Seiten des Balls. Mac Jones ist weiter als gedacht, aber New England kann Spiele gewinnen, auch wenn das Passspiel einen schwächeren Tag hat. Die Patriots spielen ein physisches Downhill Run Game, welches mittlerweile durch eine aggressivere Passing-Offense ergänzt wird. Sie spielen viel Man Coverages mit Oldschool-Fronts und können auch hier mit Physis dominieren. Und sie haben eine starke Secondary dahinter. New England hat (noch?) nicht das High-End-Ceiling, welches die anderen Teams in dieser Spitzengruppe haben. Aber die Patriots sind ein wahnsinnig unangenehmes Team, weil sie aktuell Gegner - metaphorisch gesprochen - in Faustkämpfe bringen können, und dann können sie ihre Stärken ausspielen.

3. TAMPA BAY BUCCANEERS (8-3)

Ranking nach Woche 8: 6.

Es sieht nicht immer schön aus bei den Bucs aktuell, und trotzdem gibt es kein Team mit weniger als neun Siegen, bei dem ich mir weniger Sorgen mache. Tampa Bay hat eine herausragende Offensive Line, die Rückkehr von Gronk war ein dringend benötigter Boost, Antonio Brown - sofern abseits des Platzes alles in Ordnung ist - sollte ebenfalls bald zurückkommen. Auch wenn es nicht immer so aussieht, und hier läge mit Blick auf Coaching und Game Plans auch meine größte Kritik bei Tampa Bay, so hat der Titelverteidiger doch immer noch eine Top-5-Offense, welche im letzten Saisondrittel eher noch besser werden sollte. Die Defensive Line ist nach wie vor exzellent und kann je nach Matchup Spiele diktieren; in der Pass-Defense brauchen die Bucs ihre Spieler zurück, das war gegen die Colts einmal mehr zu wacklig. Tampa Bay ist bislang nicht die gut geölte Maschine, die man letztes Jahr nach der Bye Week war. Aber trotz einiger holpriger Auftritte sehe ich hier kein Team, um das man sich grundlegend betrachtet Sorgen machen müsste.

2. GREEN BAY PACKERS (9-3)

Ranking nach Woche 8: 5.

Arizona und Green Bay bewegen sich für mich aktuell in einem eigenen Tier. Green Bay geht jetzt in seine Bye Week, und das nach einem eindrucksvollen Sieg über die Rams. Mein Hauptpunkt bei diesem Team bleibt der enorm hohe Floor: Die Offense ist in sich unheimlich stimmig und kann den Ball - je nach Matchup oder je nach Verletztenlage - auf unterschiedliche Art und Weise bewegen. Green Bay sollte David Bakhtiari nach der Bye irgendwann zurückbekommen, das würde den Floor weiter anheben. Umso mehr nach dem Saisonaus von Elgton Jenkins. Die Defense untermauert weiter, dass sie klare Fortschritte gemacht hat, und dass sie insbesondere gegen die Spread-Passing-Offenses in der NFL sehr gute Antworten parat hat. Je nachdem, ob und wann Za'Darius Smith und Jaire Alexander zurückkommen, wäre das selbstredend noch ein Boost. Aber dass hier Spieler wie De'Vondre Campbell oder Rasul Douglas glänzen - Spieler, die jedes Team hätte verpflichten können, unterstreicht, wie gut die Packers gecoacht sind.

1. ARIZONA CARDINALS (9-2)

Ranking nach Woche 8: 4.

Die letzten drei Wochen hätten aus Cardinals-Sicht sehr anders verlaufen können. Drei Spiele ohne Kyler Murray, ohne DeAndre Hopkins - in der Division, aber auch im Rennen um den Nummer-1-Seed hätte man empfindlich zurückfallen können. Stattdessen gewann Arizona zwei von drei Spielen mit dem Backup-Quarterback, während die Konkurrenten stolperten. Arizona punktet nach wie vor mit einem hohen offensiven Floor, mit einer soliden Offensive Line, einer tiefen Playmaker-Gruppe und einem sehr guten Play-Caller. Mit Murray und Hopkins zurück nach der Bye wird dieses Team auch wieder näher an seinem Ceiling agieren. Doch die eigentliche Überraschung ist die Defense, die immer noch gegen den Run wackelt, aber die mit ihrer Aggressivität und Flexibilität eine Top-3-Defense nach zugelassenen EPA pro Play ist. Arizona ist ein echter Contender, die drei Wochen ohne die beiden besten Spieler haben das nur unterstrichen.

Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung
Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung