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NFL

Top 6: Die wichtigsten Erkenntnisse aus Woche 6 in der NFL

SPOX-Redakteur Adrian Franke blickt zurück auf Woche 6 in der NFL.
© getty

Panthers und Darnold: Lernen aus den Fehlern anderer

Ich hatte hier überlegt, ob ich diesen Teil schreiben will, nachdem Darnold den spektakulären Drive kurz vor Schluss zum Ausgleich hingelegt hatte. Aber irgendwo ist ja genau das Teil des Problems mit Darnold - er gibt dir gerade genug, um wieder ein bisschen Hoffnung zu haben, dass hier ja doch der Franchise-Quarterback unter dieser Oberfläche wackliger Auftritte und einzelner Highlight-Plays, gefolgt von langen Phasen wo er komplett abtaucht, liegt.

Darnold kann gerade so gut genug sein, das sollte eine eigene Quarterback-Kategorie sein. Aber das ist keine Basis, auf die man die Franchise ausrichtet. Deshalb: Sam Darnold ist ein Thema, vielleicht gerade nach diesem Spiel.

Ein wenig hatte ich letzte Woche bereits über die Panthers und Broncos geschrieben, eher mit Blick darauf, dass beide als Team insgesamt nach jeweils sehr guten Starts in der Realität angekommen sind - eine Realität im oberen Mittelmaß, was in der NFL gefährlich schnell zu einer Sackgasse wird. Dann nämlich, wenn man regelmäßig im Dezember noch um ein Playoff-Ticket spielt, zur Liga-Spitze aber klar noch ein Schritt fehlt und man im Draft dann irgendwo in der Mitte pickt.

Insbesondere bei Darnold ist der Trend bereits seit einigen Wochen nochmal eine Stufe deutlicher, und hier wird es Zeit für klarere Worte.

Darnold übersieht offene Receiver - selbst dann, wenn diese per Design Raum erhalten haben -, er lädt selbst zu häufig den Druck ein und wenn er hinter der, zugegebenermaßen wackligen, Panthers-Line Druck bekommt, wird es immer häufiger schnell wild. Er ist ungenau, er macht klare Fehler in seinen Reads, er produziert Turnover, kurzum: Darnold spielt nicht gut. Darnold spielt zunehmend schlecht.

Das Spiel gegen die Eagles letzte Woche hätte im dritten Viertel bereits eine klare Sache zugunsten der Panthers sein müssen. Aber Darnold und die Offense - auch bedingt durch eine schwache Offensive Line - konnten nie den Deckel auf diese Partie machen, sodass Philly am Ende zurückkam. Gegen Minnesota diese Woche führten die Panthers Mitte des dritten Viertels mit 53 Net-Passing-Yards auf dem eigenen Konto, nachdem das Special Team einen Punt geblockt und zum Touchdown zurückgetragen hatte.

Ich denke es ist klar, dass das keine Formel für langfristigen Erfolg ist. Um in der heutigen NFL nachhaltigen Erfolg zu haben, braucht man in erster Linie eine Top-Offense, und dafür unweigerlich einen zumindest guten Quarterback. Davon ist Darnold aktuell weit entfernt.

Panthers sollten ihren Fehler nicht noch verschlimmern

Ich würde in doppelter Hinsicht jetzt noch weiter denken: Die Panthers sollten definitiv in der kommenden Offseason im Quarterback-Markt sein. Ja, sie haben die Fifth-Year-Option bei Darnold gezogen, was aktuell wie ein ziemlicher Fehlgriff aussieht. Aber einen Fehler mit einem weiteren Fehler zu einem schlimmeren Fehler zu machen, bringt niemanden weiter. Im Gegenteil. Auf Darnold zu setzen war immer ein riskantes Spiel, weil er abgesehen von einzelnen Highlight-Plays bisher nie in der NFL gezeigt hat, dass er mehr als ein durchschnittlicher Quarterback sein kann.

Und sie sollten aufhören, Picks und Cap Space für den Kader Jetzt zu investieren - dabei schaue ich vor allem auf den Trade für Stephon Gilmore, der zwar nicht viel Draft-Kapital gekostet hat, aber der für die restliche Saison Cap Space kosten wird, welcher nächstes Jahr fehlt.

Der andere Punkt? Darnold zu evaluieren ist schön und gut, und ich sage auch nicht, dass man ihn kommende Woche benchen sollte. Aber wenn der Trend bei ihm so weiter geht, dann würde ich anstelle der Panthers in der zweiten Saisonhälfte früher oder später darüber nachdenken, ob man nicht mit PJ Walker vielleicht ein ganz anderes Element in die Offense bringen möchte, um eine Art Kickstart durchzuführen.

Darnold macht die Panthers aktuell im Gesamtbild - ja, der letzte Drive war zumindest mal spektakulär - nicht besser, im Gegenteil, er macht eine solide Grundstruktur inkonstant, weil er inkonstant spielt. Er kreiert wenige Big Plays, er macht wenig außerhalb der Struktur, und innerhalb der Struktur ist er eben - inkonstant. Wie er es im College bereits war und wie er es bei den Jets auch war.

Und ja, die Umstände bei den Panthers sind besser. Doch einen bestenfalls mittelmäßigen Quarterback mit allen Mitteln zu einem leicht überdurchschnittlichen Quarterback zu machen, bringt eine Franchise nicht weiter. Carolina ist noch deutlich davon entfernt, ein Titelkandidat zu sein, und so wie Darnold aktuell spielt, sind sie auch von den Playoffs noch ein gutes Stück weit weg.

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