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NFL

Power Ranking zum Saisonstart: Packers-Fragen und die Browns als Titelkandidat?

SPOX blickt zum Start der neuen Saison durch die gesamte NFL: Das Power Ranking vor Woche 1.
© getty

8. SAN FRANCISCO 49ERS

Die Quarterback-Frage scheint - vorerst - geklärt: Jimmy Garoppolo startet, aber auch Rookie Trey Lance erhält eine ausgeprägte Rolle; das zumindest ist der Takeaway, wenn man auf das Preseason-Finale blickt, als die Niners die Raiders mit einer hochexplosiven Kombination aus ihren gewohnten Outside-Zone-Plays mit Garoppolo und Quarterback-Option-Konzepten direkt aus dem Ravens-Playbook überrannten. Wie Shanahan diese Balance hinbekommt, und an welchem Punkt der Rookie fix übernimmt, wird die spannendste Dynamik bei den Niners sein.

Zumindest das Waffenarsenal ist wieder vollständig, nachdem Deebo Samuel über die Hälfte der Saison verpasste, und auch George Kittle und Raheem Mostert lange nicht mitwirken konnten. So lastete direkt große Verantwortung auf den Schultern von Brandon Aiyuk, der selbst vier Spiele lang fehlte. Die Niners-Offense sollte also deutlich dynamischer daherkommen, während auch die Defense - die allerdings Coordinator Robert Saleh verloren hat - ihren wichtigsten Spieler in Person von Nick Bosa nach Verletzung zurückerhält.

Das mit Abstand größte individuelle Fragezeichen dieses Teams ist die Secondary, und insbesondere die Outside-Corner. Bleibt Jason Verrett fit? Jetzt ist er kein "nice to have wenn er fit bleibt"-Spieler mehr, sondern als Nummer-1-Corner wichtiger Dreh- und Angelpunkt.

7. SEATTLE SEAHAWKS

Dass die vier NFC-West-Teams so eng beieinander auftauchen, ist natürlich kein Zufall: Das ist - in meinen Augen - die stärkste Division insgesamt betrachtet; jedes der vier Teams könnte am Ende die Division gewinnen, ohne dass ich von einer Überraschung sprechen würde. Und die Seahawks haben, so wie jedes der vier Teams, ebenfalls ein klares Fragezeichen: Die Cornerback-Gruppe. Hier geht Seattle mit Tre Brown, Sidney Jones, Tre Flowers und DJ Reed ein enormes Risiko ein, das könnte unter dem Strich eine der schwächsten Corner-Gruppen in der NFL sein.

Ich mag die Verpflichtung von Kerry Hyder für den Pass-Rush, Dunlap zu halten war elementar wichtig und Poona Ford könnte eine kleine Breakout-Saison hinlegen. Trotzdem würde es mich nicht wundern, wenn Seattle am Ende die schwächste Defense dieser Division hätte. Umgekehrt aber haben die Seahawks eben auch den besten Quarterback in der Division, und mein Optimismus bei Seattle rührt in erster Linie daher, dass ich mir vom neuen Offensive Coordinator Shane Waldron erhoffe, dass er der Offense eine stabilere Baseline gibt.

Gabe Jackson ist zudem ein Upgrade in der Line, Rookie-Receiver D'Wayne Eskridge wird direkt eine klare Rolle haben. Seattle wird auch dieses Jahr so weit kommen, wie Russell Wilson es zulässt; im Gegensatz zum letzten Jahr denke ich aber, dass er auf dieser Mission mehr Unterstützung erhält.

6. CLEVELAND BROWNS

Nach zugelassenen Expected Points Added pro Play hatten die Browns in der vergangenen Saison die Nummer-23-Defense, noch hinter Teams wie Dallas oder Atlanta, und es gehört nicht allzu viel Fantasie dazu, um Cleveland hier einen deutlichen Sprung nach vorne zu prognostizieren. Rookie-Corner Greg Newsome könnte der ideale Spieler sein, um ihn mit Denzel Ward zu kombinieren und auf Jahre hin ein exzellentes Cornerback-Duo aufzubieten.

Neuzugang John Johnson wird die Secondary ohnehin deutlich stabilisieren. Ich mag die Verpflichtung von Jadeveon Clowney als Komplementär-Rusher zu Myles Garrett, und auch wenn die Linebacker-Gruppe noch immer einige Fragezeichen mit sich bringt: Hier ist Rookie Jeremiah Owusu-Koramoah die große Wildcard, und der flexible Linebacker-Safety-Hybrid steht in gewisser Weise stellvertretend für die neue Vielseitigkeit in Clevelands Defense.

Und die Offense? Ehrlicherweise erwarte ich hier keine allzu großen Veränderungen: Cleveland hat die beste Offensive Line in der NFL, und dabei sollte es auch bleiben, Mayfield fühlte sich spürbar wohler im Laufe der Saison - und jetzt erhält er Odell Beckham nach dessen Verletzung zurück. Die Browns gehören 2021 in den Kreis der Titelanwärter.

5. BALTIMORE RAVENS

Zwei Positionen standen auf meiner Ravens-Offseason-Agenda ganz oben: Outside Receiver und Interior Offensive Line. Beides ging Baltimore an, Kevin Zeitler kam für das Zentrum, Sammy Watkins, Rashod Bateman und Tylan Wallace sollen helfen, Defenses wieder mehr in die Breite zu ziehen und so auch wieder Räume im Zentrum öffnen. Bateman fällt vorerst aus und Offensive Coordinator Greg Roman ist ebenfalls in der Pflicht, um zu zeigen, dass er mit mehr Waffen ein besser designtes Passspiel aufziehen kann.

Generell aber erwarte ich eine verbesserte Ravens-Offense. Und ja, defensiv hat Baltimore mit Matt Judon, Yannick Ngakoue und Jihad Ward gleich drei ihrer vier Top-Edge-Rusher der vergangenen Saison verloren. Aber zum einen halte ich den tatsächlichen Edge-Rusher in kaum einer Defense für derart austauschbar wie es bei den Ravens der Fall ist, zum anderen würde es mich nicht wundern, wenn Erstrunden-Pick Odafe Oweh eine zumindest statistisch spektakuläre Rookie-Saison hinlegen würde.

Die Identität dieser Defense liegt im Blitzing und in der Secondary, und hier kann kaum ein Team Baltimore das Wasser reichen. Das in Kombination mit der starken Defensive Line bestehend aus Campbell, Williams und Wolfe wird abermals jede Menge Räume für die Rusher aus allen Richtungen kreieren.

4. BUFFALO BILLS

Sieht man mal von den Corona-Impf-Debatten ab, war es in Buffalo eine Offseason, wie man sie sich von einem Titelanwärter wünscht: Die Offense blieb nahezu komplett zusammen, während man defensiv die offensichtliche Schwachstelle - in dem Fall den Edge-Rush - angegangen ist. Offensiv könnten die Bills dennoch sogar noch einen kleinen Schritt nach vorne machen, denn gerade die Guard-Spots waren letztes Jahr verletzungsbedingt teilweise problematisch: bleiben Feliciano und Ford jetzt fit, ist man hier vergleichsweise besser aufgestellt. Und der Abgang von John Brown muss zwar erst einmal aufgefangen werden, aber Gabriel Davis sollte relativ nahtlos zumindest in dessen Rolle schlüpfen können - und im Gegenzug wurden die Bills mit der Verpflichtung von Emmanuel Sanders in der Mid-Range deutlich gefährlicher.

Falls Allen nach seinem Monster-Sprung letztes Jahr nicht wieder signifikant abbaut, sollte das abermals eine Top-6-Offense sein. Die Defense blieb dabei letztes Jahr sogar eher noch hinter den Erwartungen zurück, hier darf man eine Leistungssteigerung erwarten. Die Secondary ist nach wie vor sehr gut besetzt, und falls die Rookies Gregory Rousseau und Carlos Basham zumindest halbwegs schnell einschlagen - Rousseau deutete das bereits an -, dann sollte Jerry Hughes auch endlich entlastet werden.

3. GREEN BAY PACKERS

Ich bin schon ein wenig gespannt, zu sehen, wie die Packers-Offense ohne die Top-Line aussieht, die in Green Bay in der jüngeren Vergangenheit schon fast Standard war. Center Corey Linsley, der wohl ligaweit Beste seines Fachs im Vorjahr, ist weg, und David Bakhtiari - seines Zeichens der für mich beste Left Tackle in der NFL - wird mindestens die ersten sechs Spiele verpassen. Elgton Jenkins könnte damit nach links raus rücken, was große Fragen in der Interior Line aufwirft.

Die rechte Seite der Line mit Lucas Patrick und Billy Turner bleibt zwar zusammen, fiel aber bereits letztes Jahr im Vergleich zu den anderen drei Spots klar ab. Zumindest die ersten Wochen der Saison könnten in der Hinsicht interessant werden - gleichzeitig muss man aber auch betonen, dass Rodgers ohne Frage mehr Waffen in seinem Arsenal hat als im Vorjahr. Die Rückholaktion von Randall Cobb ist noch immer irgendwo skurril, aber es ist ein Upgrade zu dem was die Packers letztes Jahr im Slot hatten. Und Rookie Amari Rodgers bringt nochmal ein anderes Skillset mit, er ist fast eine Art Running-Back-Receiver-Hybrid, und wird sicher auch dementsprechend intensiv in Jet Sweeps, Screens und dergleichen eingebaut werden.

Die gute Nachricht ist: Falls die Offense etwas wackelt, könnte dieses Jahr mehr Hilfe von der Defense kommen. Ich bin gespannt, was der neue Coordinator Joe Barry mit der Defense vorhat, vermute aber, dass es mehr in die modernen 2-High-Light-Boxes-Richtung gehen wird; die Safeties dafür hat er. Rashan Gary ist ein Breakout-Kandidat, Jaire Alexander einer der besten Cornerbacks in der NFL und Eric Stokes sollte Kevin King eher früher als später ablösen können.

2. KANSAS CITY CHIEFS

Die drastischen Umbaumaßnahmen in der Offensive Line werden spannend zu beobachten sein. Sicher, die Bilder von Patrick Mahomes auf der Dauerflucht vor dem Pass-Rush der Bucs im Super Bowl dürften bei Chiefs-Fans noch immer im Hinterkopf sein, und mit Sicherheit ist eine Idee in KC auch, dass man Mahomes dabei helfen will, wieder weniger aus der Pocket zu driften.

Aber auch der Effekt aufs Run Game wird spannend zu beobachten sein, KC wird mehr Power-Konzepte spielen als bisher. Und vielleicht setzen die Chiefs auch etwas mehr aufs Run Game - oder hat Mecole Hardman seinen Breakout? Andernfalls fehlt es nach Hill und Kelce doch deutlich an Alternativen im Passspiel für Patrick Mahomes.

Nicht unterschätzen sollte man allerdings die Defense: Die Secondary hat außerhalb von Tyrann Mathieu keinen Superstar, aber ist überraschend solide bis gut besetzt; auch auf den Cornerback-Spots. Und vielleicht bietet Jarran Reed endlich eine zusätzliche Pass-Rush-Präsenz im Zentrum, wodurch Chris Jones etwas mehr herumgeschoben werden kann. Kansas City hat den besten Quarterback der Liga und als Team durch die Offense einen enorm hohen Floor.

1. TAMPA BAY BUCCANEERS

Bei jedem anderen Team, auch bei den anderen Team im engsten Titelanwärter-Kreis, gibt es zumindest ein, manchmal zwei zentrale Fragen mit Blick auf den Kader. Mal ist es die Line, mal die Secondary, mal der Pass-Rush, oder Veränderungen im Trainerstab. Bei den Buccaneers gibt es absolut nichts davon: Die bereits im Vorjahr starke Offensive Line bleibt zusammen, genau wie die starke Receiver-Gruppe - in welcher Antonio Brown jetzt von Anfang an mit dabei ist und Rookie Jaelon Darden noch dazu kommt.

Auch die defensive Front bleibt intakt, mit Erstrunden-Rookie Joe Tryon als ein zusätzlicher Kandidat, um eine immer größere Rolle in der Rotation einzunehmen. Und die junge Secondary hat generell noch Potenzial nach oben. Kleinere Upgrades wie etwa Receiving-Back Giovani Bernard runden das Bild ab.

Unter dem Strich ist es relativ simpel: Solange Brady auf diesem Level, das er nach der Bye Week hatte, weiterspielt - und im Moment gibt es kein Anzeichen dafür, dass ihm das nicht gelingt, haben die Buccaneers den komplettesten Kader in der Liga und sind Titelkandidat Nummer 1.

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