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NFL

Power Ranking zum Saisonstart: Packers-Fragen und die Browns als Titelkandidat?

SPOX blickt zum Start der neuen Saison durch die gesamte NFL: Das Power Ranking vor Woche 1.
© getty

24. CAROLINA PANTHERS

Die Entscheidung für Sam Darnold fühlt sich nach wie vor wie ein zähneknirschender Kompromiss an. Stafford, vielleicht einstmals Deshaun Watson, vielleicht Trey Lance im Draft - all diese Optionen blieben den Panthers aus verschiedenen Gründen verwehrt, sodass man Darnold holte und dessen Fifth-Year-Option schließlich nach dem Draft auch zog. Wie viel besser kann Joe Brady Darnold wirklich machen? Umso mehr, wenn die Offensive Line außerhalb von Taylor Moton enormes Wackel-Potenzial hat?

Auf der positiven Seite sah Terrace Marshall in der Saisonvorbereitung aus wie einer der ersten Steals dieses Drafts, gemeinsam mit Robby Anderson und D.J. Moore sollte er ein gefährliches Receiver-Trio bilden können - und die Panthers erhalten Christian McCaffrey nach dessen verletzungsgeplagter Vorsaison zurück. Spieler wie Marshall, wie der ultra-talentierte Man-Corner Jaycee Horn, wie Jeremy Chinn, wie Derrick Brown, sie geben den Panthers in der Perspektive jede Menge berechtigten Grund zur Hoffnung.

Ich denke nur, das der Quarterback, den sie brauchen, um aus dem jungen Talent ein Playoff-Team zu formen, aktuell noch nicht im Team ist. Doch von der Defense insgesamt erwarte ich einen deutlichen Sprung.

23. DENVER BRONCOS

Aus Franchise-Sicht kann ich die Entscheidung für Teddy Bridgewater nicht wirklich nachvollziehen; bei Bridgewater weiß man genau, dass er nicht die langfristige Lösung ist - es ist Drew Lock, der die potenzielle Upside mitbringt, um vielleicht doch über die Saison hinaus die Quarterback-Antwort zu sein.

Aber mit Blick auf die aktuelle sportliche Situation, welche vielleicht auch darüber entscheidet, ob Coach Vic Fangio in einem Jahr noch einen Job hat, ist der Schritt zu Bridgewater komplett nachvollziehbar. Er gibt den Broncos die Baseline, die vielleicht alles ist, was dieses Team braucht, um so einige Spiele in dieser Saison zu gewinnen: Denver hat ein exzellentes Waffenarsenal mit Jeudy, Sutton, Hamler und Fant, ein tiefes Backfield, eine zumindest solide Offensive Line - und potenziell die beste Defense in der NFL. So stark ist diese Secondary, während die Front Von Miller nach der Verletzungspause zurückerhält. Die Frage ist eben, ob all das für mehr als (gehobenes?) Mittelmaß reicht.

22. ATLANTA FALCONS

Die Hoffnung bei den Falcons für die kommende Saison beruht vor allem auf den neuen Coaches: Die Offense, die Arthur Smith aus Tennessee mitbringt, sollte sehr gut zu Matt Ryan passen und das Passspiel deutlich effektiver machen als das zuletzt der Fall war. Und Dean Pees ist einer der spannenderen Defensive Coordinators in der NFL. Das Problem für beide ist, dass das Talent einfach in mehreren Bereichen überschaubar ist.

In der Defense geht der Blick allen voran auf eine Secondary voller Fragezeichen, während offensiv die Line ein Thema werden könnte, nach dem Abgang von Julio Jones aber kommt auch die Receiver-Gruppe hinter Calvin Ridley ziemlich ungewiss daher. Ich freue mich auf Kyle Pitts in Arthur Smiths Offense und erwarte mehr von Matt Ryan als er letztes Jahr gezeigt hat. Aber ich weiß nicht, ob das angesichts der Defizite im Kader für mehr als sieben, acht Siege reicht.

21. INDIANAPOLIS COLTS

So viele Fragezeichen rund um dieses Team, und damit meine ich noch nicht einmal die offensichtlich niedrige Impf-Quote, welche, unabhängig davon wie man generell zu den Regularien steht, schlicht ein kompetitiver Nachteil sein wird. Umso mehr, wenn der Starting-Quarterback dazugehört.

Ja, die Defense sollte gut sein, gleichzeitig profitierten die Colts letztes Jahr in der Gesamtabrechnung von vielen Turnovern, was generell eher schwer zu wiederholen ist. In der Front müssen 37 Pressures (Denico Autry) und 34 Pressures (Justin Houston) ersetzt werden, auch wenn Kwity Paye in der Preseason sehr gute Ansätze zeigte: Ein Rookie muss diese Last erst einmal schultern können. Die Outside-Corner kommen mit einigen Fragezeichen, DeForest Buckner und Darius Leonard geben dem Team umgekehrt jede Menge Stabilität und eine hohe Base Line.

Und die größeren Fragezeichen kommen erst in der Offense: Was kann Frank Reich aus Carson Wentz herausholen - wenn der dann fit ist und spielen darf? Wie wird die Left-Tackle-Situation gelöst bis Eric Fisher zurückkommt? Und wann passiert das? T.Y. Hilton wird potenziell lange fehlen, können Michael Pittman, Parris Campbell und Zach Pascal die Receiver-Gruppe tragen? Die Offensive Line ist sehr gut und Frank Reichs Offense ist Quarterback-freundlich. Aber für den Moment sehe ich hier kein besseres Colts-Team als letztes Jahr.

20. LAS VEGAS RAIDERS

Bekommen wir von Derek Carr nochmal eine Saison wie letztes Jahr? Insbesondere mit Blick auf seine Aggressivität und Effektivität im vertikalen Passspiel war 2020 ein bemerkenswertes Jahr des Raiders-Quarterbacks, doch kann er das bestätigen? Dafür wäre es einerseits wichtig, dass Henry Ruggs den nächsten Schritt macht, um die Lücke zu schließen, die Nelson Agholors Abgang hinterlassen hat - andererseits aber steht vor allem die Offensive Line im Fokus. Center Rodney Hudson ist weg, genau wie Guard Gabe Jackson und Right Tackle Trent Brown, wobei der schon letztes Jahr länger verletzt gefehlt hatte.

Insbesondere auf Center droht ein massives Downgrade, und Carr gegen Pressure ist ein komplett anderer Quarterback. Die Raiders haben einen Top Tight End in Darren Waller, einen der besten Slot-Receiver der Liga in Hunter Renfrow - aber letztlich muss in Las Vegas mehr von der eigenen Defense kommen.

Hier habe ich die Hoffnung, dass unter Gus Bradley ein simpleres Scheme Einzug erhält, welches es Spielern wie Cory Littleton und Jonathan Abram erlaubt, schneller zu spielen. Der 4-Men-Rush sollte mit den Neuzugängen Quinton Jefferson und Yannick Ngakoue besser werden, in der Secondary erwarte ich mir einiges von Trevon Moehrig und Casey Hayward.

19. NEW ORLEANS SAINTS

Mit einem tiefen Waffenarsenal können die Saints nicht gerade trumpfen - eher das Gegenteil ist der Fall. Alvin Kamara ist einer der besten Running Backs in der NFL und auch eine echte Waffe im Passspiel; aber kann ein Wide Receiver positiv überraschen? Zumindest bis Michael Thomas nach - frühestens - sechs Wochen zurückkehrt? Nach den Eindrücken der Preseason wäre Marquez Callaway, der offensichtlich eine Connection zum frisch gebackenen Starting-Quarterback Jameis Winston hat, die logischste Antwort. Aber die Saints werden auch mehr von Spielern wie Tre'Quan Smith oder auch Tight End Adam Trautman brauchen, der in seiner zweiten Saison so etwas wie ein Breakout-Kandidat sein könnte.

Die Trumpfkarte dieser Offense ist die Line, die Saints sollten eine Top-5-Line haben, und das gibt ihr auch einen gewissen Floor - mit Winston selbstredend als großer Wildcard. Aber die Saints sollten auch eine mehr als solide Defense stellen können, was Winston und das Passspiel zusätzlich entlasten könnte: Mit Cam Jordan und Marcus Davenport hat man ein sehr gutes Pass-Rush-Duo, Demario Davis ist ligaweit einer der Top-Linebacker und von Zack Baun erwarte ich im zweiten Jahr eine größere Rolle.

In der Secondary hat New Orleans Safety Marcus Williams gehalten, gemeinsam mit Chauncey Gardner-Johnson und Malcolm Jenkins ist das auch im Liga-Vergleich eine exzellente Safety-Gruppe. Die Saints werden im Vergleich zum vergangenen Jahr angesichts der zahlreichen Abgänge einen Schritt zurück machen - aber falls Winston unter Sean Payton funktioniert, könnte New Orleans umgekehrt argumentiert auch zu den positiven Überraschungen der kommenden Saison zählen.

18. MIAMI DOLPHINS

Letztlich interessiert rund um die Dolphins 2021 nur eine Frage so wirklich: Was macht Tua Tagovailoa? Kann der Hawaiianer den erhofften nächsten Schritt machen und sich als langfristige Lösung in Position bringen? Oder bleibt der Sprung aus und das bisher als eher kompromisslos aufgefallene Front Office begibt sich auf die Suche nach einem neuen Quarterback? Zumindest die Waffen haben die Dolphins-Verantwortlichen Tua dafür zur Seite gestellt mit den Neuzugängen Will Fuller und Jaylen Waddle.

Und auch eine Top-Defense wird er an seiner Seite haben: Xavien Howard zu halten war immens wichtig für die Dolphins, deren Defense stark auf Eins-gegen-Eins-Coverage der Outside Corner setzt, um dann entsprechend aggressiv und flexibel im Pass-Rush zu Werke gehen zu können. Was Tua allerdings nicht an seiner Seite hat, ist eine gute Offensive Line, und hier ist auch nur bedingt Besserung in Sicht. Vielleicht kann Liam Eichenberg auf Guard direkt eine gute Rolle spielen, hier aber hat Miami auch Ereck Flowers nach einer soliden Saison abgegeben und Robert Hunt, der eine gute Rookie-Saison auf Right Tackle hatte, wird nach innen auf den Guard-Spot geschoben.

Michael Deiter auf Center ist ein großes Risiko, bei Austin Jackson muss die Hoffnung sein, dass er im zweiten Jahr einen Sprung macht. Viele Variable vor einer potenziell kritischen Saison für Tua Tagovailoa, der vielleicht mehr als manche andere Quarterbacks eine gute Line vor sich braucht.

17. WASHINGTON FOOTBALL TEAM

Dieses Washington-Team wird höchstwahrscheinlich der finale Test sein: Kann Ryan Fitzpatrick, wenn er eine komplette Saison durchspielt, ein Team in die Playoffs führen? Bei den Jets war er einstmals ganz knapp davor, und vielleicht hätte er es mit Miami letztes Jahr geschafft, wenn die Dinge anders gelaufen wären.

Washington bietet ihm jetzt eine hervorragende Ausgangslage: Die potenziell beste Defensive Line in der NFL gibt der Defense trotz einiger Fragezeichen in der Secondary einen hohen Floor. Die Offensive Line ist in Ordnung und das Waffenarsenal wurde mit Curtis Samuel und Dyami Brown nochmal deutlich verbessert - zusätzlich zu Terry McLaurin, einem der besten jungen Receiver in der NFL, Tight End Logan Thomas, der letztes Jahr 105 Targets in der Regular Season sah, Gibson und McKissic im Backfield, wobei insbesondere Ersterer ein Kandidat für einen Breakout ist.

Falls Fitzpatrick eine volle Saison ohne Leistungseinbruch hinlegen kann, hat dieses Team Playoff-Potenzial. Nur zumindest bisher konnte Fitzpatrick das eben nicht liefern.

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