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NFL

Die wichtigsten Erkenntnisse der Regular Season: Das SPOX All Pro Team

SPOX-Redakteur Adrian Franke fasst die gerade beendete Regular Season mit seinem All-Pro-Team zusammen.
© getty

Wide Receiver: Davante Adams, Green Bay Packers. Das war der einfachste Pick dieser gesamten Übung. Adams ist der beste Wide Receiver dieser Saison, und das für mich eindeutig. Ein Elite-Route-Runner mit spektakulärem Release, wahnsinnig verlässlichen Händen, der physisch am Catch Point gewinnt und gleichzeitig aus dem Slot sowie Outside brandgefährlich ist.

Und das eben in einer Offense, in der es wenige Waffen um ihn herum gibt. Aaron Jones ist ein guter Receiving-Back, Tonyan ist ohne Zweifel eine positive Überraschung dieser Saison.

Doch Tonyan, genau wie die anderen Receiver sehen aufgrund der Play-Designs und des Schemes massiv besser aus. Adams ist derjenige, auf den die Packers bauen, wenn es darum geht, Eins-gegen-Eins zu gewinnen. Das weiß jede Defense, und trotzdem konnte es so gut wie kein Team stoppen, klammert man das Packers-Desaster gegen Tampa Bay mal aus. Hätte Adams nicht zwei Spiele verpasst, wer weiß - er hätte zumindest eine sehr realistische Chance auf die 20-Touchdown-Marke gehabt. Eine absolut herausragende Saison.

Wide Receiver: Stefon Diggs, WR, Buffalo Bills. Es war der Trade, der die Bills-Offense transformiert hat - und ein Trade, der unterstreicht, wie elementar wichtig ein vernünftiges Waffenarsenal für die Entwicklung eines Quarterbacks ist. Diggs hat alle Fragen danach, ob er als klarer Nummer-1-Receiver auch konstant funktioniert, mehr als eindrucksvoll beantwortet.

Diggs ist der flexibel einsetzbare Elite-Route-Runner, der für jede Defense ein Matchup-Problem darstellt und auch dann Spiele an sich reißen konnte, wenn Josh Allen die Offense komplett über ihn aufziehen musste. Wie jüngst gegen die Patriots und Pittsburgh, oder früher in der Saison gegen Miami. Weil er eben fast jeden Cornerback schlecht aussehen lässt und Separation kreiert, was wiederum einfache Reads für Allen ermöglicht.

Allens Entwicklung ist eindrucksvoll, Brian Daboll war dieses Jahr ein exzellenter Play-Caller, Cole Beasley ist für mich der beste Slot-Receiver dieser Saison. Aber Diggs ist derjenige, der in meinen Augen die Offense am stärksten transformiert hat.

Knapp dahinter: Tyreek Hill, Chiefs; Calvin Ridley, Falcons; Justin Jefferson, Vikings; DK Metcalf, Seahawks; Allen Robinson, Bears.

Flex: DeAndre Hopkins, Arizona Cardinals. Adams ist für mich die klare Nummer 1, dahinter gibt es viel Spielraum. Diggs und Hopkins habe ich auf Augenhöhe, aber Tyreek Hill müsste eigentlich auch mit dazu - eine sehr enge Geschichte, hinter Adams kann man die anderen drei in meinen Augen quasi beliebig anordnen.

Warum also Hopkins hier? Weil er im Gegensatz zu Hill, Adams Diggs und Co. Woche für Woche auf die härteste Art und Weise gewinnen muss. Irre viel isoliert als X-Receiver, Eins-gegen-Eins gegen den besten Cornerback des Gegners. Hopkins kaum in Bewegung gesetzt, er verbringt nur rund zehn Prozent seiner Snaps im Slot; Diggs und Adams stehen hier bei rund um 30 Prozent, Hill jenseits der 55 Prozent.

Diese Offenses kreieren Matchups für ihre Nummer-1-Receiver - Arizona lässt Hopkins das unvorteilhafte Matchup schultern, um Murray klare Reads und idealerweise Räume für die anderen Waffen zu kreieren.

Trotz dieses Handicaps hat Hopkins über 70 First Downs kreiert, über 4,5 Yards nach dem Catch pro Reception verzeichnet, so viele wie seit seiner zweiten NFL-Saison nicht mehr, und seine physische Dominanz auch vertikal unter Beweis gestellt. Die Cardinals-Offense insgesamt ist in dieser Saison hinter den Erwartungen geblieben, auf Kingsbury, Murray und auch auf GM Steve Keim wartet jede Menge Arbeit. Hopkins war de reine Elite-Spieler, der das Team nicht selten trug.

Left Tackle: David Bakhtiari, Green Bay Packers. Dass die Saison für Bakhtiari auf diese Weise endet, ist mehr als bitter - für ihn, und für die Packers. Kein Offensive Tackle mit mehr als 650 Snaps hat weniger als zehn Quarterback-Pressures zugelassen - Bakhtiari beendet die Saison laut PFF mit neun (ein Sack, acht Hurries). Er ist der dominanteste Pass-Blocker in der NFL, einer der wenigen Tackles, den man in jedem Spiel ohne Bedenken das schwierige Eins-gegen-Eins-Matchup übernehmen lässt und der zusätzlich auch im Run-Blocking zu den besten Tackles der Liga zählt.

Green Bay hat Alternativen, Elgton Jenkins könnte jetzt nach außen rücken, und die Packers-Offense arbeitet ohnehin viel mit Rollouts und dergleichen, was die Linemen entlastet. Aber in Dropback-Passing-Situationen wird es für Green Bay schwer sein, den besten Tackle der NFL zu ersetzen.

Knapp dahinter: Garett Bolles, Broncos; Trent Williams, 49ers; Terron Armstead, Saints.

Left Guard: Quenton Nelson, Indianapolis Colts. Die Offensive Line der Colts insgesamt war gemessen an den hohen Erwartungen eine Enttäuschung, an Nelson lag das nicht. Hatte ein ganz schwaches Spiel gegen die Titans in Woche 12, wo er einige Male absolut nicht gut aussah. Ansonsten aber gewohnt dominant insbesondere im Run-Blocking, wo er regelmäßig Defensive Linemen durch die Gegend schiebt, und im Passspiel hat kaum jemand weniger zugelassen. Ali Marpet wäre die erste Alternative hier für mich, der Tie-Breaker sind die drei Spiele, die Marpet verpasst hat.

Knapp dahinter: Ali Marpet, Buccaneers; Joel Bitonio, Browns.

Center: Corey Linsley, Green Bay Packers. Der statistisch beste Pass-Blocking-Center in der NFL dieses Jahr, Linsley hat keine fünf Quarterback-Pressures zugelassen, ein absurder Wert. Darüber hinaus aber verlangt das Blocking-Scheme der Packers - ähnlich wie das der Browns mit Tretter - viel von ihrem Center, er muss im Outside Zone Blocking viele sehr schwierige Blocks setzen, die jede Menge Athletik erfordern. Um dann beim nächsten Play wieder einen Nose Tackle Eins-gegen-Eins zu blocken, damit der Quarterback den Ball werfen kann.

Linsley hat alle Facetten dieses Jahr schlicht auf herausragendem Level umgesetzt und ist vielleicht der größte Under-the-Radar-Grund dafür, dass die Packers-Offense eine derart gut geölte Maschine war.

Knapp dahinter: J.C. Tretter, Browns.

Right Guard: Wyatt Teller, Cleveland Browns. Teller hat fünf Spiele verpasst, auf den meisten anderen Positionen wäre das vermutlich zu viel, und eine Alternative knapp dahinter würde ihn mit einer vollen Saison so überholen. Hier aber gibt es für mich keine knappe Alternative, deshalb bin ich bei Teller geblieben, der gerade im Run Game mit teilweise absurder Dominanz Räume für Clevelands Running Backs geöffnet hat.

Knapp dahinter: Brandon Scherff, Washington

Right Tackle: Jack Conklin, Cleveland Browns. Wer neben den Picks auch die Alternativ-Namen beachtet hat, dem wird hier auffallen: Die gesamte All-Pro-Line könnte auf vier Spots von Browns-Spielern besetzt werden. Das per se ist schon einmal spektakulär und unterstreicht den Motor, die sportliche Basis hinter der erfolgreichen Saison.

Conklin erfüllt dabei genau das, was sie sich in Cleveland mit dieser Free-Agency-Verpflichtung erhofft haben: Er ist ein dominanter Run-Blocker, der auch schematisch perfekt in diese Offense passt, und gleichzeitig in Pass-Protection aber so konstant und so verlässlich, dass man sich um die rechte Seite der Offensive Line keine Gedanken machen muss.

Knapp dahinter: Ryan Ramczyk, Saints.

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