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NFL

Power Ranking nach Woche 4: Neue Favoriten - alte Kellerkinder

SPOX blickt im 4-Wochen-Takt auf die gesamte Liga - im Power Ranking!

Das erste Saisonviertel ist gespielt - nach monatelangen Offseason-Spekulationen zeigen die Teams endlich ihr wahres Gesicht. Im ersten Power Ranking der neuen Saison zieht SPOX-Redakteur Adrian Franke das Zwischenfazit: Wer kann bislang überraschen? Wer enttäuscht? Wo sind die Titelkandidaten - und für welche Fans geht es schon jetzt um einen hohen Draft-Pick?

 

NFL Power Ranking nach Woche 4

32. New York Jets (0-4)

Platzierung vor Saisonstart: 31.

Wenn andere Teams einen perfekten Sturm zusammenbrauen können, dann sind die Jets das Gegenstück dazu - die perfekte Implosion, gewissermaßen. Kein Team in der NFL hat weniger Talent: Das Receiver Corps ist ein Problem, die Offensive Line außerhalb von Rookie Mekhi Becton ebenfalls. Das lässt sich auch auf den Pass-Rush sowie auf die Cornerbacks übertragen. Dementsprechend bräuchte es einen Trainerstab, der das Maximum aus schwierigen Umständen rausholt - der Trainerstab der Jets dagegen vergrößert die Probleme eher noch. Mit einfallslosem Play-Calling offensiv, statt Sam Darnold mit Motion, mit Play Action, mit klaren Reads und kreativen Designs unter die Arme zu greifen. Mit einer Defense, die zuletzt vor allem durch Undiszipliniertheiten auffiel. Die Jets sind die größte Großbaustelle in der NFL und stehen vor einem tiefgreifenden Umbruch.

31. New York Giants (0-4)

Platzierung vor Saisonstart: 28.

Während bei den Jets mit Blick auf das Talentlevel schon vor Saisonstart klar war, dass die Tendenz eher Richtung Top-5-Pick als Richtung positive Bilanz geht, dürften Giants-Fans hoffnungsvoller gewesen sein. Ein neuer Head Coach, das zweite Jahr für Daniel Jones, es wurde in die Offensive Line und in die Secondary investiert. Doch nach vier Spielen sind die ersten Erkenntnisse ernüchternd. Nach einem vergleichsweise guten Auftritt gegen Pittsburgh zum Auftakt fielen die Giants wieder in altbekannte Fahrwasser: viel zu viele Turnover offensiv, Probleme in der Offensive Line, statische Play-Designs unter Jason Garrett, keinerlei Edge-Rush und unter Joe Judge bislang sehr konservatives In-Game-Management. Vier Spiele sind selbstredend nicht genug, um ein Urteil über die Judge-Jones-Ära zu fällen. Doch zumindest der erste Eindruck gibt wenig Anlass für begründeten Optimismus.

30. Washington Football Team (1-3)

Platzierung vor Saisonstart: 30.

Dass Washington offensiv eine schwere Saison haben würde, war absehbar. Dwayne Haskins erneut in einer neuen Offense, viele Fragezeichen auf den Skill Positions sowie in der Offensive Line. Die Realität nach dem ersten Saisonviertel? Es ist noch schwieriger als befürchtet. Die Line ist ein großes Problem, Terry McLaurin gibt zu häufig den Alleinunterhalter (mehr Touches für Antonio Gibson, bitte!), die Play-Designs helfen wenig - und Haskins sieht einfach nicht gut aus. Nachdem Coach Ron Rivera ihn bereits vor dem Ravens-Spiel angezählt hatte, kann man sich ausmalen, dass die Leine jetzt äußerst kurz ist. Ein Starter-Comeback von Alex Smith wäre die NFL-Story des Jahres, Kyle Allen hat letztes Jahr bereits unter Rivera in Carolina gespielt. Die Defense derweil ist gut, phasenweise sogar sehr gut. Insbesondere die Secondary überrascht, die Front musste mit Matt Ioannidis derweil den ersten langfristigen Verlust schlucken und auch wenn Washington wackligen Offensive Lines einen sehr langen Nachmittag bescheren kann: Washingtons Defense ist nicht so dominant, dass sie das Team tragen könnte. Gut möglich, dass mit einem hohen Draft-Pick bereits Haskins' Nachfolger ausgewählt wird.

29. Denver Broncos (1-3)

Platzierung vor Saisonstart: 23.

Man kann nur den Hut ziehen vor dem, was Brett Rypien bei seinem ersten NFL-Start am Donnerstagabend gegen die Jets zeigte. War es perfekt? Nein, weit davon entfernt. Doch er spielte mutig, er attackierte auch gegen Pressure, er setzte seine Deep-Shots und als er das Spiel mit den kostspieligen Interceptions scheinbar schon hergeschenkt hatte, half er Denver, das Spiel zu drehen. Er war - und das ist für Jets-Fans eine traurige Erkenntnis - der bessere Quarterback am Donnerstag. Gleichzeitig ist all das nur eine Momentaufnahme. Die Broncos hoffen, dass Drew Lock möglichst bald wieder spielen kann; schließlich geht es darum, Lock im weiteren Saisonverlauf zu bewerten. Denver hat immer noch Qualität, doch ohne Von Miller, Courtland Sutton, Jurrell Casey und zumindest vorerst noch ohne Lock haben die Broncos nach oben schlicht deutliche Grenzen, auch wenn die Defense angesichts der Umstände immer noch positiv überrascht. Wie genau diese Grenzen mit Lock aussehen - und wann Lock tatsächlich wieder fit ist -, bleibt abzuwarten.

28. Detroit Lions (1-3)

Platzierung vor Saisonstart: 16.

Einzig das, was Matt Stafford und seine Receiver in Kombination mit einer soliden Offensive Line im Passspiel anrichten können, bewahrt die Lions vor einem noch tieferen Absturz. Denn ansonsten gibt es wenige positive Argumente: Die Defense unter Matt Patricia ist und bleibt eine Katastrophe - in inzwischen 16 Spielen unter Patricia hatte Detroit eine 10-Punkte-Führung. Gewonnen haben sie ganze sieben davon. Die Man Coverage, die Patricia spielen will, ist durchschau- und schlagbar, der Pass-Rush ist häufig ein Totalausfall und die Lions werden dann häufig offensiv zu eindimensional und zu konservativ, dass sie nicht mehr zurück ins Spiel kommen. Und selbst die Passing-Offense, der beste Part dieses Teams, ist alles andere als eine konstante Kraft; als Detroit gegen die Saints ins Spiel zurückkommen musste, konnten Stafford und Co. gegen eine extrem anfällige Saints-Defense kein Big Play auflegen. Die Lions stehen wieder einmal vor einem Neustart, die einzig wichtige Frage scheint: Wird dieser noch radikaler als der, den Patricia vor drei Jahren angefangen hatte?

27. Jacksonville Jaguars (1-3)

Platzierung vor Saisonstart: 32.

Zwei Dinge lassen sich über die Jaguars festhalten. Dieses Team scheint trotz drei Pleiten über die ersten vier Spielen zu stark zu sein, um letztlich um den Nummer-1-Pick mitspielen zu können. Und: Die Offense ist zumindest unterhaltsam. Gardner Minshew spielt gut, auch wenn er vielleicht nicht die langfristige Franchise-Quarterback-Antwort sein mag. Diese Frage lässt sich noch nicht komplett beantworten, in jedem Fall aber zeigt Minshew immer wieder, dass er in guten Umständen funktioniert und auch vereinzelt Offense kreieren kann. Seine Accuracy, sein Gefühl für das Spiel, sein Pocket-Verhalten - Minshew macht Spaß, wenngleich die Abhängigkeit der Offense von D.J. Chark bereits deutlich sichtbar war. Die Defense derweil ist wie erwartet äußerst verwundbar. Auch Rookie-Corner C.J. Henderson ist nach seinem brandheißen Start merklich abgekühlt und der Pass-Rush ist kaum präsent. Myles Jack ist der Fixpunkt der Defense, ansonsten regieren Fragezeichen.

26. Miami Dolphins (1-3)

Platzierung vor Saisonstart: 27.

Wann kommt Tua? Die Nachfragen werden langsam aber sicher lauter. Gegen eine schwache Seahawks-Defense sah Ryan Fitzpatrick alles andere als gut aus - Miamis Defense hielt lange überraschend gut gegen Russell Wilson und Co., hier wäre sogar der ganz große Upset möglich gewesen. Allzu lange dürfte es nicht mehr dauern, bis Miami schließlich seinen Hoffnungsträger bringt. Und warum auch nicht? Die Offensive Line hat ihre Probleme, spielt aber bislang besser als gedacht und die Wide-Receiver-Waffen sind ebenfalls da. Defensiv derweil gibt es noch sehr, sehr viel Luft nach oben. Ohne Byron Jones funktioniert nicht nur die defensive Grundidee von Brian Flores nicht - auch der Rest der Secondary, beginnend mit Rookie-Corner Noah Igbinoghene, sah bisher alles andere als gut aus. Und im Pass-Rush ist kaum ein Team harmloser. Hier hat Flores noch viel Arbeit vor sich.

25. Atlanta Falcons (0-4)

Platzierung vor Saisonstart: 20.

Atlanta passt direkt in die gleiche Schublade wie Houston - mit der Ausnahme, dass die Falcons eben noch nicht die Reißleine gezogen haben. Genau wie letztes Jahr ist Head Coach Dan Quinn so dermaßen offensichtlich angezählt, dass es nur eine Frage der Zeit zu sein scheint, wann der Cut erfolgt. Letztes Jahr rettete er sich mit einer unerwartet starken Saisonhälfte, dazu sollten es die Falcons gar nicht erst nochmal kommen lassen. Die Defense - Quinns vermeintliche Kernkompetenz - ist eine komplette Katastrophe, während offensiv Julio Jones angeschlagen durch die Saison humpelt. Calvin Ridley ist ein Lichtblick und mit Ryan, Ridley, einem fitten Julio sowie einer soliden Offensive Line sollte Atlanta zumindest per Shootout ein paar Spiele gewinnen können, doch selbst hier wird die theoretische Feuerkraft immer seltener auch auf dem Platz gesehen. Und mehr als ein paar Shootout-Siege werden es mutmaßlich auch nicht.

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