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NBA

NBA: Power Ranking der Eastern Conference nach der Free Agency: Das Hauen und Stechen beginnt

Die Milwaukee Bucks und die Philadelphia 76ers wollen im Osten für Furore sorgen.

Die Free Agency der NBA ist vorüber, nun beginnen in den kommenden Tagen die Training Camps. Wo stehen die Teams nach Draft und Free Agency so kurz vor der Saison? SPOX-Redakteur Robert Arndt blickt auf Situation der 15 Teams aus der Eastern Conference und ordnet sie ein.

Am Ende der Conference finden sich einige alte Bekannte wieder. New York und Chicago taten nur wenig, womöglich ist dies aber genau die richtige Entscheidung.

Platz 15: Cleveland Cavaliers (Bilanz 19/20: 19-46)

Neuzugänge

  • Draft: Isaac Okoro (Nr. 5)
  • Trade: JaVale McGee (Los Angeles Lakers)
  • Free Agency: Damyean Dotson (New York Knicks), Thon Maker (Detroit Pistons)

Abgänge

  • Free Agency: Tristan Thompson (Boston Celtics), Matt Mooney, Ante Zizic
  • Trade: Jordan Bell, Alfonzo McKinnie (beide Los Angeles Lakers)

Es stehen weiter harte Jahre in Cleveland ins Haus. In der Offseason ist kaum etwas passiert, was grundsätzlich nicht falsch ist. Lediglich Tristan Thompson hätten die Cavs gerne gehalten. Das ist aber nicht weiter dramatisch, schließlich stehen in Kevin Love und Andre Drummond zwei weitere prominente Bigs im Kader, die weiter auf einen Trade warten.

Immerhin draftete GM Koby Altman diesmal keinen Guard und wählte stattdessen in Isaac Okoro einen defensivstarken Forward. Ob er im Alleingang eine historisch schlechte Verteidigung verbessern kann, ist aber anzuzweifeln, dennoch füllt er eine Lücke auf dem Flügel.

Das größte Problem bleibt aber Star-Power, die ist in Cleveland nicht gegeben. Collin Sexton mag ein netter Scorer sein, aber ein Abo-All-Star wird er wohl nicht. Von Darius Garland muss ohnehin deutlich mehr kommen. Immerhin: Im kommenden Draft schlummern jede Menge gute Flügelspieler und Stand jetzt dürfte Cleveland sehr hoch ziehen.

Platz 14: Detroit Pistons (20-46)

Neuzugänge

  • Draft: Killian Hayes (Nr. 7), Isaiah Stewart (16), Saddiq Bey (19), Saben Lee (38)
  • Trade: Delon Wright (Dallas Mavericks), Dzanan Musa (Brooklyn Nets), Rodney McGruder (L.A. Clippers), Dewayne Dedmon (Atlanta Hawks)
  • Free Agency: Jerami Grant (Denver Nuggets), Mason Plumlee (Denver Nuggets), Jahlil Okafor (New Orleans Pelicans), Josh Jackson (Memphis Grizzlies), Wayne Ellington (New York Knicks), Derrick Walton Jr.

Abgänge

  • Trade: Bruce Brown (Brooklyn Nets), Luke Kennard (L.A. Clippers), Khyri Thomas (Atlanta Hawks), Tony Snell (Atlanta Hawks)
  • Free Agency: Christian Wood (Houston Rockets), Langston Galloway (Phoenix Suns), Thon Maker (Cleveland Cavaliers), John Henson, Brandon Knight, Jordan McRae, Derrick Walton Jr., Jordan Bone, Louis King

In Detroit ist kaum ein Stein auf dem anderen geblieben, genau vier Spieler standen noch in der vergangenen Saison im Kader. Zwei davon könnten in den kommenden Monaten noch getradet werden, namentlich Derrick Rose und Blake Griffin, die bei einem Neuaufbau keine Rolle spielen sollten.

Wie dieser aber aussehen soll, ist nur in Ansätzen zu erkennen. Point Guard Killian Hayes hat nun die Schlüssel in der Hand, Saddiq Bey könnte ein guter Flügelspieler werden. Dennoch werfen einige Moves Fragezeichen auf. Talente wie Bruce Brown (Brooklyn) oder Luke Kennard (Clippers) wurden getradet, in Christian Wood ließ man einen hoch veranlagten Big Man via Sign-and-Trade gen Houston ziehen.

Gleichzeitig sammelte Neu-GM Troy Weaver aber Bigs wie Dewayne Dedmon (wieder entlassen), Mason Plumlee oder Jahlil Okafor, um dann mit Pick 16 in Isaiah Stewart einen weiteren Center zu ziehen. Auch 20 Millionen Dollar jährlich für Jerami Grant über drei Jahre auszugeben, ist vielleicht nicht die beste Idee. So oder so: Die Pistons werden tief im Keller des Ostens sein und wohl auch keine Chance auf ein Play-In haben, selbst wenn Rose und Griffin bleiben.

Platz 13: New York Knicks (21-45)

Neuzugänge

  • Draft: Obi Toppin (Nr. 8), Immanuel Quickley (25)
  • Trade: Omari Spellman, Jacob Evans (beide Minnesota Timberwolves)
  • Free Agency: Alec Burks (Philadelphia 76ers), Nerlens Noel (Oklahoma City Thunder), Austin Rivers (Houston Rockets), Michael Kidd-Gilchrist (Dallas Mavericks)

Abgänge

  • Free Agency: Bobby Portis (Milwaukee Bucks), Maurice Harkless (Miami Heat), Kadeem Allen, Damyean Dotson (Cleveland Cavaliers), Wayne Ellington (Detroit Pistons), Jared Harper
  • Trade: Ed Davis (Minnesota Timberwolves via Utah Jazz)
  • Entlassen: Taj Gibson, Wayne Ellington, Kenny Wooten

Es blieb ruhig bei den Knicks in dieser Offseason und das ist ein gutes Zeichen. Der größte neue Name ist Head Coach Tom Thibodeau, ansonsten wurde (bislang) von Trades für alternde Superstars wie Chris Paul oder Russell Westbrook abgesehen. Wie es scheint, setzt das neue Management tatsächlich auf einen langsamen Rebuild.

Alec Burks, Nerlens Noel oder Austin Rivers werden jungen Spielern wie R.J. Barrett, Obi Toppin und Mitchell Robinson kaum Spielzeit wegnehmen. Dafür können diese sich nun austoben und Fehler machen. Das wird hin und wieder schmerzen, aber dafür ist die Marschrichtung für die Saison klar. New York hat auch noch ein bisschen Cap Space übrig, womöglich nimmt man noch den ein oder anderen schlechten Vertrag auf, um dafür Picks einzustreichen.

2021 stehen wieder über 80 Millionen Dollar, also zwei gute Maximal-Slots zur Verfügung, dann kann man wieder versuchen, Stars in den Big Apple zu locken, um die darbende Franchise endlich wieder nach vorne zu bringen.

Platz 12: Chicago Bulls (22-43)

Neuzugänge

  • Draft: Patrick Williams (Nr. 4), Marko Simonovic (44), Devon Dotson (ungedraftet)
  • Free Agency: Garrett Temple (Brooklyn Nets), Noah Vonleh (Denver Nuggets), Zach Norvell (Santa Cruz Warriors, G-League))

Abgänge

  • Free Agency: Kris Dunn (Atlanta Hawks), Shaquille Harrison, Adam Mokoka, Max Strus

Auch in Chicago veränderte das neue Regime um Arturas Karnisovas recht wenig. Die besten Verteidiger in Kris Dunn und Shaquille Harrison wurden nicht gehalten, prominente Neuzugänge gab es keine. Der Litauer wurde in der Offseason nicht müde zu betonen, dass sich der Kader in den vergangenen Jahren unter Wert verkauft hat.

Einen Beweis dafür gibt es nicht. Lauri Markkanen geht in ein Vertragsjahr und will nun endgültig den Durchbruch schaffen. Center Wendell Carter Jr. spielte unter Coach Jim Boylen fast ohne Selbstvertrauen, dazu fehlte der beste Flügelspieler in Otto Porter fast das komplette Jahr verletzt. Von Coby White erhofft man sich zudem einen weiteren Sprung, an den Trade-Gerüchten um Zach LaVine soll nichts dran sein.

Man kann es sich durchaus so hindrehen, dass Chicago unter Neu-Coach Kenny Atkinson ein Anwärter auf die Playoffs ist. Allerdings haben auch andere Teams personell nachgeladen bzw. weniger Verletzungssorgen. Vermutlich wird sich die neue Führungsriege das Team für ein paar Monate anschauen, erst dann könnte es bei Misserfolgen einschneidende Veränderungen geben.

Platz 11: Charlotte Hornets (23-42)

Neuzugänge

  • Draft: LaMelo Ball (Nr. 3), Vernon Carey Jr. (32), Nick Richards (42), Grant Riller (56), Nate Darling (ungedraftet, Two-Way)
  • Free Agency: Gordon Hayward (Boston)

Abgänge

  • Free Agency: Dwayne Bacon (Orlando Magic), Willy Hernangomez (New Orleans Pelicans), Kobi Simmons, Ray Spalding

Unverhofft gab es in dieser Offseason einiges aus Charlotte zu hören. Da waren erst die Gerüchte um Russell Westbrook und dann der 120-Millionen-Dollar-Vertrag für Gordon Hayward, was einige mit Stirnrunzeln begleiteten. Die Hornets wollen nach einem Tanking-Jahr wieder in die Playoffs.

Aber selbst wenn Hayward über eine Saison fit bleiben kann, dürfte dies ein schwieriges Unterfangen werden. Mit Cody Zeller und P.J. Washington haben die Hornets nur zwei brauchbare Bigs, hinter Hayward sieht es auf dem Flügel düster aus. Und dann ist da noch die etwas undurchsichtige Situation im Backcourt.

Im vergangenen Jahr teilten sich Terry Rozier und Shootingstar Devonte' Graham den Ball, nun kommt mit LaMelo Ball ein weiterer Ballhandler, der sein komplettes Leben lang im Fokus stand. Wer wird nun von der Bank kommen, wer wird die Zügel in der Hand halten? All das sind Fragen, die für einige Probleme sorgen könnten. Charlotte wird eine solide Rolle spielen, doch die Playoffs könnten dann doch ein etwas ambitioniertes Ziel sein.

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