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US-Sport

"Ich will das Ding gewinnen"

Moritz Wagner sorgt bei der March Madness mit den Michigan Wolverines für Furore
© getty

SPOX: Im Sweet 16 in der Nacht zum Freitag wartet 3-Seed Oregon. Wie bereitet man sich bei so einem engen Turnier-Zeitplan überhaupt auf einen neuen Gegner vor?

Wagner: Das ist schon schwieriger als in der Saison. Es ist eine Ausnahmesituation, wenn man nach 48 Stunden schon wieder ran muss und manchmal nicht mal 24 Stunden vorher weiß, wer der Gegner sein wird. Die Coaches teilen sich natürlich auf, scouten verschiedene Teams und stellen die Informationen vor. Wir haben am Tag mehrere Meetings, in denen wir uns spezielle Aspekte des gegnerischen Spiels vornehmen und anschließend bestimmte Dinge durchlaufen. Gerade die Defense steht dabei natürlich im Fokus.

SPOX: Nach Ihrem starken Spiel haben Sie die ersten US-Journalisten schon als als einen der 30 besten Spieler des Jahrgangs bezeichnet. Denken Sie schon manchmal an den Draft?

Wagner: Ja, das geht in den USA extrem schnell. Es ist natürlich schön, dass die Leistung, die man zeigt und die Arbeit, die man da hineingesteckt hat, anerkannt werden. Und was das ganze Profi-Thema angeht, natürlich hat man das als junger Spieler im Hinterkopf und die NBA ist ein Traum, den ich seit vielen Jahren habe. Aber aktuell beschäftige ich mich damit wenig, auch ein bisschen zum Selbstschutz. Ich bin kaum in Sozialen Netzwerken unterwegs und lese mir auch im Netz kaum Sachen zu dem Thema durch. Ich lasse die Dinge lieber einfach ihren Lauf nehmen.

SPOX: Sie hatten vor kurzer Zeit die Möglichkeit, Dirk Nowitzki zu treffen. Was war das für eine Erfahrung?

Wagner: Das war ziemlich cool, er ist so entspannt. Er nimmt nichts selbstverständlich und ist enorm bescheiden. Dirk ist ein total netter Kerl und ich konnte mich mit ihm über alles Mögliche unterhalten, nicht nur über Basketball.

SPOX: Haben Sie sich für Ihr Spiel auch etwas von Dirk abgeschaut?

Wagner: Was den Wurf angeht und die Technik in der Offensive ist er schon unfassbar gut. Als ich jünger war, habe ich versucht, seine hohe Flugkurve nachzuahmen. Das ist inzwischen auch zu einem echten Merkmal meines Wurfs geworden. Aber natürlich werde ich mich hüten, meinen Wurf mit seinem zu vergleichen. (lacht)

SPOX: Wie intensiv ist Ihr Kontakt mit der alten Heimat Berlin und Ex-Klub Alba noch?

Wagner: Sehr intensiv. Mit meinem Individualtrainer von früher schreibe ich täglich und mit Konstantin Lwowsky, der jahrelang mein Headcoach in der Alba-Jugend war, auch regelmäßig. Und ich stehe noch in Kotakt zu Niels Giffey, mit dem ich früher zusammengespielt habe und der hier in den USA zwei NCAA-Titel geholt hat. Wir sind echte Homies. Wenn ich in Berlin bin, treffen wir uns immer zum Essen.

SPOX: Bekommen Sie inzwischen tagtäglich zu spüren, dass Ihr Name in den USA in jedem Haushalt ein Begriff ist?

Wagner: In der Form natürlich noch nicht, aber auf dem Campus ist es schon enorm. Gerade nach dem Spiel gegen Louisville hat das nochmal zugenommen. Im Abstand von wenigen Minuten kommen Leute auf mich zu, geben mir einfach so High Five und fragen, wie es mir geht. Oder sie rufen einfach nur 'Go Blue!' Es ist schon cool, so viel Aufmerksamkeit zu bekommen.

SPOX: Wie ist es die Wahrnehmung in Deutschland? Bekommen Sie davon etwas mit?

Wagner: Gerade ist es richtig viel. In den letzten 24 Stunden ist mein Handy explodiert. Ich habe Nachrichten von Leuten bekommen, von denen ich seit Jahren nichts mehr gehört habe. Von ehemaligen Kollegen aus dem Trainingskader bis zu Klassenkameraden aus der Grundschule. Mir war nicht bewusst, dass das für die Menschen in Deutschland so eine Rolle spielt. Aber es ist sehr cool. (lacht)

Das komplette March Madness Bracket im Überblick

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