Boxen

"McGregor hat Eier so groß wie Hüpfbälle"

Floyd Mayweather Jr. und Conor McGregor kommen aus zwei verschiedenen Welten

McGregor ist komplett größenwahnsinnig

Hein: Das ist er - aber im positiven Sinne. McGregor hat Eier so groß wie Hüpfbälle. Er hat eine Aura, um auch andere davon zu überzeugen, dass er zu Recht in diesem Kampf steht. Der Ire ist zudem ein brillanter Geschäftsmann und dafür muss man eben ein wenig verrückt sein. Man muss den Wahnsinn aber auch glauben und wenn ein Mensch an einen Sieg von McGregor glaubt, dann ist es er selbst. McGregor glaubt wirklich daran. Diesen unbeugsamen Willen und diesen Glauben darf niemand jemals unterschätzen. Es ist doch so, dass immer ein Verrückter die Tür eintreten muss und dann folgen weitere. Wenn McGregor gewinnt, dann werden weitere MMA-Fighter den Schritt in den Boxring wagen.

Todorov: Natürlich will McGregor durch den Kampf seinen Namen noch größer machen. Er verkauft sich als Person, dafür kann man ihm keinen Vorwurf machen. Er ist, wie du sagst, ein Geschäftsmann. Sein Risiko ist gering, was soll passieren? Er "gewinnt" auf jeden Fall. Sollte er aber wirklich denken, dass er eine Chance hat, dann ist er größenwahnsinnig.

Höfling: Conor versteht das Business einfach. McGregor hat sich durch sein Charisma in eine Position gebracht, für die seine sportlichen Erfolge im Octagon, ohne diese schmälern zu wollen, nie und nimmer ausgereicht hätten. Rein vom boxerischen Standpunkt aus gesehen, hat er mit Mayweather in einem Ring nichts zu suchen. Und dennoch steht er irgendwie nicht zu Unrecht mit der Box-Legende in selbigem. Er liefert das, was die Leute sehen wollen. Er tritt größenwahnsinnig auf, kann seine große Klappe aber auch mit Leistungen rechtfertigen. Im Endeffekt folgen beide doch dem gleichen Prinzip. Sie polarisieren, entweder man hasst McGregor oder man liebt ihn. Das gilt auch für Mayweather. Geschäftsmann hin oder her: Ich denke, dass er so von sich überzeugt ist, dass er tatsächlich an seine Chance glaubt. Verrücktheit kennt halt keine klaren Grenzen.

Platte: Wir sind uns wohl alle einig, dass er auf jeden Fall ein brillanter Geschäftsmann ist. Da kann es eigentlich weltweit keine zwei Meinungen geben. Für mich ist er auch nicht größenwahnsinnig. Er spielt das Spielchen einfach mit, das man im Vorfeld eines solchen Fights spielen muss. Größenwahnsinnig wäre für mich jemand, der noch überhaupt nichts geleistet hat - und das ist bei Conor ja nicht der Fall. McGregor stellt sich jeder Herausforderung, will nur gegen die besten Kämpfer antreten. Er ist extrovertiert, ein Charakterkopf. Ich habe das Gefühl, dass er genau weiß, was er macht. Er glaubt an sich. Was ich mir aber vorstellen kann, ist, dass er die ganze Sache dann doch ein wenig unterschätzt. Gegen Mayweather zu gewinnen, ist für ihn theoretisch unmöglich.

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