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Basketball

EuroBasket 2022: Verlängerungsdrama gegen Litauen! Franz Wagner und Maodo Lô lassen DBB jubeln

Das DBB-Team bleibt bei der EuroBasket 2022 nach einem weiteren Thriller ungeschlagen und steht vorzeitig im Achtelfinale. Beim 109:107 nach doppelter Verlängerung gegen das noch immer sieglose Litauen schwang sich Franz Wagner zum Matchwinner auf. In der zweiten Overtime tütete Maódo Lô den Sieg ein. Es könnte aber noch ein Nachspiel geben, da die Schiedsrichter einen schwerwiegenden Fehler gemacht haben. Litauen hat bereits Protest eingelegt.

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Franz Wagner war mit 32 Punkten (12/20 FG) und 8 Rebounds der überragende Spieler des DBB-Teams. Für die Big Plays in der zweiten Overtime sorgte schließlich Maódo Lô (21 Punkte), der mit zwei Dreiern am Stück das deutsche Team auf die Siegerstraße brachte. Ein litauischer Dreier mit der Schlusssirene war schließlich zu kurz. Dennis Schröder zeigte wieder Licht und Schatten, für ihn wurden letztlich 25 Punkte (10/27 FG, 2/10 Dreier) und 8 Assists notiert.

"Es war auf jeden Fall wild, aber es war richtig geil", sagte Wagner gegenüber MagentaSport: "Die Stimmung ist krass hier. Dass wir so zurückgekommen sind: Solche Spiele sind immer noch ein bisschen geiler." Lô lobte die Atmosphäre in der Halle: "Es macht Bock... Bisher ist dieses Turnier für mein Gefühl sehr gut für Basketball. Ich hoffe, diese Euphorie, mit der wir spielen, kommt auch bei den Fans an."

Auf Seiten der Litauer war Jonas Valanciunas in der Zone nicht zu stoppen, der Center der New Orleans Pelicans foulte Daniel Theis und Johannes Thiemann fast im Alleingang aus und beendete die Partie mit 34 Punkten und 14 Rebounds. Aufgrund eines vergessenen Freiwurfs in der Schlussphase hat Litauen aber bereits Protest gegen die Spielwertung eingelegt.

Deutschland blieb bei der Starting Five aus dem Bosnien-Spiel. Bei den Litauern standen zunächst Rokas Jokubaitis, Marius Grigonis, Rokas Giedraitis, Domantas Sabonis und Valanciunas auf dem Court.

Erneut war der Beginn eher von der Defense geprägt, beide Teams hatten eher wenig Rhythmus und leisteten sich zudem einige Leichtsinnsfehler. Zum Ende des Viertels taute Lô auf und punktete einige Male sehenswert aus der Isolation, auf der Gegenseite hatte Valanciunas einige gute Aktionen im Post. 19:19.

Im zweiten Viertel startete Litauen eiskalt, in vier Minuten brachten die Gäste nur 2 Punkte aufs Scoreboard. Deutschland wurde besser, Schröder scorte per Drive, dann legte Obst einen Dreier nach (+9). Beide Teams nahmen nun den zweiten Big runter, das gab vor allem Valanciunas Auftrieb. Doch auch Wagner drehte nun auf und versenkte zwei Dreier, es wurde offensiv auf beiden Seiten weitaus besser. Es ging mit 46:41 für Deutschland in die Pause.

Vergessener Freiwurf sorgt für Ärger - Lô entscheidet die Partie

Beide Teams kamen solide aus der Kabine, Litauen versuchte es nun mit Sabonis und Valanciunas noch mehr zu forcieren. Das resultierte in vielen deutschen Fouls. Der Vorsprung schrumpfte, dann sorgte Weiler-Babb per Jumper mal wieder für Entlastung und Schröder machte aus einem Steal 2 weitere Punkte. Spielfluss gab es nun aber nicht mehr, dafür ertönten zu viele Pfiffe. Brazdeikis glich eine Minute vor Ende des Viertels aus, Lô konterte per Stepback-Dreier. Es ging mit 66:65 ins letzte Viertel.

Sabonis erzielte 5 schnelle Punkte und brachte Litauen in Führung. Doch Deutschland hatte die Antwort, Wagner traf von draußen, dann forcierte das DBB-Team zwei Litauer Turnover, konnte aber selbst nicht scoren. Brazdeikis brach den Bann, Theis per Putback und Schröder mit einem sehenswerten Turnaround-Jumper stellten auf +5. 45 Sekunden vor Schluss brachte Valanciunas die Litauer noch einmal auf -2 heran, wenig später war der Center per Putback wieder zur Stelle und schaffte tatsächlich den Ausgleich.

Es folgten Diskussionen, weil zum Ende des dritten Viertels ein technisches Foul gegen Bundestrainer Herbert durch die Referees vergessen wurde. Der fällige Freiwurf wurde einfach nicht ausgeführt. Laut Regelwerk ist das aber nicht nachholbar, sodass der eingelegte Protest der Litauer ohne Erfolg bleiben dürfte. So hatte Deutschland die Chance auf den Sieg, doch Schröder vergab aus der Mitteldistanz.

Deutschland wirkte platt, die Litauer setzten sich in der Verlängerung schnell ab, aber der DBB kam zurück. Thiemann verkürzte per Dunk auf -1, Schröder glich 30 Sekunden vor dem Ende per And-1 gegen Sabonis wieder aus. Voigtmann zog auf der Gegenseite das Offensiv-Foul, doch Wagner konnte das Team nicht belohnen.

Das übernahm in der zweiten Verlängerung Lô, der mit zwei Dreien am Stück Deutschland vorne hielt. Litauen hatte durch Arnas Butkevicius mit der Sirene noch die Chance auf den Sieg, doch der Dreier war zu kurz und das DBB-Team überlebte.

Das nächste Spiel der deutschen Mannschaft findet nach einem Tag Pause am Dienstag statt, um 20.30 Uhr geht es dann gegen Slowenien. Dort wird es dann um den Gruppensieg gehen, denn nach dem Sieg der Franzosen gegen Ungarn am Sonntagabend erreichte das DBB-Team vorzeitig das EM-Achtelfinale.

Die wichtigsten Statistiken

Deutschland vs. Litauen 109:107 2OT (BOXSCORE)

  • Die physischen Vorteile der Litauer mit ihren zwei NBA-Bigs kamen kaum zum Vorschein, zumindest nicht, wenn beide gemeinsam auf dem Court standen. Tatsächlich hatte Deutschland in Halbzeit eins sogar mehr Points in the Paint (24 zu 16) und mehr Rebounds (19 zu 16).
  • In Halbzeit zwei kippte dies ein wenig, und das zeigte sich vor allem bei den Freiwürfen. Gerade Valanciunas bekam phasenweise in jedem Angriff einen Pfiff, Wohlfahrt-Bottermann (in 2:55 Minuten!) und Theis standen so schon Mitte des dritten Viertels bei 4 Fouls. Litauen nahm am Ende 35 Freebies (28 Treffer), Deutschland hatte 12/15.
  • Beide Teams waren eher von Einzelaktionen abhängig. Bei Litauen war es häufig Valanciunas im Post, bei Deutschland punkteten vor allem Lô und Wagner oft aus Isolationen. Insgesamt gab es in Halbzeit eins nur 11 Assists zu sehen. Litauen ließ dann nach der Pause den Ball etwas besser laufen, sodass die Gäste hier mit 20:15 die Nase vorn hatten.
  • In den ersten beiden Spielen dominierte die deutsche Bank ihren Konterpart. Das war diesmal nicht der Fall: Zwar lieferte vor allem Lô wieder einen guten Punch, aber die Litauer konnten da vor allem dank Kuzminskas (11) mithalten. Am Ende stand es hier 36:36.

Deutschland vs. Litauen: Die Reaktionen

Dennis Schröder über Franz Wagner: "Wenn er so weitermacht, wird er ein sehr, sehr Großer."

Franz Wagner: "Es war auf jeden Fall wild, aber es war richtig geil. Die Stimmung ist krass hier. Dass wir so zurückgekommen sind: Solche Spiele sind immer noch ein bisschen geiler."

Der Star des Spiels: Franz Wagner

Was für ein unfassbares Spiel des Jüngsten! 18 Punkte in der ersten Halbzeit, wichtige Würfe in der Crunchtime und Big Plays in der Defense. In den Extra-Minuten schwanden die Kräfte, doch dann sprangen Schröder und vor allem Lô in die Bresche.

Der Flop des Spiels: Domantas Sabonis

Sabonis ist noch nicht bei dieser EuroBasket angekommen. Der NBA-Center sucht weiter seine Rolle und war vor allem in Halbzeit eins überhaupt kein Faktor. Nach der Pause verbessert, doch später foulte der Kings-Big vorzeitig aus. "Domas" kann mehr als 13 Punkte (5/10) und 7 Rebounds.

Die Szene des Spiels

Wie eiskalt ist dieser Lô? Als gefühlt jeder Akteur bereits im roten Bereich war, reihte Lô zwei Dreier aneinander und erlöste damit das DBB-Team. Es war ein Moment, der wie gemacht für einen Zocker wie Lô war.

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