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Fussball

WM Kompakt am 5. Dezember: 1000 Elfmeter sollen Spanien retten

Von Stefan Petri

Die letzten zwei Wochen der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar sind angebrochen. Noch nicht ausgeschieden: das WM Kompakt. Diesmal mit dabei sind ein Elfmeter mit Folgen für die Familie, gleich 1000 Elfer für Spanien, angebliche Prügel vom mexikanischen Co-Trainer, ein martialischer Sadio Mané - und eine schonungslos ehrliche Ansage für Superstar Neymar.

WM 2022 in Katar - Zahl des Tages: 1000

Nein, nicht Messis Pflichtspiele. Diesmal geht es um Spanien-Trainer Luis Enrique. Der hat ja immer ein paar gute Ideen auf Lager - ihr wisst schon: "Sex ja, Orgien nein" und so. Und auf die K.o.-Runde, die für die Furia Roja morgen Nachmittag gegen Marokko beginnt, hat er sich ebenfalls etwas überlegt.

Hausaufgaben für seine Spieler nämlich. Und zwar schon "vor einem Jahr": "Sie sollten mindestens 1000 Elfmeter schießen im Training ihres Vereins." Das Duell vom Punkt sei nämlich "nicht nur Glück".

Warum die vielen Testversuche helfen? Der Elfer sei "der Moment der größten Verantwortung, da braucht man feste Abläufe", erklärte der 52-Jährige: "Man kann den Druck nicht trainieren, aber mit Routine aus dem Training lässt sich leichter damit umgehen." Wenn man Druck trainieren könnte, hätten Leo Messi und Robert Lewandowski auch keinen Elfer bei diesem Turnier verschossen ...

Wie sieht eigentlich die spanische Bilanz bei Elfmeterschießen bei großen Turnieren aus? Bei Europameisterschaften 4:2, zuletzt aber mit der Niederlage im Halbfinale gegen Italien 2021. Bei Weltmeisterschaften nur 1:2 - 2018 war so im Achtelfinale gegen Gastgeber Russland Schluss. Die letzten zwei Turniere wurden also vom Punkt vergeigt ...

WM 2022 in Katar - Zusammenbruch des Tages: André Ayew

Ghanas Rekordspieler André Ayew verschoss im letzten Gruppenspiel gegen Uruguay einen Elfmeter, am Ende verloren die Afrikaner mit 0:2 und mussten nach der Vorrunde ihre Koffer packen. Der Fehlschuss hatte aber kurzzeitig schlimme Folgen für Ayews siebenjährige Tochter Maha. Die war lauf dem holländischen Nachrichtenportal HLN so mitgenommen durch den vergebenen Elfer, dass sie auf der Tribüne zusammenbrach und ohnmächtig wurde.

Ayew wurde nach seiner Auswechslung in der Pause informiert und machte sich direkt auf den Weg ins Krankenhaus zu seiner Maha. Glück im Unglück: Der ging es mittlerweile schon besser, alles ging gut aus. "Dank Allah, dem Allmächtigen, geht es ihr wieder besser", schrieb Ayew dann auch selbst bei Instagram. Die Elfer sollte von nun aber vielleicht besser jemand anders schießen ...

WM 2022 in Katar: So liefen die Spiele am 5. Dezember

Japan - Kroatien 1:3 n. E. (1:1): Hier geht es zum Spielbericht

  • Kroatien setzte auf Ballbesitz und versuchte, sich dem japanischen Tor mit Kombinationsfußball anzunähern. Das war ansehnlich und sorgte immer wieder für Gefahr.
  • Japan aber blieb gewohnt flink im Umschaltspiel. Auch für sie ergaben sich gute Gelegenheiten - die Führung aber entsprang einem einstudierten, kurz ausgeführten Eckball: Der Freiburger Ritsu Doan schlug den Ball nach innen, die Kroaten verloren vorübergehend die Orientierung, Maeda, Stürmer von Celtic Glasgow, schaltete im Getümmel am schnellsten (44.).
  • Kroatien aber kam zurück. Ivan Perisic köpfte ins lange Eck und glich nach 55 Minuten aus. Anschließend folgten ein offenes Duell und eine ereignisarme Verlängerung. Im Elfmeterschießen behielt Kroatien schließlich die Nerven. Im ersten Elfmeter-Thriller der WM haben "Hexer" Dominik Livakovic und die kroatischen Veteranen den Deutschland-Schreck Japan entzaubert. Drei Elfer hielt der kroatische Keeper.
  • Kroatien steht nun übrigens bei einem kuriosen Wert: Sieben der letzten acht K.-o.-Spiele der Kroaten gingen in die Verlängerung. Lediglich die Final-Niederlage gegen Frankreich bei der WM 2018 wurde nach 90 Minuten entschieden.

Brasilien - Südkorea 4:1: Hier geht es zum Spielbericht

  • Brasilien tanzte, Brasilien feierte, Brasilien machte einfach Spaß! Traumtore, schnelle Kombinationen, schöne Einzelaktionen - "sowas sieht man sonst nur am Strand", kommentierte Béla Réthy im ZDF passend.
  • Nach dem 1:0 (7.) ließ Vinicius Junior mit drei Kollegen elegant die Hüften kreisen, Neymar (13., Foulelfmeter) hüpfte mit der Mannschaft wie wild in der Jubeltraube, Richarlison (29.) tanzte nach seinem Traumtor sogar mit Trainer Tite. An diesem Abend ging gegen teils zu naiv auftretende Südkoreaner alles. Als Lucas Paqueta auf 4:0 erhöhte (36.), war längst alles klar.
  • Trainer Tite nutzte die Situation, um im zweiten Durchgang stark zu rotieren. Mittlerweile hat er alle 26 Spieler des Kaders eingesetzt, das ermöglichte Paik Seung-Ho immerhin den Ehrentreffer (76.).

WM 2022 in Katar - Rekord des Tages: Dominik Livakovic

Dominik Livakovic hat Kroatien den Einzug in das WM-Viertelfinale beschert. Der Torhüter hielt gleich drei Elfmeter der Japaner. Zugegebenermaßen waren die nicht allzu gut geschossen, aber der Kroate hatte stets den richtigen Riecher. Damit sicherte sich Livakovic sogar einen WM-Rekord. Zuvor gelang es nur zwei weiteren Torhütern, drei Elfmeter zur Entscheidung eines K.-o.-Spiels zu halten: Ricardo (für Portugal gegen England 2006) und Danijel Subasic (für Kroatien 2018 gegen Dänemark).

Gutes Omen also für die Kroaten? Als Subasic damals drei Elfmeter im Achtelfinale parierte, ging es für sie bis ins Finale. Dort scheiterten sie schließlich an Frankreich. Im Viertelfinale treffen die Kroaten auf das favorisierte Brasilien.

WM 2022 in Katar - Drama des Tages: Raheem Sterling

Die Three Lions haben im bisherigen Turnierverlauf einen sehr guten Eindruck gemacht, sieht man mal vom 0:0 gegen die USA ab. Nach dem souveränen Sieg gestern über den Senegal muss man ihnen sogar Chancen im Viertelfinale gegen Frankreich einräumen - wenn sie Kylian Mbappé stoppen können (siehe unten).

Leider kann es aber sein, dass Raheem Sterling am Samstagabend nicht dabei ist. Der Dribbler vom FC Chelsea musste schon gestern passen - und der Grund ist ein ganz übler: Laut BBC wurde in seinem Haus in London in der Nacht auf Sonntag eingebrochen, und dabei waren seine drei kleinen Kinder daheim. Die Täter sollen bewaffnet gewesen sein.

Sterling "wird nach Hause fliegen", erklärte Trainer Gareth Southgate. In solchen Momenten spielt der Fußball natürlich nur eine Nebenrolle. Wir können von dieser Stelle nur alles Gute wünschen, vielleicht kann er im weiteren Turnierverlauf ja doch noch eingreifen.

WM 2022 in Katar - Attacke des Tages: Tata Martino

Es gibt wohl nicht viele Trainer oder Spieler, die nach dem Aus in der WM-Vorrunde in der Heimat wohlwollend empfangen werden, das liegt in der Natur der Sache. Erst recht dann, wenn man sich nach sieben Achtelfinals in Serie deutlich mehr ausgerechnet hat. Mexiko-Coach Gerardo "Tata" Martino hatte deshalb am Flughafen in Mexiko City einen wahren Spießrutenlauf vor sich.

Ein Fan beschimpfte ihn mit den Worten: "Du hast uns den Erfolg gestohlen. Das ist das Einzige, wofür du gekommen bist." Andere bezeichneten ihn als "größten Witz in Mexiko" und "den größten Dieb von allen". Martinos Vertrag war nach dem WM-Aus ausgelaufen, bei El Tri steht wohl ein großer Umbruch an.

Den größten Skandal am Flughafen könnte sich aber Martinos Assistent Norberto Scoponi geleistet haben: Ein Fan warf ihm vor, ihm mehrere Ohrfeigen verpasst zu haben. Fortsetzung folgt ...

WM 2022 in Katar - Zitate des Tages: Philipp Lahm und Sadio Mané

"Deutschland muss sich neu erfinden, damit Gary Lineker wieder recht hat. Bisher haben die großen Nationen in Katar keine Probleme - mit Ausnahme von uns."

(Philipp Lahm über den WM-Verlauf in seiner Kolumne für den Guardian)

"Ihr seid mit der Waffe in der Hand gefallen. Das Volk ist sehr stolz auf eure Leistung und ihr habt Balsam in die Herzen der Senegalesen und aller Fans gebracht, indem ihr die Nationalflagge würdig verteidigt habt. Das Lernen geht weiter, wir hoffen auf viel Erfolg. Wir werden uns auf die Suche nach weiteren Trophäen machen."

(Sadio Mané bei Instagram über die Leistung des Senegals bei der WM in Katar)

WM 2022 in Katar: Die Spiele am 5. Dezember

Uhrzeit (MEZ)BegegnungRundeLiveticker/Spielbericht
16 UhrJapan - KroatienAchtelfinaleSpielbericht
20 UhrBrasilien - SüdkoreaAchtelfinaleSpielbericht

 

WM 2022 in Katar - Statistik des Tages: Kylian Mbappé

Mit seinen beiden Krachern beim 3:1 gegen Polen hat sich Kylian Mbappé endgültig zum Gesicht dieser Weltmeisterschaft gemacht. Fünf Tore schon im Turnierverlauf, und dabei ist der Kerl gerade mal 23. Neun WM-Tore sind es insgesamt, der WM-Rekord von Miro Klose (16) scheint da durchaus in Reichweite zu sein - ein paar Jahre wird er ja wohl noch spielen.

Doch damit nicht genug: Stand jetzt hat Mbappé genauso viele WM-Tore erzielt wie Lionel Messi und eines mehr als Cristiano Ronaldo. Und in K.o.-Runden ist er dem Duo schon jetzt weit voraus.

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