Cookie-Einstellungen
Fussball

Real Madrid im Kadercheck: Das große Aufräumen nach dem Champions-League-Finale?

Marcelo droht nach 15 Jahren das Aus bei Real Madrid.

Für Real Madrid beginnt nach dem Champions-League-Finale gegen den FC Liverpool der Kader-Umbau für die neue Saison. Die Absage von Kylian Mbappe wirkt nach, könnte aber eine Chance für andere Spieler werden. SPOX zeigt, wie der Kader der Königlichen in der neuen Saison aussehen könnte.

Kylian Mbappe oder nix! So ungefähr hörte es sich seit Monaten an, wenn man über die Zukunft von Real Madrid sprach. Der Franzose sollte der neue galaktische Fixpunkt der neuen Ära werden, aber bekanntlich entschied er sich, seinen Weg bei Paris Saint-Germain fortzusetzen.

Bei Real Madrid muss man umdenken. Klar ist, dass der Kader sicherlich die eine oder andere Auffrischung braucht, aber einen großangelegten Umbruch wird es wohl nicht geben, auch wenn nach Mbappes Absage Kapazitäten frei geworden sind. Mit Antonio Rüdiger (FC Chelsea) hat man ablösefrei eine echte Verstärkung wohl schon bekommen. Bei Aurelien Tchouameni von der AS Monaco ist man guter Dinge, dass der Transfer klappen könnte.

Dabei wird es kaum bleiben, weil Geld da ist. Dieses könnte aber auch in die aktuelle Mannschaft fließen. Es gibt noch die eine oder andere Baustelle im Kader - und noch müssen Personalien geklärt werden. SPOX erklärt im Kadercheck, wer auf eine Real-Zukunft bauen darf und wer das Weite suchen wird oder könnte.

Diese Spieler werden auch 2022/23 bei Real Madrid spielen

Thibaut Courtois

Torwart, 30 Jahre, Vertrag bis 2026, 50 Pflichtspiele

Der Belgier spielte eine überragende Saison bei Real Madrid, trumpfte vor allem in der Champions League immer wieder ganz groß auf und ist längst unumstritten. Courtois entwickelte sich nicht nur im Tor zum absoluten Leistungsträger, sondern ist auch außerhalb des Platzes ein wichtiges Mitglied für den Zusammenhalt in der Mannschaft und nach außen hin ein Sprachrohr, dass das Selbstvertrauen der Königlichen immer wieder kommuniziert. An ihm wird es nicht nur in der kommenden Saison, sondern auch in den nächsten Jahren kein Vorbeikommen geben.

Andriy Lunin

Torwart, 23 Jahre, Vertrag bis 2024, vier Pflichtspiele

Der Ukrainer hat einen undankbaren Job als Vertreter von Courtois, an dem logischerweise kein Vorbeikommen ist. Dabei findet Trainer Carlo Ancelotti großen Gefallen am Schlussmann, der nach diversen (teils unerfolgreichen) Leihversuchen in seiner zweiten Saison als Ersatztorhüter fungiert. Lunin spricht sehr gutes Spanisch und ist akzeptiert in der Mannschaft. Ancelotti schätzt die Trainingsarbeit Lunins, zu Beginn der Saison ließ der Italiener durchblicken, dass er dem Schlussmann noch mehr Einsatzchancen geben will. Daraus ist fast nichts worden, weil Courtois nur einmal wegen einer Corona-Infektion ausfiel und ansonsten überragend hielt. Wenn sich Lunin nicht woanders als Nummer 1 beweisen will, wird er bleiben.

Daniel Carvajal

Rechter Verteidiger, 30 Jahre, Vertrag bis 2025, 35 Pflichtspiele

Hier und da zwickt es an den Muskeln und dann fällt er aus. Wenn nicht, spielt der Ex-Leverkusener fast immer. Nicht umsonst verlängerte Real Madrid zu Saisonbeginn den Vertrag des Spaniers bis 2025. Manchmal fehlte in der abgelaufenen Saison es ein bisschen an Konstanz in den Leistungen. Schwachen Vorstellungen, nach denen man zweifelte, folgten Weltklasseauftritte. Das Niveau ist eher höher als niedrig, von daher führt auch kein Weg an ihm vorbei.

Lucas Vazquez

Rechter Verteidiger, 30 Jahre, Vertrag bis 2024, 41 Pflichtspiele, drei Tore

Lucas Vazquez ist ein Spielertyp, der gerne mal unter dem Radar läuft, aber der Spanier ist ein ungemein wichtiger Mann für den Kader von Carlo Ancelotti. Aufgrund der häufigen Ausfälle von Dani Carvajal spielte Vazquez auch in dieser Saison zumeist rechts hinten. Wie schon unter Zinedine Zidane, wie auch schon davor. Der gelernte offensive Außenbahnspieler hat sich mit seiner Rolle längst abgefunden und sich in dieser Saison vor allem defensiv nochmal weiterentwickelt, sodass er nicht nur als Backup, sondern auch als vollwertige Kraft für die defensive Außenposition gelten kann. Er wird weiter wichtig bleiben.

Eder Militao

Innenverteidiger, 24 Jahre, Vertrag bis 2025, 49 Pflichtspiele, zwei Tore

Nach den Abgängen von Sergio Ramos und Raphael Varane gab es natürlich Fragezeichen bei Real Madrid, ob die Qualität gehalten werden kann. Aber Eder Militao hat gemeinsam mit David Alaba jegliche Fragezeichen weggespült. Seit seiner Verpflichtung 2019 vom FC Porto für 50 Millionen Euro hat der Brasilianer eine beachtliche Entwicklung genommen. Ihm gehört die Zukunft und auch Interessenten wie der FC Chelsea wurden längst abgeblockt. Obwohl der Vertrag noch bis 2025 läuft, wird sogar über eine Vertragsverlängerung spekuliert.

David Alaba

Innenverteidiger, 29 Jahre, Vertrag bis 2026, 45 Pflichtspiele, drei Tore

Alles, was man sich von David Alaba bei Real Madrid erhofft hatte, ist eingetreten. In seiner ersten Saison wurde der Österreicher nicht nur zur sportlichen Verstärkung, sondern auch zur Integrationsfigur in der Kabine. Ein Spieler, der alle Gruppen in einem Kader vereinen kann und vorweggeht. Diese Rolle hatte er auch beim FC Bayern inne - wie wichtig diese Aufgabe ist, wird man in der einen oder anderen Situation in München auch gespürt haben. In der neuen Saison kommt mit Antonio Rüdiger ein neuer Innenverteidiger, weswegen es auch gut sein kann, dass Alaba hier und da auch auf andere Positionen ausweichen könnte. Sicher ist aber: Er wird weiter sehr wichtig sein.

Nacho Fernandez

Innenverteidiger, 32 Jahre, Vertrag bis 2023, 42 Pflichtspiele, drei Tore

Wenn es irgendwo brennt, ruf Nacho! Der Spanier hat in dieser Saison wieder alle Löcher gestopft, die es bei Real Madrid zu stopfen gab. Linksverteidiger, Innenverteidiger rechts oder links, Rechtsverteidiger. 42 Pflichtspiel-Einsätze sprechen dann am Ende auch eine deutliche Sprache. Beeindruckend auch seine Champions-League-Bilanz. In der Königsklasse verpasste er nur ein Spiel wegen einer Gelbsperre und stand sonst immer in der Startelf. Ein neuer Vertrag winkt.

Ferland Mendy

Linker Verteidiger, 26 Jahre, Vertrag bis 2025, 34 Pflichtspiele, zwei Tore

Wenn er nicht verletzt ist, spielt der Linksverteidiger immer. Zwar gibt es immer wieder Spekulationen, dass ihn Real bei einem guten Angebot verkaufen könnte, aber so richtig sinnvoll wäre ein Verzicht auf den Franzosen nicht. Zum einen hält Carlo Ancelotti viel vom defensiv starken Außenverteidiger, zum anderen gibt weder der Kader noch der Markt eine adäquate Lösung her. So kann Mendy seine märchenreife Geschichte fortsetzen.

Casemiro

Defensives Mittelfeld, 30 Jahre, Vertrag bis 2025, 46 Pflichtspiele, ein Tor

Vor wenigen Wochen gab es Gerüchte, dass Real Madrid Casemiro verkaufen könnte, um im Mittelfeld eine Verjüngung zu starten. Vor allem, weil Casemiro aus dem älter werdenden zentralen Trio noch Ablöse einbringen könnte. Wirklich Sinn machen die Gerüchte nicht. Zum einen ist Casemiro alles andere als alt, zum anderen ist er einmal mehr einer der wichtigsten Spieler der Saison gewesen. Was fehlt, wenn er fehlt, merkte man beispielsweise beim 3:4 im Champions-League-Halbfinal-Hinspiel in Manchester. Aber: Natürlich ist es auffällig, dass sich Real sehr aktiv um die Dienste von Monacos Tchouameni kümmert. Ein Spieler, der die Rolle von Casemiro einnehmen könnte. Nur: Dass Real schon in diesem Sommer einen Radikalwechsel auf der zentralen Position vornimmt, erscheint unwahrscheinlich.

Federico Valverde

Zentrales Mittelfeld, 23 Jahre, Vertrag bis 2027, 45 Pflichtspiele, ein Tor

Der Uruguayer hat eine beachtliche Entwicklung bei Real Madrid gemacht. Er wird immer wichtiger und zu Saisonbeginn war er unter Carlo Ancelotti sogar gesetzt. Eine Verletzung stoppte dann die Glückseligkeit in der Startelf, aber Valverde kämpfte sich zurück und ist immer da, wenn er gebraucht wurde. Sein großes Plus: Nicht nur im Mittelfeldzentrum mehr als fähig, sondern auch vorne rechts. Er ist die konventionelle Option für Ancelotti. Bei Rodrygo ist etwas mehr Anarchie, was nicht immer hilfreich ist.

Eduardo Camavinga

Zentrales Mittelfeld, 19 Jahre, Vertrag bis 2027, 44 Pflichtspiele, zwei Tore

Der Unterschied von Rennes zu Real Madrid ist gewaltig, aber der junge Franzose ließ sich das kaum anmerken. Sein außergewöhnliches Selbstvertrauen hilft ihm, sich im Starensemble von Real zu behaupten. Selbst bei 44 Pflichtspiel-Einsätzen äußerte er zuletzt, dass er gerne öfters gespielt hätte. Mehr in der Startelf, mehr in einer wichtigeren Rolle. Carlo Ancelotti lobte seinen Einfluss in wichtigen Champions-League-Spielen nach Einwechslung. Ihm gehört bei Real definitiv die Zukunft.

Toni Kroos

Zentrales Mittelfeld, 32 Jahre, Vertrag bis 2023, 43 Pflichtspiele, zwei Tore

Er kann gegen den FC Liverpool seinen fünften Champions-League-Titel holen. Diese Quote hat nur Cristiano Ronaldo bisher erreicht. Mehr muss man über Kroos eigentlich nicht sagen. Zwar wird er für seinen Geschmack etwas zu oft ausgewechselt, aber seine Fähigkeiten sind nach wie vor sehr wichtig für Real Madrid und Carlo Ancelotti. Ein Weggang im Sommer ist ausgeschlossen. Spannend wird es, wie sich sein letztes Vertragsjahr gestaltet. Macht Kroos so weiter, ist eine Verlängerung auch mehr als möglich.

Luka Modric

Zentrales Mittelfeld, 36 Jahre, Vertrag bis 2022, 43 Pflichtspiele, drei Tore

Gesprochen wird erst nach dem Champions-League-Finale. Dann wird sich entscheiden, ob die Ära Luka Modric bei Real Madrid endet oder weitergeht. Der Kroate ist gewillt, seinen Vertrag zu verlängern. Er will auch nicht mit anderen Klubs sprechen, bevor Real ihm die Entscheidung mitteilt. Nach einigen Gala-Vorstellungen in der Champions League wäre es fast ein Wunder, wenn die Madrider Chefs nicht noch ein Jahr dranhängen. Der Glanz, den er dem Real-Spiel verleiht, ist noch nicht wegzudenken.

Vinicius Junior

Linke Außenbahn, 21 Jahre, Vertrag bis 2024, 51 Pflichtspiele, 21 Tore

Was für eine Saison, was für eine Performance! Vinicius ist womöglich weltweit der Spieler mit der größten Entwicklung in der für ihn bald abgelaufenen Saison. Der Brasilianer hat sich nicht nur als Assistgeber, sondern auch als Torschütze etabliert. Für Real geht es darum, sehr bald den Vertrag mit dem Brasilianer langfristig zu verlängern. Nach der Mbappe-Posse ist ja nun genügend Geld vorhanden, um Vinicius einen neuen Vertrag zu versüßen. Er ist auf dem besten Wege, einer der besten Fußballer der Welt zu werden. Wenn er es nicht schon ist.

Rodrygo

Rechte Außenbahn, 21 Jahre, Vertrag bis 2025, 48 Pflichtspiele, neun Tore

Seit 2019 im Verein, allmählich wird's! Der Brasilianer hat wie Landsmann Vinicius Junior eine Entwicklung genommen, die aber nicht so ausgeprägt ist wie bei Vini. Er wird sich nicht darüber beschweren, dass der Mbappe-Transfer zu Real nicht stattgefunden hat. Das könnte ihm aber nun bei den Verhandlungen über einen neuen Vertrag stärken. Gespräche soll es nach spanischen Medienberichten geben, um den flinken Flügelspieler zu halten. Spätestens nach seinem Doppelpack nach Einwechslung gegen Manchester City im Champions-League-Halbfinale wird es darüber auch keine zwei Meinungen geben, dass man ihn unbedingt halten muss.

Karim Benzema

Stürmer, 34 Jahre, Vertrag bis 2023, 45 Pflichtspiele, 44 Tore

In den Wettbüros ist Karim Benzema der größte Favorit auf den Gewinn des Ballon d'Or. Wer könnte es ihm vergönnen? Der Franzose spielt eine sensationelle Saison. Ohne ihn wäre der Finaleinzug in die Champions League und die Meisterschaft nicht möglich gewesen. Zu Saisonbeginn gab es noch Zweifel, ob Benzema nach dieser Saison eine wichtige Rolle bei Real einnehmen wird. Alle Zweifler lagen komplett daneben. Nach der Mbappe-Absage und dem Wechsel von Erling Haaland zu Manchester City ist Benzema umso wichtiger. Bei so einer Saison, bei der Begeisterung der Kollegen und von Trainer Ancelotti ist es sehr wahrscheinlich, dass Benzema einen neuen Vertrag bekommt. Es wäre ein Skandal, wenn nicht.

Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung
Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung