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Fussball

Steffen Baumgarts Schiedsrichter-Attacke im Wortlaut: "Respekt bedeutet auch, sich den Scheiß anzugucken"

Von SPOX
Steffen Baumgart attackierte Schiedsrichter Tobias Stieler für dessen fragwürdie Entscheidung beim entscheidenden Tor zum 3:2.

Borussia Dortmund hat sich mit 3:2 nach Verlängerung gegen den SC Paderborn ins DFB-Pokal-Viertelfinale gezittert. Anschließend attackierte SCP-Trainer Steffen Baumgart Schiedsrichter Tobias Stieler für dessen fragwürdige Entscheidung beim Dortmunder Siegtor zum 3:2.

Vielmehr als über die Entscheidung an sich ärgerte sich Baumgart aber darüber, dass Stieler diese fällte, ohne sich das Videomaterial selbst anzusehen. Für Baumgart, der deutliche Worte fand, sei das eine Frage des Respekts.

Steffen Baumgarts TV-Interview in der ARD im Wortlaut

Herr Baumgart, Sie und Schiedsrichter Tobias Stieler hatten nach dem 3:2 heftig diskutiert. Was wurde untereinander ausgetauscht?

Baumgart: Also erstmal muss ich sagen, dass der Schiedsrichter es aus seiner Sicht erklärt hat. Er und sein Linienrichter hatten die Wahrnehmung, dass Ingelsson den Ball berührt hat. Das finde ich ein bisschen schwierig, weil der Spieler im Abseits steht. Wenn es um so viel geht und wir die Möglichkeit haben, uns das anzugucken. Ich hätte zumindest erwartet, dass er sich das noch einmal anguckt.

Wir schauen uns die Szene nochmal an ...

Baumgart: Es ist keine Veränderung des Balles, es ist keine Berührung des Balles und der Ball rutscht durch. Es ist nur eine Vermutung und das finde ich schwierig. Das ist eine Frechheit, eine absolute Frechheit. Das muss ich ganz ehrlich sagen. Und mir dann zu erklären, er hat eine Wahrnehmung gehabt - und wir haben die Bilder. Was ich hier sehe, kann er sich 20-mal angucken und so ein Spiel dann so abzugeben ... Es war ein Riesenspiel und beide Mannschaften haben alles rausgehauen. Aber daraus eine Berührung des Balles zu machen, ist frech. Das ist eine absolute Frechheit und das habe ich ihm dann auch gesagt, dass ich es öffentlich mache. Langsam wird's lächerlich. Da müssen wir uns nicht wundern, wenn wir jedes Mal darüber reden. Damit das klar ist: Ich finde die Videoschiedsrichter richtig gut, es bringt viel Fairness rein. Aber nicht rauszugehen, um sich das anzugucken, das ärgert mich. Das ärgert mich für meine Jungs und ihre Leistung. Und das hat auch keiner verdient. Dann müssen wir uns nicht wundern, dass wir jeden Tag Diskussionen führen. Da machen wir uns zum Affen. Jetzt muss ich aufpassen, dass die Worte nicht zu doll werden, bevor mir wieder irgendeiner erklärt, wir müssen sauber und respektvoll miteinander umgehen. Respekt bedeutet auch, sich den Scheiß anzugucken und dann eine Entscheidung zu treffen. Das ist respektvoller Umgang mit dem Gegner und nicht mit den Kleinen, denen wir wieder in den Arsch getreten haben.

Sie hätten sich gewünscht, dass Tobias Stieler zum Monitor läuft?

Baumgart: Das ist das Einzige. Wenn es so eine knifflige Situation ist, erwarte ich, dass er hingeht und sich das anguckt - wie in vielen anderen Situationen auch. Und das ist jedes Wochenende so. Ich kann doch nicht jedes Mal neue Entscheidungen treffen und sagen: Heute machen wir's so und übermorgen machen wir es wieder anders. Da muss sich doch keiner darüber wundern, wenn wir uns aufregen. Wie sollen wir denn damit umgehen? Der Ball verändert nicht einmal die Bewegung, er ist nicht dran. Nicht dran! Und das können wir uns nicht angucken? Wir stehen da sieben Minuten und frieren uns den Arsch ab - und dann so eine Entscheidung?

Was hat Köln da fast fünf Minuten lang gemacht?

Baumgart: Köln hat ganz klar gesagt, dass das Abseits war. Und er hat gesagt, dass die Wahrnehmung war, dass der Spieler am Ball dran war. Ich glaube, dass Köln ganz klar gesagt hat: Abseitssituation, gib' das Tor nicht. Und dann erwarte ich, dass er sich das anguckt. Und sich das nicht anzugucken, finde ich viel frecher. Und wenn er danach entscheidet, er sieht eine Berührung - um Gottes Willen. Aber nicht hinzugehen? Das geht für uns um zwei Millionen! Ich bin keine Aktiengesellschaft, wir kämpfen um jede müde Mark. Und dann kommt mir so einer so entgegen? Das finde ich arrogant.

Wir haben beim Schiedsrichter nachgefragt. Er möchte sich nicht äußern.

Baumgart: Gut und ich habe ihm gesagt, wenn ich die Szene sehe, dann würde ich auch mal etwas dazu sagen. Weil es geht mir irgendwann auf den Zünder. Nochmal: Das mit den Videoschiedsrichtern finde ich wirklich gut, weil es das Spiel gerechter macht. Aber sich das nicht anzugucken und dann bei seiner Entscheidung zu bleiben, sondern von vornherein der Meinung zu sein, das richtig zu sehen - und jetzt sehen wir, dass es nicht richtig ist - also bitte. Ich bin gespannt, ob ich einen Brief vom DFB kriege, weil ich mich etwas zu doll aufgeregt habe. Egal, weiter geht's.

 

 

 

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