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Fussball

DFB-Pokalstreit geht weiter: BFV will Schweinfurt als Schalke-Gegner durchdrücken

SID
Darf Türkgücü München im DFB-Pokal antreten? Noch ist keine Entscheidung gefallen.

Der Pokalstreit zwischen dem BFV und Türkgücü München geht erneut in die Verlängerung. Der Verband ruft ein Schiedsgericht an - das Ziel: Schweinfurt als Schalke-Gegner durchzudrücken.

Pokalstreit und kein Ende: Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hat Berufung gegen das Urteil des Münchner Landgerichts eingelegt, wonach er den Erstrundengegner von Bundesligist Schalke 04 neu benennen muss. Das unveränderte Ziel: Regionalligist Schweinfurt 05 soll gegen die Knappen spielen - nicht der Kläger Türkgücü München.

Zu diesem Zweck ruft der BFV außerdem das zuständige Schiedsgericht in Nürnberg an. Dieses soll, so hofft der Verband, Schweinfurt als Kontrahenten der Schalker für das nun vom DFB auf 3. oder 4. November (16.30 Uhr) terminierte Pokalduell bestätigen. Drittliga-Neuling Türkgücü fordert den Platz für sich ein. Der BFV hatte aber S05 als Gegner für S04 nominiert - und beharrt weiter unbeirrt auf seiner Verbandsautonomie.

Der BFV habe seit Beginn der Coronakrise im März "immer wieder all die vielschichtigen Interessen in der pandemiebedingt sehr komplexen Themenlage abgewogen" und stets "einen fairen Ausgleich für alle Betroffenen" erreichen wollen, sagte Vizepräsident Reinhold Baier. Das jüngste Urteil des Landgerichts habe dies allerdings "nur teilweise berücksichtigt, weshalb wir nun die nächsthöhere Instanz anrufen". Das zusätzliche Einschalten des Schiedsgerichts sehe die BFV-Satzung "ausdrücklich so vor", betonte Baier.

Dieses Schiedsgericht ist beim Oberlandesgericht in Nürnberg angesiedelt und sei "ausdrücklich" kein Organ des Verbandes oder seiner Gliederungen, hieß es vom BFV. Es diene vielmehr "der vergleichsweisen Regelung und Entscheidung über alle Streitigkeiten" innerhalb des Verbandes. Und zwar, das ist aus BFV-Sicht der große Vorteil, "unter Ausschluss des Rechtsweges zu den ordentlichen Gerichten".

DFB-Pokal: Türkgücü kündigt Reaktion an

Der Verband gab sich "optimistisch", dass rechtzeitig vor dem neuen Spieltermin eine Entscheidung ergehen werde. Schalke wollte sich auf Anfrage nicht zu der neuerlichen Wendung im seit Wochen schwelenden Pokalstreit äußern, Türkgücü kündigte eine baldige Reaktion an.

Der BFV hofft offensichtlich auf eine Parallele zum Fall Preußen Münster. Der einstige Bundesligist war Mitte September vor einem unabhängigen Schiedsgericht in Frankfurt mit seiner Klage gegen den Deutschen Fußball-Bund wegen der Saison-Fortsetzung in der 3. Liga nach der Corona-Pause gescheitert.

Ob am 3. oder 4. November gespielt wird, soll nach der (erneuten) Nominierung des Schalker Gegners durch den BFV bekanntgegeben werden. Durch die vom DFB erfolgte Neuansetzung des Spiels verschiebt sich das weitere Programm nach hinten. Die Auslosung der zweiten Runde war ursprünglich für 18. Oktober geplant. Gespielt werden soll sie unverändert am 22. und 23. Dezember.

Das LG I hatte die Nominierungs-Entscheidung in der vergangenen Woche an den BFV zurückgegeben, weil die Schweinfurter Meldung "nicht auf die Spielordnung des BFV gestützt werden" könne, wie die Vorsitzende Richterin Gesa Lutz betonte. Zuvor hatte Türkgücü eine einstweilige Verfügung gegen die Ansetzung der Partie am 13. September erwirkt.

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