"Querpass-Toni" Kroos? DFB-Kollege Ilkay Gündogan überrascht mit seiner Analyse zum Spitznamen

Ilkay Gündogan
© getty

Toni Kroos wurde in Deutschland aufgrund seiner vermeintlich trägen Spielweise lange als "Querpass-Toni" verunglimpft - sein Nationalmannschafts-Kollege Ilkay Gündogan kann dem negativ konnotierten Spitznamen aber überraschend auch Positives abgewinnen.

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"Meiner Meinung nach ist das nichts Schlechtes. Obwohl ich natürlich weiß, dass es die Leute nicht positiv meinen", sagte Gündogan bei der Pressekonferenz vor dem EM-Eröffnungsspiel des DFB-Teams am Freitag gegen Schottland. "Ich weiß, wie wichtig diese Pässe sein können, die einfach aussehen. Mich faszinieren die Dinge am meisten, die ganz einfach aussehen, aber effektiv sind. Das ist auch mein Spiel, um ehrlich zu sein."

Für DFB-Kapitän Gündogan sei es "eine Ehre", mit dem ein Jahr älteren Kroos zusammenzuspielen. In der vergangenen Saison trafen die beiden Mittelfeld-Strategen in Spaniens LaLiga aufeinander. Kroos gewann mit Real Madrid den Meistertitel (und kurz darauf zum sechsten Mal die Champions League), Gündogans FC Barcelona landete abgeschlagen auf Platz zwei.

Ilkay Gündogan spricht über seine Rolle im DFB-Team

Bei der EM ist Kroos von Bundestrainer Julian Nagelsmann als Chefstratege im defensiven Mittelfeld neben Abräumer Robert Andrich eingeplant. Gündogan spielt davor auf der Zehn zwischen den Technikern Jamal Musiala und Florian Wirtz, überzeugte in den beiden Testspielen gegen die Ukraine (0:0) und Griechenland (2:1) in dieser für ihn eher ungewohnten Rolle aber nur bedingt.

"Ich persönlich kann die Dinge viel, viel besser machen und mehr Einfluss nehmen aufs Spiel", gab Gündogan zu und erklärte: "Ich versuche oft, meine Position zu halten und die richtige Balance zu schaffen, indem ich auf meine Mitspieler schaue und meine eigenen Bewegungen ergänzend dazufüge. Gerade wenn ich zwei Wirbelwinde wie Jamal oder Flo neben mir habe, will ich Balance geben. Ich will versuchen, dass wir trotzdem nicht vergessen, unsere Positionierung im besten Sinne der Mannschaft auszufüllen. Das geht sowohl mit Aktionen als auch mit Kommunikation auf dem Platz."

Etwas philosophisch analysierte Gündogan abschließend: "Mein Spiel ist darauf ausgelegt, ein Spieler zu sein, der seine Mitspieler erstmal besser macht, bevor er selbst richtig gut ist auf dem Platz." Kurz hielt Gündogan inne und erklärte abschließend lächelnd: "Falls das Sinn macht."