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Fussball

Borussia Mönchengladbach - FC Schalke 04 4:1: Nächster Negativrekord für Schalke

Die selbst für Schalker Verhältnisse extreme Woche endet mit der nächsten Niederlage. Trotz teils verbesserter Leistung unterliegt Schalke 04 am 9. Spieltag der Bundesliga Borussia Mönchengladbach mit 1:4 (1:2). Die Schalker Horrorserie bleibt bestehen, auch im 25. Spiel hintereinander gelang dem Tabellenletzten kein Sieg (hier gibt es die Highlights im Video). Sechs Partien noch und Schalke würde tatsächlich die Sieglosserie für die Ewigkeit von Tasmania Berlin knacken.

Dabei präsentierte sich Schalke beim 1:4 bei Borussia Mönchengladbach am 9. Spieltag der Bundesliga verbessert im Vergleich zu den Vorwochen. Teiliwese kam das, was die Mannschaft von Trainer Manuel Baum anbot, sogar ganz manierlichem Bundesligafußball nahe.

Am Ende ergab sich Schalke aber wieder seinem Schicksal und kassierte drei von vier Gegentoren nach leichtfertigen Ballverlusten im Mittelfeld. Und so sammelten die Schalker doch noch einen Negativrekord: Ihre 28 Gegentore nach neun Saisonspielen sind der schwächste Wert eines Bundesligisten in diesem Jahrtausend.

Mark Uth, der in der vergangenen Woche nach dem 0:2 gegen Wolfsburg mit seinem superehrlichen "Ich-könnte-heulen"-Interview für Ausfehen gesorgt und Sympathiepunkte gesammelt hatte, sagte: "Mit einer Niederlage kann ich nie leben. Wir hatten gute Phasen, sind sehr motiviert aus der Halbzeit rausgekommen, dann ist uns wieder der Stecker gezogen worden mit dem 1:3, das kann ich nicht ganz verstehen." Und ergänzte: "Wir müssen weitermachen, irgendwann wird der Bock schon umgestoßen."

Schalkes Lizenzspieler-Koordinator Sascha Riether forderte: "Wir müssen jetzt in den Abstiegsmodus schalten, aggressiv gegen den Ball zu arbeiten, das ein oder andere Tor zu schießen. Wir müssen endlich mal wieder ein Spiel gewinnen."

Borussia Mönchengladbach - FC Schalke: Die Analyse

Nach dem Rauswurf von Stürmer Vedad Ibisevic und der Suspendierung der Mittelfeldspieler Amine Harit und Nabil Bentaleb hatte Schalkes Trainer Manuel Baum angekündigt, künftig keinen Spieler mehr aufs Feld zu schicken, der "nur halbherzig rumkickt". Die Zeit der Ego-Shooter in Königsblau soll vorbei sein.

Dumm nur, dass die vermeintlichen Team-Player auch nicht die Qualität zu haben scheinen, um die endlose Sieglosserie zu beenden. Immerhin versuchten sie es zeitweise. Mark Uth sorgte in der vierten Minute für den ersten Torschuss des Spiels, der 19-jährige Debütamt Matthew Hoppe in der neunten Minute schon für die zweite Schalker Chance; allerdings deutete Hoppe hier schon an, wieso ihm in zuvor 19 Regionalligaspielen für die Schalker nur ein Tor gelang.

Sein Schuss zog klar links am Tor vorbei. Und doch: die Schalker wirkten gefällig, agierten nicht wie eine Mannschaft, die 24 Spiele nicht mehr gewonnen hatte und die eine selbst für Schalker Verhältnisse extreme Woche hinter sich hatte.

Und doch geriet sie in Rückstand - durch ein Gegentor, das man eben nur bekommt, wenn man auf Platz 18 liegt und kaum mehr was auf die Reihe bekopmmt. Zakaria gewann am Mittelkreis das Duell gegen Uth, über Thuram gelangte der Ball zu Embolo, dessen Linksschuss Rönnow im Strafraum parierte. Jedoch sprang der Ball an die Strafraumgrenze, wo Neuhaus stand und den Ball ins Tor schoss. Nastasic, Mascarell und Rönnow konnten den Ball nicht mehr aufhalten.

Immerhin: Die Schalker ließen sich nicht total aus der Bahn werfen. Ramans Ausgleichstreffer geriet sogar wunderschön. Uth rannte in einen Fehlpass Thurams und zirkelte den Ball butterweich auf Raman, der ihn nicht minder schön ins Tor hob. Nach 19 Minuten war das Ergebnis wieder ausgeglichen. Und spätestens jetzt war klar: Schalke kann ja wirklich noch Fußballspielen - wenn auch nicht ein ganzes Spiel lang.

Nach den Festtagen in der Champions League brauchten die Gladbacher lange, um wirklich in diesem Spiel anzukommen und ihre Klasse auszuspielen. Doch noch in der ersten Halbzeit gingen sie erneut in Führung. Diesmal traf Oscar Wendt nach Vorlage von Neuhaus (36.). Zakaria hatte zuvor den öffnenden Pass gespielt, der die Chance überhaupt erst möglich machte.

Nach dem Seitenwechsel stellte Thuram in der 51. Minute endgültig auf Sieg für Gladbach. Nach Herrmanns Freistoß konnte Ginter unbedrängt auf Plea köpfeln, dessen Schuss Rönnow nur nach vorne abwehren konnte. Thuram stand richtig, 3:1.

Dieses dritte Gegentor wirkte dann wie eine Nadel auf einen Strandball: Die Schalker schienen zu erschlaffen, ergaben sich mehr und mehr ihrem Schicksal. Obwohl Gladbach nicht daran interessiert schien, den Gegner vorzuführen, gelang den Schalkern kaum mehr was.

Als die Schalker mal wieder tief im Mittelfeld den Ball verloren, brachte Plea den Ball auf den eingewechselten Hannes Wolf, der dann eben doch noch das zu diesem Zeitpunkt verdiente 4:1 machte.

Borussia Mönchengladbach - Schalke 04: Die Reaktionen

Marco Rose (Trainer Borussia Mönchengladbach): "In der ersten halben Stunde waren wir zu fahrig. Aber dafür gibt es nachvollziehbare Gründe, wir haben Mittwoch noch in der Champions League gespielt. Ich bin froh, dass die Jungs ins Spiel gefunden haben und noch gute 60 Minuten gezeigt haben. Kompliment an meine Mannschaft, dass sie trotzdem die Qualität hatte, dieses Spiel verdient 4:1 zu gewinnen. Wichtig war, nicht die Nerven zu verlieren."

Manuel Baum (Trainer Schalke 04): "Bis zum 1:2 haben wir recht gut gespielt. In den ersten 30 Minuten habe ich uns besser gesehen als die Gladbacher, dann nicht mehr. Bei uns stimmt Aufwand und Ertrag nicht. Wir waren selbst schuld daran, wie die Tore zustande gekommen sind. Natürlich machen wir uns Gedanken darüber, wie wir die Klasse halten. Darum müssen wir uns kümmern."

Borussia Mönchengladbach - FC Schalke 04: Die Aufstellungen

M'Gladbach: Sommer - Lazaro (65. Lainer), Ginter, Jantschke, Wendt - Zakaria (65. Kramer), Neuhaus (81. Benes) - Herrmann, Embolo (72. Stindl), Thuram (71. Wolf) - Plea.

Schalke 04: Rönnow - Ludewig, Kabak, Nastasic, Tiaw - Mascarell, Serdar - Skrzybski (80. Boujellab), Uth, Raman (63. Schöpf) - Hoppe (81. Schuler).

Die Daten des Spiels Borussia Mönchengladbach gegen FC Schalke 04

  • Tore: 1:0 Florian Neuhaus (15.), 1:1 Benito Raman (20.), 2:1 Oscar Wendt (36.), 3:1 Thuram (52.), 4:1 Wolf (80.)

  • Der 19-jährige Stürmer Matthew Hoppe feiert heute sein Debüt bei den Profis. In seinen 15 Einsätzen in der Regionalliga West 2020/21 (Schalke II) erzielte er nur 1 Treffer.
  • Etwas überraschend stand bei Mönchengladbach Denis Zakaria nach auskurierter Knieverletzung wieder in der Startelf. Der Mittelfeldspierler sollte eigentlich langsam wieder herangeführt werden und hatte zuletzt Anfang März bei einem 1-2 gegen Dortmund in der Startelf gestanden.
  • Uth war an 3 der letzten 6 Bundesligatreffer von Schalke beteiligt (2 Tore, 1 Assist).
  • Gladbach trifft im 21. Bundesliga-Heimspiel in Folge - das gab es zuletzt 1985/1986.
  • Lars Stindl kam durch seine Einwechslung zu seinem 300. BL-Spiel.
  • Schalkes 28 Gegentore nach 9 BL-Spielen sind der schwächste Wert eines Bundesligisten in diesem Jahrtausend.
  • Schalke ist somit seit 25 Bundesliga-Spielen sieglos, es ist die zweitlängste Serie in der Bundesliga-Geschichte (1965/66 waren es 31 sieglose Ligaspiele bei Tasmania Berlin). Auch in mittlerweile 7 BL-Spielen unter Manuel Baum gelang kein Sieg.
  • Mit 3 Punkten nach 9 Spieltagen stellt Schalke den negativen Vereinsrekord ein - so schwach startete Schalke zuvor nur in der Saison 1967/68, also vor 53 Jahren!

Der Star des Spiels: Florian Neuhaus (Borussia Mönchengladbach)

Seit Wochen in bestechender Form, brachte der Allgäuer seine Mannschaft in einer Phase, in der es nicht so gut lief, erst in Führung und leitete dann nach dem Ausgleich die erneute Führung ein.

Der Flop des Spiels: Malick Thiaw (Schalke 04)

Der 19-Jährige erlebte in seinem vierten Bundesligaspiel einen gebrauchten Tag. Sein Foul an Breel Embolo kurz vor dem Strafraum führte zum Freistoß zum 3:1. Seine neun Ballverluste waren nicht toll, 25 Prozent gewonnene Zweikämpfe sind für einen Verteidiger aber fast schon indiskutabel.

Der Schiedsrichter: Manuel Gräfe

Der FIFA-Schiedsrichter hatte mit der Leitung der weirgehend fairen Partie keine Probleme.

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