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Fussball

FC Bayern München und der Supercup-Sieg 2013: Gänsehaut in Prag

"Oana basst no nei": Nach der Champions League, der Bundesliga und dem DFB-Pokal gewann der FC Bayern 2013 auch noch den UEFA Supercup.

Eintracht Frankfurt kann am Mittwoch gegen Real Madrid als zweiter deutscher Klub den UEFA Supercup gewinnen. Der FC Bayern München holte den Titel 2013 und 2020 - der erste Triumph wurde von einer beeindruckenden Kulisse befeuert.

Der UEFA Supercup 2013 schrieb gleich mehrere nennenswerte Geschichten. Zunächst natürlich die Geschichte der Revanche: Für den amtierenden Champions-League-Sieger FC Bayern München stellte der Sieg nach Elfmeterschießen gegen den FC Chelsea ein Jahr nach dem verlorenen Finale dahoam eine große Genugtuung dar.

Javi Martinez avancierte mit seinem Ausgleichstor in der Nachspielzeit der Verlängerung unterdessen zum Mr. Supercup. Beim zweiten Titelgewinn des FC Bayern sieben Jahre später untermauerte er diesen Adelstitel mit seinem späten Siegtreffer gegen den FC Sevilla.

Die dritte große Geschichte des Spiels wurde auf den Rängen der Prager Eden Arena geschrieben: In der Fanszene des FC Bayern gilt das Spiel als eines der stimmungsvollsten überhaupt, gleichzeitig sorgte es für eine Annäherung zwischen den Anhängern und ihrem Klub.

Uli Hoeneß lobte die Fans: "Das war fantastisch"

"Das war der beste Support, den ich in meiner Zeit als Bayern-Fan erlebt habe und das Paradebeispiel dafür, wie Gesang Einfluss auf ein Spiel nehmen kann", sagte Stefan Viehauser 2017 im Interview mit SPOX und GOAL. Als Dauerkarteninhaber und Mitglied im Club Nr. 12, der Vereinigung aktiver Fans des FC Bayern, hatte er bis dahin jahrelang kaum ein Spiel verpasst.

"Man geht ja deshalb in die Kurve und fährt hunderte Kilometer, weil man sich als Fan einbildet, dass man Einfluss aufs Spiel hat. In 99,9 Prozent der Fälle ist es aber völlig egal, ob du da bist und singst oder nicht", berichtete Viehauser. "Aber dieses Spiel hat Bayern auch wegen uns gewonnen. Wir haben 90 Minuten lang durchgängig gebrüllt und das hat Chelsea fertig gemacht."

Laut eines Berichts des Fan-Magazins Südkurvenbladdl war die Stimmung "lautstärketechnisch gefühlt das Beste, was wir seit Jahren abgeliefert haben. Überragend, dass sich quasi 100 Prozent der anwesenden Bayernfans an den Gesängen beteiligten. Da stellte sich mal kurz die Gänsehaut auf."

So sahen das übrigens nicht nur die Fans, sondern auch die Klubverantwortlichen. "Ich kann unsere Fans in Prag nicht genug loben. Das war fantastisch, was sie da abgeliefert haben", sagte Präsident Uli Hoeneß dem Münchner Merkur. "Ich bin auf die Fans genauso stolz wie auf die Mannschaft. Sie haben unser Team 150 Minuten wahnsinnig toll unterstützt, ihre Begeisterung, ihre Leidenschaft, ihr Gesang hat die Mannschaft durch dieses Finale getragen."

FC Bayern: Klub und Fans befanden sich im Kleinkrieg

Das waren durchaus beachtliche Aussagen, befanden sich der Klub und seine Anhänger damals doch in einer Art Kleinkrieg. Die aktiven Fans kritisierten den Entzug von Auswärts-Dauerkarten und die Installation von Drehkreuzen vor dem Stehplatzbereich im Unterrang der Südkurve.

Der Klub begründete diese Schritte mit Strafzahlungen wegen Pyrotechnik-Vergehen sowie Überfüllungen des Stehplatzbereichs. Zuvor waren regelmäßig Fans aus den Nebenblöcken über Zäune in den Stimmungskern geklettert oder haben sich mit Tickets von Kollegen einschleusen lassen.

Konsequenz der Streitigkeiten war ein Stimmungsboykott bei den ersten Heimspielen der Saison gegen Borussia Mönchengladbach und den 1. FC Nürnberg. Daraufhin kündigte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge einen Testlauf für freien Blockzugang in der Südkurve an, solange noch Platz im jeweiligen Sektor ist: "Ich möchte der Fanszene die Hand reichen." Nach dem Supercup-Sieg in Prag ergänzte Hoeneß: "Wir haben fruchtbare Gespräche geführt, und solche Spiele wie jetzt in Prag sind die Basis, weiter im Dialog zu bleiben."

Mit der Umsetzung des Blockzugang-Plans kurz darauf endete auch der Stimmungsboykott. Im darauffolgenden Sommer wurde der bis dahin kleinste Stehplatzbereich aller deutschen Bundesligisten über die volle Breite des Südkurven-Unterrangs ausgeweitet.

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