Formel 1

Warum heißt Lewis eigentlich nicht Ayrton?

Lewis Hamilton bejubelt seinen 56. Karrieresieg

Platz 5, Sebastian Vettel:

Drei Zehntel brummte Hamilton dem WM-Führenden in der Quali auf. Im Gegensatz zum Polesitter patzte Vettel auf seiner schnellen Runde nämlich gleich doppelt - sowohl in Kurve zwei als auch in der Haarnadel musste er korrigieren.

Der Sonntag war dann bereits nach wenigen Metern verloren. Nach einem durchschnittlichen Start machte sich der Heppenheimer schon im ersten Turn den Frontflügel an Verstappens linkem Hinterreifen kaputt. Einen Vorwurf kann man hier keinem Fahrer machen. Umso ärgerlicher war die Berührung, weil Vettel und Ferrari den echten Schaden erst im Renntempo zu spüren bekamen und dadurch die frühe Safety-Car-Phase nicht zum Boxenstopp nutzten.

Anschließend ging es für den viermaligen Weltmeister nur noch um Schadensbegrenzung. Die gelang mit Platz vier, weil er sich zügig durchs Feld pflügte und wenige Runden vor Schluss mit einem riskanten, aber starken Manöver an Ocon vorbeidrückte, ehe er auch mit Perez auch noch den zweiten Force India schnupfte. Der zwischenzeitliche Ausritt zwischen Kurve 9 und 10 kostete zwar Zeit, änderte an der Endplatzierung aber wohl nichts.

Platz 6, Nico Hülkenberg:

Platz zehn im Qualifying, Platz acht im Rennen - mehr war an diesem Wochenende nicht drin im Renault. Hülkenberg fiel ein ums andere Mal mit guten Überholmanövern auf und profitierte von den Ausfällen der Konkurrenz. Wäre nach 70 Runden noch nicht Schluss gewesen, hätte der Emmericher vielleicht sogar noch Räikkönen abfangen können, der von Bremsproblemen geplagt war. Bei der Zieleinfahrt fehlten zum Iceman lediglich 1,7 Sekunden.

Platz 7, Romain Grosjean:

Bei der Kollision in der ersten Runde war der Franzose machtlos. Carlos Sainz fuhr ihm in die Spur, Ausweichen war keine Möglichkeit. Die Folge: Grosjean musste den kaputten Frontflügel wechseln und das Pferd anschließend von hinten aufzäumen. Geholfen hat dem Haas-Piloten dabei sein Reifenmanagement. Ganze 68 Runden fuhr er auf den Supersofts. Eine beachtliche Leistung!

Platz 8, Lance Stroll:

Da sind sie, die ersten WM-Punkte! Im siebten Anlauf schaffte der Rookie zum ersten Mal den Sprung in die Top 10 und damit auch zum ersten Mal ins Driver-Ranking (und zwar nicht in die Kategorie "untauglich"). Zwar vermasselte Stroll das Qualifying mit Platz 17 mal wieder gehörig - zum Vergleich: Teamkollege Massa fuhr seinen Williams auf Rang sieben -, doch im Rennen lieferte er dann einen starken Auftritt ab.

Natürlich kamen dem 18-Jährigen dabei zahlreiche Ausfälle der Konkurrenz zugute. Das ändert aber nichts daran, dass er eine durch und durch konzentrierte Leistung zeigte und den besonderen Druck des Heimspiels in eine gute Pace umwandelte. Stroll überraschte sogar mit einigen guten Überholmanövern gegen Fernando Alonso und Co., bei denen er geduldig war und im richtigen Moment den Angriff setzte. Unnötiges Risiko ging der Kanadier nicht ein.

Übrigens: Stroll ist nun hinter Verstappen und vor Daniil Kvyat der zweitjüngste Pilot der Formel-1-Geschichte, der in die Punkte gefahren ist.

Platz 9, Fernando Alonso:

Für das Bild des Tages sorgte der Asturier. Nachdem ihn der Honda-Motor mal wieder im Stich ließ, stieg er aus, winkte einmal abfällig in Richtung seines Boliden ab und badete dann in der Zuschauermenge. So nah kommt man einen Formel-1-Star nun wirklich nicht alle Tage zu sehen.

Doch Alonso zeigte nicht nur ein gutes Gespür beim Umgang mit den Fans, auch auf der Strecke präsentierte er sich nach seinem Indy-500-Ausflug in alter Stärke. In der Quali holte der Doppel-Champion mit Platz zwölf das Maximum heraus, im Rennen war er bis zu seinem Ausfall sogar auf Punktekurs - und das auf einer Motorenstrecke im PS-schwachen McLaren.

Platz 10, Kimi Räikkönen:

Im Gegensatz zum Monaco-GP konnte der Iceman diesmal nicht glänzen. Vier Zehntel Rückstand auf Vettel im Qualifying sind eine Hausmarke, die nur schwer zu entschuldigen ist. Und auch im Rennen schlug nicht unbedingt Räikkönens Stunde. Schon in der Startphase verlor er einige Ränge. Ein heftiger Ausritt, der fast in einem Crash geendet hätte, verschlechterte anschließend die Balance des gesamten Autos.

Trotzdem kämpfte sich der Finne in eine Position zurück, in der er Podiumschancen hatte. Doch dann versagten die Bremsen und für ihn ging es um nichts anderes mehr, als den Ferrari heil ins Ziel zu bringen.

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