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Fussball

ManCity und Guardiola scheitern erneut in der Champions League: Real Madrid kann sich bei Sir Alex bedanken

Wieder nix: Pep Guardiola nach dem Halbfinal-Aus in der Champions League gegen Real Madrid.
© getty

Auch im sechsten Anlauf scheitern Pep Guardiola und Manchester City in der Königsklasse. Und diesmal musste sich Guardiola nicht mal vercoachen. Doch wie konnte es dazu kommen? Und was hat der Ex-Trainer des Lokalrivalen zu tun? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Halbfinal-Aus gegen Real Madrid.

Wie um alles in der Welt konnte Manchester City im Halbfinale der Champions League an Real Madrid scheitern, obwohl die Skyblues in der Addition beider Spiele in der 90. Minute des Rückspiels mit 5:3 vorne lagen? Die Erklärung von The Athletic ist so simpel, wie naheliegend - und sie trifft den Nagel auf den Kopf. "Real Madrid weiß, wie man die Champions League gewinnt. Manchester City weiß das nicht".

Aber wieso ist das so? Wie konnte Manchester City schon wieder scheitern, wie konnte Trainer Pep Guardiola auch im sechsten Anlauf nicht den Henkelpott mit den Cityzens gewinnen, wie konnte der Katalane zum sechsten Mal im Halbfinale ausscheiden und in dieser eher unrühmlichen Statistik mit seinem ewigen Widersacher und Antipoden Jose Mourinho gleichziehen?

Fünf Fragen zu Citys traumatischen Ausscheiden:

Manchester City in der Champions League: Hat Pep Guardiola sich vercoacht?

Auf keinen Fall. Weder im Hinspiel, noch im Rückspiel. Man kann dem Coach auch nicht vorwerfen, zu sehr experimentiert zu haben in diesem Halbfinale gegen Real Madrid. Auf dem Platz stand jeweils die stärkste Elf, die er zur Verfügung hatte.

Und auch wenn einige Fans Guardiolas Wechsel im Rückspiel kritisierten - Guardiola brachte etwa den glücklosen Jack Grealish für Gabriel Jesus und den blassen Fernandinho für Torschützen Ryad Mahrez ein - so übersehen sie, dass der für den auffällig schwachen Kevin De Bruyne eingewechselte Ilkay Gündogan durch seinen öffnenden Pass Citys 1:0 ermöglichte und auch sonst alles im Griff hatte.

Im Hinspiel zeigten die Cityzens ein unfassbar rasantes, fast perfektes Spiel. Am Ende mussten sie sich weniger über die drei, vier kleinen Unsicherheiten ärgern, aus denen Real Madrid und Karim Benzema drei Tore machten, als über ihren Chancenwucher. Das Hinspiel hätte gut und gerne auch 7:3 zu Ende gehen können.

Das Rückspiel war erwartbar zäher und City bewies, dass es auch mit Geduld geht. Sicher, Reals Gegenpressing funktionierte besser als das der Cityzens, die ihre Bälle ungewohnt häufig nach Eroberungen schnell wieder verloren; auch die Passquote von 83,3 Prozent ist für eine Mannschaft Guardiolas eher mäßig. Aber: City spielte variabler, kam zu mehr Schüssen aufs Tor (10 zu 5), ging öfter ins Dribbling (25 zu 16) und verlor dabei deutlich seltener den Ball (73,1 Prozent erfolgreiche Dribblings). Auch in den direkten Duellen war Manchester mit 57,9 Prozent gewonnener Zweikämpfe erfolgreicher.

City brillierte weder in der ersten, noch in der zweiten Halbzeit, doch die Engländer spielten seriös und gingen durch ein Tor des Willens in Führung. "Nach dem Tor haben wir das Spiel kontrolliert", sagte Guardiola. "Wir haben unser Tempo und zu unserem Spiel gefunden und die Spieler haben sich wohlgefühlt." Dass dann der eingewechselte Jack Grealisch zweimal das 2:0 verpasste und an Ferland Mendy und Thibaut Courtois scheiterte, lag vor allem an Mendy und Courtois.

Reals 1:1 in der 90. Minute durch Rodrygo war vor allem brillant herausgespielt von Eduardo Camavinga und Karim Benzema. Beim zweiten und dritten Tor war dann neben den Torschützen Rodrygo und Karim Benzema auch wieder Camavinga entscheidend beteiligt - beim 2:1 gewann er den Ball und leitete den Angriff ein, vorm 3:1 spielte er den vorletzten Pass vor dem Foul an Benzema, der zum Elfmeter führte. Aber höchstwahrscheinlich war das Ergebnis nach dem 1:1 unvermeidlich. Und selbst wenn nicht: Was soll ein Trainer tun, wenn seine Spieler vom Gegner aufgefressen werden auf dem Platz?

Champions League: Was fehlt Manchester City dann?

Guardiola versuchte sich in seiner Analyse mit einer psychologischen Annäherung. "Die Spieler von Real Madrid haben so etwas schon erlebt. Wir haben es nicht erlebt", sagte der Coach über das unglaubliche Comeback Reals, das zum dritten Mal in der diesjährigen K.o.-Runde die Serie drehte. "Wir wussten, was sie in der Vergangenheit getan haben und sie haben es auch uns angetan. Als wir richtig gut waren, haben sie das Ding einfach gedreht", sagte Guardiola.

In der Tat fehlte seiner Mannschaft in beiden Spielen das Gespür für das Momentum. City legte immer vor, doch Real schlug immer wieder zurück. Am Ende kollabierte Guardiolas Mannschaft und kassierte drei Treffer in sechs Minuten.

2020 waren es im Viertelfinale gegen Olympique Lyon beim 1:3 übrigens zwei Gegentore in acht Minuten, 2019 gegen Tottenham Hotspur im Rückspiel zwei Gegentore in vier Minuten, 2018 im Viertelfinale gegen den FC Liverpool waren es drei Gegentreffer in 19 Minuten.

Auch während seiner Zeit beim FC Bayern München musste Pep Guardiola mindestens einmal erleben, wie seine Mannschaft in einem Spiel, das sie eigentlich kontrollierte, regelrecht in sich zusammenfiel: In seinem zweiten Jahr verlor er das Halbfinal-Hinspiel bei seinem Ex-Klub FC Barcelona durch drei Gegentore in der Schluss-Viertelstunde mit 0:3.

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