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Und dann gingen die Lichter aus …

Von Maurice Kneisel
Bei Battleground konnte sich weder Daniel Bryan noch Randy Orton den WWE-Titel sichern
© wwe inc

Bray Wyatt vs. Kofi Kingston

Bray dominierte Kofi praktisch vom Ringgong weg und zermürbte ihn mit Brawling und Haltegriffen. Kingstons Comebackversuche erstickte der Eater of Worlds immer wieder im Keim. Nach einem Bodypress-Konter schien der Ghanaer endlich durchatmen zu können, doch seine nachfolgende Springboard-Attacke konterte Wyatt per Powerslam und ließ einen weiteren Cravate folgen.

Per Crucifix meldete Kofi sich schließlich doch zurück und zeigte einige Double-Handed Chops sowie den Boom Drop. Anschließend deutete er den Trouble in Paradise an, doch Wyatt duckte sich ab, ging ins Seil und rammte ihn per Running Crossbody mit Hochgeschwindigkeit auf die Matte.

Sister Abigail sollte folgen, doch Kingston schickte ihn zu seinen Verbündeten nach draußen und streckte mit einem sensationellen Summersault Topé das Trio zu Boden. Im Ring kam Bray per Chinbreaker zurück und konterte das SOS direkt in Sister Abigail. Sieger: Bray Wyatt. Nach dem Match verpasste Erick Rowan Kingston noch einen brutalen Backbreaker, bevor er ihn mitten in die Clotheline von Luke Harper hineinschickte.

CM Punk vs. Ryback

Unter den lautstarken "Goldberg"-Chants der Crowd schubste Ryback Punk zu Beginn durch den Ring. CM konterte mit Kicks ans Knie, woraufhin der Big Guy sich erst mal zur Taktikbesprechung mit Paul Heyman nach draußen rettete. Punk blieb am Drücker und klatschte nach einem erfolgreichen Suicide Dive mit einem Fan in der ersten Reihe ab. Zurück im Ring, schickte Ryback zum Ärger des Publikums, das "You can't wrestle" skandierte, Punk mit dem Rücken voran in den Turnbuckle.

Während eines Sleeperholds musste er sich weitere "Goldberg"-Rufe anhören. Ryback war nun klar am Drücker und zermürbte den Second City Saint mit Attacken am Boden sowie knallharten Clothelines. Nach mehreren Shoulderblocks in der Ecke brachte er Punk auf die Matte, doch der befreite sich mit Vorarmschlägen, Kicks sowie seiner Comeback-Serie. Als es gerade so aussah, als könnte der Straight Edge Savior auf die Siegesstraße einbiegen, lenkte Heyman ihn ab, indem er zu einem Mikrofon griff und sich einmal mehr selbst als "Best in the World" bezeichnete.

Ryback nutzte die Gelegenheit, um seinem Gegner eine Clotheline in den Rücken sowie eine Powerbomb zu verpassen. Den nächsten Powerbomb-Ansatz konterte Punk jedoch, ließ das High Knee in die Ecke sowie eine kurze Clotheline folgen und stieg aufs Top Rope. Diving Elbow Drop, Cover - doch Ryback kickte bei Zwei raus. Einmal mehr konterte Punk eine Powerbomb, doch Ryback strampelte sich aus dem folgenden Go to Sleep-Ansatz und zeigte stattdessen einen Powerslam; wieder reichte das Pin nicht.

Als Ryback auf den im Seil hängenden CM Punk einprügelte, verwarnte Referee Mike Chioda ihn und war so kurzzeitig abgelenkt. Heyman holte einen Kendo Stick unter dem Ring hervor, ließ sich jedoch zu viel Zeit. Während Chioda nun ihn verwarnte, verpasste Punk seinem Gegner ungesehen einen Tieftritt, das folgende Pin reichte. Sieger: CM Punk.

Daniel Bryan vs. Randy Orton (WWE Championship Match)

Vor dem Main Event kam es in der Halle zu einem Stromausfall, durch den die Bildschirme weltweit einige Minuten lang schwarz blieben. Als es dann endlich los ging, ließen es beide Männer erst mal langsam angehen, bevor Bryan seinen Gegner mit einem harten Dropkick niederstreckte. Orton revanchierte sich mit einem Backbreaker und ließ Tritte an den Kopf folgen.

Daniel wendete das Blatt und konzentrierte sich auf die Beine der Viper, im Indian Deathlock ließ er Vorarmschläge auf Randys Gesicht folgen. Wenig später kratzte der ihn per Clotheline vom obersten Ringseil und setzte in der Ecke weiter nach, woraufhin die Viper minutenlang am Drücker blieb. Als er Bryan übers Seil schickte, hielt der sich fest und zog Randy per Headscissor aus dem Ring, segelte per Suicide Dive hinterher und ließ einen Big Boot gegen den an der Barrikade lehnenden Orton folgen.

Eine Flying Hurricanrana vom Top Rope konterte die Viper allerdings in den Boston Crab. Wenig später schickte er das Goatface draußen erst in die Ringtreppe, dann mit dem Kopf aufs Kommentatorenpult und anschließend noch wiederholt in den Ringpfosten sowie mit dem Rücken voran auf die Absperrung. Da das anschließende Cover nicht reichte, sollte der Superplex folgen.

Nachdem Bryan zunächst noch konterte, gelang die Aktion im zweiten Versuch, doch erneut reichte das Cover nicht. Es folgte ein ausgiebiger European Uppercut-Austausch, den Daniel für sich entschied und Orton per Backslide schulterte. Nach dem Kickout setzte er prompt per Kick an den Kopf nach, doch auch das nächste Pin führte nicht zum Sieg. Die Viper befreite sich und schickte Bryan nach draußen, räumte das spanische Pult ab und wollte ihn hindurchschicken.

Einmal mehr konterte D-Bry, stieg aufs Top Rope und stürzte sich per Flying Bodypress nach draußen auf seinen Gegner. Zurück im Ring, saß auch der Diving Headbutt, doch wieder kickte Orton auf den letzten Drücker raus. Daraufhin musste er fünf knallharte Running Dropkicks in der Ecke einstecken, die Halle in Buffalo kochte mit lautstarken "YES!"-Rufen über. Es folgte die Kickserie an die Brust, doch den finale Kick an den Kopf konterte Randy per T-Bone Suplex, wobei Daniel voll auf die Schulter krachte. Hangman's DDT hinterher, Vintage Orton!

Der RKO sollte folgen, doch Bryan konterte den Move in den Yes!-Lock. War's das? Nein, denn plötzlich ertönte Big Shows Musik. Der Hüne stürmte die Rampe hinunter und riss den Referee aus dem Ring. Anschließend knockte er Bryan per WMD aus. Wer betrat daraufhin die Halle? Ausgerechnet der suspendierte Scott Armstrong wurde von Brad Maddox in den Ring geschickt und zählte das Cover bis Zwei - nur um ebenfalls von Show rausgezerrt und per WMD ausgeschaltet zu werden.

Big Show stieg daraufhin in den Ring und wurde von Orton angebrüllt - bis er auch den ausknockte. No Contest. Mit jeweils zwei ausgeschalteten Superstars und Referees, einem im Ring herumstolzierenden Big Show und einem entgeistert dreinblickenden Brad Maddox auf der Rampe endete Battleground.

Fazit

Battleground war wie die Funktionalität der Elektrik im First Niagara Center: größtenteils lief alles bestens, doch es gab einen merkliche Ausfall. In der Pre-Show wurde ein zwar aufbau-freies, doch sehenswertes und vergleichsweise langes Match geboten, in dem beide Männer sich beweisen konnten. Zudem erklärte man durch Sandows "Verletzung" sowie das im Anschluss folgende World Heavyweight-Titel-Match, wieso der Intellectual Savior sich die Chance auf den Cash-In entgehen ließ.

Apropos WHC-Match: Auch dieses war sehenswert und wusste durch Van Dams akrobatische Einlagen in seiner Lieblings-Matchart sowie einen einmal mehr stark dargestellten Champion zu überzeugen. Del Rios Dominanz dürfte dabei allerdings auch auf RVDs baldige Auszeit zurückzuführen sein und die Frage, wie es dann mit Rodriguez weiter gehen soll, blieb weiter offen. Die IC- und Divas-Titelmatches waren nicht weiter erwähnenswert, Wyatt durfte Kingston squashen, damit die Fans sich mal wieder daran erinnern konnten, dass er dominant sein soll.

Als nicht erwähnenswert wäre auch das spontan angesetzte Tag Team-Match zu bezeichnen, wäre da nicht der eine Moment gewesen, aus dem es letztlich wohl überhaupt angesetzt wurde: Cesaro nahm den überdimensionalen Khali in den Giant Swing und hielt dies beeindruckend lange durch. Damit dürften auch sein Face-Push und der Split von den Real Americans bald bevorstehen, denn die Pops werden immer lauter. Punk setzte sich im Duell der PPV-Dauerverlierer 2013 gegen den größtenteils stark dargestellten Ryback durch, nachdem Heymans Ablenkmanöver voll nach hinten losging.

Entsprechend wird diese Fehde mindestens noch bis Hell in a Cell fortgeführt. Dort könnten auch Cody und Goldust mitmischen, nachdem sie im emotionalen Match des Abends, das von vorne bis hinten perfekt gebookt war, den Shield besiegten und sich somit ihre Wiedereinstellung sicherten. Bleibt der größtenteils unterhaltsame Main Event: hier ergab ein No Contest durchaus Sinn, um die intensive Fehde zwischen Bryan und Orton einmal mehr um drei Wochen zu vertagen und bei Hell in a Cell im Rahmen der passenden Matchart zur Entscheidung kommen zu lassen.

Doch welche Rolle soll Big Show hier spielen? Wieso lässt man einen PPV mit ihm enden, während die beiden eigentlichen Protagonisten ausgeschaltet sind? Die einzig logische Erklärung wäre, dass Show als dritter Mann in das Titelmatch rückt, doch will das irgendjemand sehen? Dadurch werden nur die starke Storyline und die daraus resultierende Fehde zwischen Bryan und Orton unnötig aufgeweicht. Gelingt es bei Raw, Big Shows Eingreifen als reinen Angriff auf Triple H darzustellen und Brad Maddox, der nach seinen Fehlentscheidungen als großer Verlierer des Pay-per-Views dasteht, sinnvoll einzubinden, kann der Schachzug gelingen. Entscheidet man sich jedoch für die Three-Way-Variante, setzt man sich selbst Schachmatt.

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