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NFL

NFL Recap: Statement! Bills zerlegen die Rams im Auftaktspiel

Die Buffalo Bills haben das Auftaktspiel mehr als deutlich für sich entschieden.

Die 103. NFL-Saison ist eröffnet - und der Titelverteidiger muss nach dem ersten Spiel prompt ein paar Baustellen adressieren: Die Los Angeles Rams verlieren das Auftaktspiel gegen die Buffalo Bills mit 10:31 deutlich. Die Bills untermauern ihre Titelambitionen mit dem ersten Auftritt eindrucksvoll.

Rams vs. Bills: Auf einen Blick

  • Die Story dieses Spiels war das Quick Passing Game der Bills. Josh Allen verteilte den Ball von Anfang an nicht nur diszipliniert in seinen Reads, sondern auch schnell im Release und extrem konstant. Wenn Buffalo dieses Element seiner Offense auch noch regelmäßig hinzufügen kann, wird es eine lange Saison für gegnerische Defenses.
  • Aufseiten der Rams war die Offensive Line das größte Problem. Los Angeles ließ insgesamt sieben Sacks zu, der neue Left Tackle Joe Noteboom hatte mit Von Miller gehörige Probleme.
  • Vielleicht das am meisten via Social Media geteilte Play des Spiels war kein außergewöhnlicher Catch oder defensives Big Play - es war ein sensationeller Stiff-Arm von Josh Allen am Ende eines Runs!

Los Angeles Rams - Buffalo Bills: Die Analyse

Die Bills starteten brandheiß in die neue Saison. Buffalos erster Drive war perfekt dirigiert, mit einem Touchdown von Josh Allen (26/31, 297 YDS, 3 TD, 2 INT) zu Gabriel Davis via Play Action bei 3rd&1. Buffalo bewegte den Ball gut und hätte früher schon höher in Führung gehen können. Doch individuelle Fehler - Isiah McKenzie ließ sich den Ball zur Interception klauen, Rookie James Cook fumbelte seinen ersten Run - verhinderten einen klareren Abstand.

Denn: Die Offense des Titelverteidigers brauchte etwas Zeit, um ins Spiel zu finden. Die neuformierte Offensive Line wackelte mehrfach und ließ gleich beim ersten Drive einen Sack durch Ex-Ram Von Miller zu, Matt Stafford (29/41, 240 YDS, TD, 3 INT) verfehlte einige Pässe, inklusive einer kostspieligen Interception im zweiten Viertel, als er den Ball in den Rücken seines Receivers in der Flat warf.

So ging Buffalo zwar mit 10:0 in Führung, dann aber hatten die Rams ihre erste Antwort parat: Der erste wirklich gute Drive der Offense endete mit Kupp gegen Safety Poyer in der Red Zone und einem sehenswerten Touchdown-Catch des Vorjahres-Receiving-Leaders. Allen ließ eine zweite Interception - diese ging auf seine Kappe mit einem zu späten und zu ungenauen Wurf über die Mitte - folgen, sodass die Rams mit einem langen Field Goal in den Schlusssekunden der ersten Hälfte ausgleichen konnten.

Doch wer daraus einen Wendepunkt in dieser Partie erwartete, sah sich schnell getäuscht: Der erste Drive der Rams nach der Pause endete ernüchternd schnell, Buffalo marschierte im Gegenzug mit einer Souveränität zum zweiten Touchdown über das Feld, die nicht nur der Rams-Defense Sorgenfalten ins Gesicht treiben dürfte.

Und das blieb das Thema in diesem Spiel. Wenn die Rams-Defense keinen Turnover bekam, hatte Los Angeles' Defense massive Probleme damit, einen Zugriff zu bekommen. Zu schnell wurde Allen den Ball los, zu gut war Buffalos Quick Game insgesamt und Allens Rushing-Qualitäten blieben ein X-Faktor - auch beim Touchdown zum 24:10.

Auf Staffords zweite Interception antwortete Buffalo mit einem 47-Yard-Touchdown auf Stefon Diggs, der Jalen Ramsey schlug und Allens zweiten Deep Pass zum Touchdown fing. Es war die Entscheidung Mitte des Schlussviertels und das Ausrufezeichen hinter einem Statement-Auftritt der Bills beim Auftakt.

Los Angeles Rams (0-1) - Buffalo Bills (1-0)

Ergebnis: 10:31 (0:7, 10:3, 0:7, 0:14) BOXSCORE

Rams vs. Bills - die wichtigsten Statistiken

  • Titelverteidiger hatten vor diesem Spiel eine 38-16-1-Bilanz im folgenden Auftaktspiel. Für Sean McVay ist es das erste Mal, dass er als Head Coach während einer Saison einen negativen Record hat.
  • Cooper Kupp fing im ersten Regular-Season-Spiel nach der Triple-Crown im Vorjahr 13 Bälle für 128 Yards und einen Touchdown. Kupp hat damit in 19 aufeinanderfolgenden Regular-Season-Spielen mindestens 5 Catches und 50 Yards aufgelegt, damit liegt er gleichauf auf dem zweiten Platz für die All-Time-Serie.
  • Rams-Fans hatten gehofft, dass Cam Akers mit mehr Zeit nach der Verletzung wieder explosiver aussehen und das Backfield übernehmen würde. Stattdessen stand Darrell Henderson deutlich häufiger auf dem Feld, Akers beendete das Spiel mit 3 Runs für 0 Yards. Auch für Neuzugang Allen Robinson war es ein enttäuschender Auftkat, Robinson war kaum ins Spiel eingebunden und fing lediglich einen Ball für zwölf Yards.
  • Für Von Miller war es ein überaus erfolgreiches Debüt für sein neues Team, gegen sein Ex-Team: Buffalos neuer Elite-Pass-Rusher gelangen zwei Sacks zum Auftakt.
  • Jalen Ramsey hat jetzt in vier seiner letzten sechs Spiele einen tiefen Touchdown-Catch zugelassen. In seinen 65 Spielen davor wurde er laut Next Gen Stats kein einziges Mal tief zum Touchdown geschlagen.

Der Star des Spiels: Josh Allen, QB, Bills

Die Bills sind bei den Buchmachern der diesjährige Titelfavorit, Josh Allen der MVP-Favorit. Das Auftaktspiel unterstrich das eindrucksvoll: Allen hatte seine Big Plays mit schwierigen Pässen über die Mitte, bei denen seine Armstärke eindrucksvoll sichtbar war, sowie mit einigen kritischen Runs. Vor allem aber die Qualität, den Ball konstant und mit einem schnellen Release im Quick Game zu verteilen, war absolut eindrucksvoll. Allen spielte kein komplett fehlerfreies Spiel, aber eines, welches die ganze Bandbreite an Möglichkeiten dieser Offense auf beeindruckende Art und Weise darstellte.

Der Flop des Spiels: Matt Stafford, QB, Rams

Es war fraglos nicht die einfachste Aufgabe, hinter einer inkonstanten Line eine konstante Offense aufzuziehen. Doch während Allen den Ball auf der anderen Seite konstant schnell verteilte, hatte Stafford viel zu viele Fehler in seinem Spiel. Die beiden ersten Interceptions gingen zumindest maßgeblich auf seine Kappe, mehrfach passte seine Abstimmung mit den Receivern nicht und im Laufe des Spiels wirkte es so, als ob er unruhiger wurde. Selbst die im Vorjahr noch so gefürchtete Backside Dig klappte nicht mehr. Es wird deutlich mehr auf Stafford ankommen, wenn die Line weiter wackelt, und dafür erinnerte die Rams-Offense zu sehr an den Auftritt im Super Bowl nach der Verletzung von Odell Beckham. Auf der defensiven Seite muss man heute Jalen Ramsey nennen, der scheinbar mehrfach zu sehr spekulierte und Big Plays zuließ.

Analyse: Rams vs. Bills - die Taktiktafel

  • Wer sich infolge des Abgangs von Offensive Coordinator Brian Daboll Sorgen um die Bills-Offense gemacht hatte, dürfte früh beruhigt gewesen sein. Die Bills starteten flexibel und vielseitig in ihrer Herangehensweise, verteilten den Ball sehr gut und Antworten im Quick Game parat.
  • Stichwort Quick Game: Die Fortschritte von Josh Allen hier waren sichtbar. Allen war von Anfang an sehr diszipliniert in seinen Reads und seinen Entscheidungen, er nahm die Checkdowns und Underneath-Optionen. Allen eröffnete das Spiel mit zehn Completions in Folge, ein persönlicher Bestwert zum Start eines Spiels. Allens Release wirkte hier schneller, die Disziplin mit seinen Reads war umso eindrucksvoller. Für ein Team, das vermutlich weiterhin viele 2-High-Shells sehen wird, wird dieser Part von Allens Spiel absolut kritisch sein. Es dauerte bis ins vierte Viertel, ehe Allen einen tiefen Pass anbrachte - der 47-Yarder zu Gabe Davis bei 3rd Down war umso kritischer.

  • Aufseiten der Rams dürfte Sean McVay nach diesem Spiel einen sehr ausführlichen Blick auf seine Offensive Line werfen. Die Rams-Line, in der mit Andrew Whitworth und Austin Corbett zwei Starter ersetzt werden mussten, hatte einen sehr wackeligen Start in die Saison, nicht zuletzt die Stunts der Bills hatten immer wieder Erfolg.
  • Sollte sich das auch gegen schwächere Defensive Fronts fortsetzen, wird es ein Thema sein, das diese Rams-Saison prägen könnte. McVay hatte während seiner Zeit in Los Angeles in nahezu jedem Jahr eine exzellente Line, um den Ball konstanter zu bewegen - und McVay will den Ball auch laufen - und sich nicht nur auf Empty und Stafford zu verlassen, werden sie mehr von ihrer Line brauchen.
  • Eine Reaktion der Rams: Ohne den verletzten Van Jefferson sah Ben Skowronek einiges an Snaps, die Rams spielten mit schwerem (Receiver-)Personnel und mit engen Formationen daraus. Doch das Run Game blieb ineffizient, und selbst mit Chip-Block-Hilfe hatte die O-Line Probleme.
  • Weniger ein taktisches, mehr ein Personal-Element, das aber für Buffalo noch sehr wichtig werden könnte: In Abwesenheit des verletzten Tre'Davious White startete Sechstrunden-Pick Christian Benford, nicht Erstrunden-Pick Kaiir Elam, auf Cornerback. Und Benford bestätigte sein Berichten zufolge exzellentes Training Camp, er dürfte den Startplatz vorher sicher haben.
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