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College Football: Die Manning Dynastie kommt nach Texas

Arch Manning hat sich für die Texas Longhorns entschieden.

Arch Manning hat sich für die Texas Longhorns entschieden. Das wohl größte Quarterback-Talent des Landes spielt ab 2023 für ein College, das weit entfernt ist von seinen größten Zeiten. Was macht den Neffen von Peyton und Eli Manning aus und wie landete er in Texas?

Der Name Manning steht im American Football für etwas Besonderes. Es ist der Name von College-Legende und New-Orleans-Saints-Star Archie genauso wie der seiner Söhne Peyton und Eli, die insgesamt vier Super Bowls gewonnen haben. Dieser Name steht für hochklassiges Quarterback-Spiel.

Und auch wenn Archs Vater Cooper Wide Receiver für Ole Miss war, bekam Arch das QB-Familien-Gen vererbt und macht bislang das Beste daraus.

Egal wen man fragt, jeder schwärmt von seinen sportlichen Fähigkeiten. Arch (18) dominiert bereits seit drei Jahren auf der Isidore Newman High School in New Orleans/Louisiana und wird von den Scouting-Plattformen Rivals, 247Sports und ESPN durchweg als 5-Star-Recruit angesehen - mehr geht nicht im High-School-Level. Scout hat noch kein Rating abgegeben, alles andere als fünf Sterne wären aber durchaus überraschend.

Manning hat schon jetzt Gardemaß (1,93 m) und bringt mit 102 Kilogramm ideales Gewicht auf die Waage. Er verfügt über einen sehr starken Arm und weiß sich zu bewegen. ESPN zitierte jüngst einen College-Coach, der Manning über einen langen Zeitraum beobachtet hatte: "Er hat in der Tat einen starken Arm. Aber er ist sehr viel mobiler als jeder denkt. Er ist nicht wie der typische Manning, der sich nicht bewegen kann. Er kann sich selbst aus schwierigen Situationen befreien. Er ist keine Statue in der Pocket. Er hat Basketball gespielt und kann dunken."

Abgesehen von seinen physischen Fähigkeiten sticht bei Manning aber auch seine Footballintelligenz heraus. "Er ist ein prototypischer Bursche, der das Feld sehr gut sieht. Er wird keine schlechten Entscheidungen treffen und schlechte Plays machen. Er ist einer, der wahrhaft eine Offense anführen kann", sagte derselbe Coach.

Arch Manning: Warum eigentlich Texas?

Doch warum eigentlich Texas? Die Longhorns feierten zuletzt 2005 unter dem legendären Head Coach Mack Brown eine nationale Meisterschaft - ihre vierte überhaupt -, als sie seinerzeit in einem denkwürdigen Rose Bowl Game USC geschlagen hatten. Übrigens auch damals schon mit einem Nummer-1-Quarterback-Recruit namens Vince Young.

Seither jedoch lief es eher ernüchternd für Texas, das man wohlwollend als derzeit tief schlafenden Riesen beschreiben kann. Brown musste 2013 gehen, anschließend folgten maue Jahre unter Charlie Strong und immerhin Achtungserfolge - vier Bowl-Siege in Serie - unter Tom Herman, der aber 2020 auch gehen musste.

Für ihn übernahm Steve Sarkisian, der das Team in seiner ersten Saison zu einer 5-7-Bilanz mit sechs Pleiten in Serie führte.

Warum also Texas?

Der Hauptgrund dafür dürfte eben doch Sarkisian gewesen sein. Er und sein Coaching Staff, allen voran Quarterbacks Coach A.J. Milwee, setzten seit einiger Zeit alles daran, Manning nach Austin zu lotsen.

Milwee bemühte sich sehr um Manning und besuchte ihn auch mehrfach auf der High School. Isidore-Newman-Coach Nelson Stewart berichtete gegenüber mehreren Medien kürzlich davon, dass er mit Milwee "mehr gesprochen habe über die vergangenen zwei Jahre als mit meiner Frau". Milwee sei manchmal sogar früher als alle anderen da gewesen und habe morgens um 7 Uhr das Licht im Kraftraum angemacht.

Zudem ergänzte Stewart: "Abgesehen davon, dass er ein Genie im Passspiel ist und keiner ihn in Sachen Football-Scharfsinn und Offensivideologie übertrifft, ist Sark auch eine gute Person. Er und Milwee haben ihre eigenen Beziehungen zu Manning geformt. Sie haben sich wirklich die Zeit genommen, ihn zu rekrutieren. Ich habe das aus erster Hand beobachtet."

Arch Manning: Steve Sarkisian macht den Unterschied

Und dass Sark, wie Sarkisian im Footballkreisen genannt wird, generell ein Händchen fürs zusammenstellen von College-Kadern hat, sieht man daran, wer sonst noch zu seinem aktuellen Longhorns-Team gehört. Speziell auf der QB-Position - er gilt als absoluter Fachmann in der Quarterback-Entwicklung und arbeitete in der Vergangenheit bereits mit Carson Palmer und Matt Leinart bei USC, mit Tua Tagovailoa und Mac Jones in Alabama und selbst mit Matt Ryan bei den Atlanta Falcons zusammen - versammelte er auch vor Manning schon eine beachtliche Truppe.

Der 2022er Starter wird wohl Quinn Ewers sein, der als Top-QB der Klasse von 2021 galt, sich bei Ohio State aber nicht durchgesetzt und daher den Transfer-Weg gewählt hat. Zudem sind Maalik Murphy, ein ESPN-300-Quarterback von 2022, sowie ESPNs Nummer-2-QB von 2020, Hudson Card, mit von der Partie. Will sagen: Es ist nicht mal garantiert, dass Manning 2023 sofort starten wird, auch wenn es wahrscheinlich bleibt.

Eben jener Ruf als QB-Guru soll auch ein wichtiger Faktor für Manning und seine Familie gewesen sein, letztlich Texas auszuwählen.

Ein weiterer Grund: Arch Manning geht so seinen eigenen Weg - fernab von dem, was seine berühmten Onkel, sein Vater oder sein Großvater zu Collegezeiten gemacht haben. Während Archie, Cooper und Eli allesamt Ole Miss besucht hatten, war Peyton der Star-QB von Tennessee. Beides SEC-Schulen wohlgemerkt.

Immerhin diese Tradition allerdings wird Arch hochhalten, schließlich wird sich Texas spätestens 2025 der Southeastern Conference anschließen. Doch Texas gibt Arch die Chance, einen anderen Pfad einzuschlagen, auch wenn der Druck überall extrem sein wird. "Was mich besonders an ihm beeindruckt, ist, wie er mit diesem Druck lebt", zitiert ESPN den anonymen College-Coach.

Seine Fähigkeit, auf dem Teppich zu bleiben, dürfte ihm nicht nur in Texas, sondern dann auch später in der NFL helfen. Bei Arch Manning handelt es sich um einen jungen Mann, der ein privates Instagram-Profil betreibt und der sich auch auf Twitter - Profilbeschreibung: "High-School-Schüler - merklich zurückhält. Sein erster und bislang einziger Tweet besagte: "Festgelegt auf die University of Texas." Hinzu kam ein Bild von ihm bei einem Probetraining der Uni. Mehr nicht, das war buchstäblich der Tweet.

Arch Manning: "Ein Football-Junkie"

Hauptgrund für diese Bodenständigkeit dürfte Mannings grundlegende Einstellung sein. Football ist für ihn das Wichtigste, alles andere ist nebensächlich. Und auf diese Weise sollen Sarkisian und Milwee Manning auch überzeugt haben. "Arch ist ein Football-Junkie", sagte Stewart. "Er liebt es. Er liebt es, Football zu konsumieren."

Dass mit Tight End Will Randle einer von Archs besten Freunden und High-School-Teamkollegen ebenfalls 2023 nach Texas gehen wird, dürfte ebenso geholfen haben wie der große Bahnhof, der Manning bei seinem offiziellen Besuch in Austin bereitet wurde. Schul-Legenden wie Vince Young oder Hall-of-Famer Earl Campbell waren am Campus, um ihn zu begrüßen. Unterm Strich aber war es vor allem Sarkisians Zukunftsvision, die Manning überzeugte.

Eine Vision, die Texas wieder in den Vordergrund stellt. Eine, die dank Mannings Strahlkraft - der Name Manning allein zieht einfach im Football - Realität werden könnte. Schon jetzt ist zu hören, dass sich einige weitere Top-High-School-Spieler im Land ernsthaft überlegen, Manning nach Austin zu folgen.

Die Manning-Dynastie kommt nach Texas und könnte eine neue Ära prägen - dann in der SEC und mit einem Top-Quarterback, nach dem man sich schon jetzt auch in der NFL die Finger leckt.

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