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NFL

Taktik-Analyse zum Super Bowl: Die Offense der Los Angeles Rams - zu viel Feuerkraft für Cincinnati?

SPOX-Redakteur Adrian Franke blickt vor dem Super Bowl auf die Offense der Los Angeles Rams.
© getty

Super Bowl: Was kann die Bengals-Defense ausrichten?

Was über die ganze Saison immer deutlicher wurde, ist der hohe Floor, den diese Rams-Offense hat. Und zwar unabhängig vom Quarterback. Selbst wenn Stafford ein durchwachsenes Spiel hatte, konnte die Offense punkten.

Inklusive Playoffs beendeten die Rams die Saison auf Platz 6 in puncto Expected Points Added pro Play, das Receiver-Duo ist exzellent, McVay ist herausragend gut darin, spezifische Coverages zu schlagen und so offene Würfe zu kreieren - und, und das sollte nicht unter den Tisch fallen, die Offensive Line spielt sehr gut und gehört zumindest im Pass-Blocking zur absoluten Liga-Spitze in dieser Saison.

Das macht es automatisch zu einer unheimlich schweren Aufgabe für die Bengals-Defense, und falls Stafford am Sonntag einen Sahnetag erwischen sollte, ist es schwer vorstellbar, dass Cincinnati defensiv einen Zugriff bekommt.

Welchen Ansatz wählt Cincinnati defensiv?

Auffällig war dieses Jahr, dass Stafford dann größere Probleme hatte, wenn Teams ihn unter Druck setzen und ihm die Reads erschwerten. Als Arizona im zweiten und im dritten Duell zunehmend verzweifelt wurde, weil der Pass-Rush nichts produzierte, brachen in Coverage alle Dämme. Tampa Bay bot früh im Spiel zu viele simple Reads im Playoff-Duell. San Francisco auf der anderen Seite dominierte in der zweiten Hälfte in Woche 18 die Line of Scrimmage, und das ließ das Spiel kippen.

Doch haben die Bengals ein solches Spiel in sich?

Cincinnatis Pass-Rush ist okay, angeführt von Trey Hendrickson (75 Quarterback-Pressures in der Regular Season, Platz 4 unter Edge-Rushern). Sam Hubbard ist eine solide Nummer 2, und mit B.J. Hill und D.J. Reader haben die Bengals zwei sehr physisch starke Spieler im Zentrum, die ungemein wertvoll werden könnten, falls McVay (zu) lange beim Run Game bleibt. Beide sind auch in Ordnung im Pass-Rush.

Aber "in Ordnung" und "solide" wird nicht reichen, um Stafford hinter seiner starken Line ausreichend unter Druck zu setzen. Und wenn man zusätzlich konstatieren muss, dass Blitzing nicht der ideale Weg gegen Stafford ist, dann ist klar: Cincinnati muss kreativ werden.

Gegen die Chiefs waren sie das. Die Bengals spielten extrem flexibel, variierten ihre Boxes und auch ihre Coverages, genau wie den Pass-Rush. Cincinnati brachte immer wieder mal nur drei Pass-Rusher, häufig kombiniert mit einem Quarterback-Spy, falls Mahomes versuchte, zu scrambeln, und Mahomes spielte in der zweiten Hälfte zunehmend überhastet. Er verließ die oft saubere Pocket vorschnell und ließ die offenen Optionen im Passspiel - die es gab - ungenutzt.

Die Bengals spielen vergleichsweise viel aus dem 3-Man-Rush, Cincinnati hat eine der höchsten Quoten in der Liga was das angeht. Stafford hat einen 3-Man-Rush in dieser Saison bislang kaum gesehen - wenn doch, dann hatte er im Schnitt eine der niedrigsten Quoten was Yards pro Pass angeht.

Bengals gegen Chiefs (CCG), 2:00 noch im 4. Viertel

Hier ist ein Beispiel dafür, wie die Bengals den Chiefs spät in der zweiten Hälfte in der Red Zone Probleme bereiteten. Cincinnati präsentierte einen 2-High-Look, und doppelte daraus Travis Kelce links und Tyreek Hill rechts im Slot mit jeweils einem Safety.

Daneben spielte Cincinnati Eins-gegen-Eins-Coverage, aber die Crosser, die Kansas City hier bevorzugt spielen wollte, nahmen die Bengals Mahomes weg, woraufhin der aus der Pocket ging und ihm letztlich nur noch der Scramble blieb.

Die Bengals-Defense ist nicht chancenlos

Gerade Kupp in einzelnen Situationen zu doppeln könnte für die Bengals ein guter Weg sein, um Stafford häufiger zum zweiten und zum dritten Read zu zwingen.

Cincinnati hat mit Jessie Bates einen sehr guten Free Safety und mit Vonn Bell einen guten Komplementär-Spieler dazu. Hier liegt vielleicht die beste Chance für die Bengals, um nach dem Snap viel zu rotieren, Staffords Reads unsauber zu machen und der Offense den Rhythmus zu nehmen.

Aber wie man dieses Matchup auch dreht und wendet, man kommt nicht um die Schlussfolgerung herum, dass die Bengals Hilfe brauchen - Hilfe in Form der Rams, die "Unforced Errors" machen müssen. Das könnte Stafford sein, der ein paar Patzer in seinem Spiel hat. Das könnte McVay sein, der zu konservativ coacht und einen zu konservativen Game Plan für das Spiel entwirft.

Und beide diese Dinge haben wir bereits mehrfach gesehen im Laufe dieser Saison. Cincinnati hat defensiv gezeigt, dass sie vielleicht nicht dominant, aber unangenehm sein können. Das wird das Mindestmaß sein, das sie brauchen, um der eigenen Offense eine Chance zu geben, den Super Bowl zu gewinnen.

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