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NFL

Mailbag zur Free Agency: Quarterback-Ranking - wer wechselt, wer bleibt?

SPOX-Redakteur Adrian Franke beantwortet kurz vor dem Start der Free Agency eure Fragen.
© getty

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Free Agency: Wo ist der Markt 2021 besonders stark?

MartaMunkel: Wie würdest du insgesamt die Spitze und Tiefe der Klassen untereinander ranken. Welche sind in der FA breit besetzt und bei welchen "droht" eine Überbezahlung mangels dünn besetzen Markt?

Safety gehört für mich weit oben auf die Liste, und hier sehe ich auch weiterhin eine mögliche Marktineffizienz, die man ausnutzen kann. Wenn man einfach nur die derzeit aktiven Verträge in der NFL betrachtet, ganz simpel geordnet nach dem möglichen Gesamtvolumen, dann findet man in der Top-20 bei den Verteidigern genau einen Safety: Washingtons Landon Collins.

In der Top-35 sind es deren zwei, Tennessees Kevin Byard kommt dort noch dazu. Kein Safety kassiert im Schnitt pro Jahr mehr als 15 Millionen Dollar, hier rangiert Arizonas Budda Baker (14,750 Mio. Dollar Durchschnittsgehalt) an der Safety-Spitze. Unter allen Defense-Positionen steht er auf Platz 31.

Pass-Rusher und Cornerbacks dominieren diese Listen. Während ich zustimmen würde, dass diese beiden Positionen die wichtigsten Defense-Positionen sind, sehe ich dennoch die Safety-Position in puncto Wert nach wie vor unterschätzt.

Insbesondere die Safeties, die das Passspiel auf mehreren Ebenen beeinflussen können, wie etwa Kansas Citys Tyrann Mathieu (Platz 41 unter Verteidigern was durchschnittliches Jahreseinkommen angeht) haben einen immensen Wert für eine Defense - solange sie richtig eingesetzt werden. Und die Free-Agent-Klasse ist einmal mehr sehr tief auf der Position.

Justin Simmons wurde erwartungsgemäß per Tag bereits vom Markt genommen, Marcus Maye scheint mit den Jets in fortgeschrittenen Gesprächen zu sein. Vielleicht erhält auch er übergangsweise den Tag. Doch selbst dann gibt es mit Anthony Harris, John Johnson, Marcus Williams, oder eine Kategorie dahinter Keanu Neal, Malik Hooker, Xavier Woods, Tre Boston und Jaquiski Tartt eine massive Auswahl auch an verschiedenen Safety-Spielertypen.

Free Agency: Starke Edge-Rusher- und Receiver-Gruppen

Über die Safeties würde ich nur die Edge-Gruppe setzen. Ich gehe davon aus, dass Shaquil Barrett nicht auf den Markt kommt, aber dahinter gibt es Spieler wie Carl Lawson, Jadeveon Clowney, Bud Dupree, Leonard Floyd, Trey Hendrickson, Matthew Judon, Romeo Okwara, Yannick Ngakoue, Olivier Vernon, Justin Houston. Eine enorme Breite auf einem beachtlichen Level, mit zusätzlich "High-Risk-High-Reward"-Kandidaten wie Haason Reddick oder auch Aldon Smith dahinter.

Das Treppchen komplettieren auf dem dritten Platz die Wide Receiver. Ja, Chris Godwin, Allen Robinson und vermutlich auch Kenny Golladay kommen vielleicht nie oder nur per Trade auf den Markt. Doch selbst dahinter ist diese Gruppe stark.

Wer Speed braucht, findet den mit Will Fuller, oder für weniger Geld mit Nelson Agholor, Kenny Stills oder Damiere Byrd. Wer einen Slot-Receiver braucht, kann JuJu Smith-Schuster, Keelan Cole, Adam Humphries oder Curtis Samuel verpflichten. Wer eine klassische Outside-Nummer-2 sucht, könnte bei Corey Davis oder Marvin Jones fündig werden. Und dann gibt es noch die Kategorie "ehemaliger Superstar, der in die Jahre gekommen ist": A.J. Green, Sammy Watkins, T.Y. Hilton, DeSean Jackson, Antonio Brown.

Relativ weit hinten sehe ich die Outside Cornerbacks. Man kann hier darauf hoffen, dass Richard Sherman, Xavier Rhodes oder Patrick Peterson noch ein gutes Jahr im Tank haben, aber ansonsten gibt es William Jackson - und sonst nicht viel. Und Jackson könnte sehr gut einfach in Cincinnati bleiben. Der Rest sind aus verschiedenen Gründen Risiko-Spieler, wie Jason Verrett oder Ronald Darby.

Den letzten Platz belegen für mich aber die Running Backs. Ja, ich würde generell nur sehr, sehr selten wirklich Geld in einen Free-Agent-Back investieren. Dieses Jahr sehe ich abgesehen von Aaron Jones und mit Abstrichen noch Chris Carson nur sehr wenige. Kenyan Drake und James Conner sind tiefer Durchschnitt, deren Qualität kann leicht via Draft viel günstiger gefunden werden. Am ehesten fände ich hier noch James White und Duke Johnson für ihre Receiving-Fähigkeiten interessant.

FRunner08: Die Patriots haben großen Bedarf an QB und WR und sind mit ihrer Defense immer noch gut bis sehr gut aufgestellt: was wäre für dich ein mögliches FA-Szenario, um direkt wieder angreifen zu können? Cap Space ist zurzeit ausreichend vorhanden.

Cap Space ist definitiv vorhanden, die Patriots werden in der Top 5 in puncto Cap Space in die Free Agency gehen. Und trotzdem würde ich argumentieren, dass es sehr schwer sein wird, sofort wieder anzugreifen.

Natürlich ist auch das Definitionssache. Wenn "wieder angreifen" bedeutet, dass die Patriots 2021 um einen Playoff-Platz spielen und realistische Chancen auf ein Wildcard-Ticket haben sollen, dann ja, das halte ich für machbar. Soll es aber bedeuten, dass New England 2021 in den Kreis der ernsthaften Titelanwärter aufsteigen kann, dann sehe ich das wiederum nicht.

Zunächst einmal ist die Liste der Baustellen enorm. Der Großteil der Defensive Line wird Free Agents, zwei wichtige Stützen der Offensive Line mit David Andrews und Joe Thuney werden Free Agents, und dann haben wir noch gar nicht von den beiden größten Baustellen gesprochen: Das Waffenarsenal und die Quarterback-Position.

Die Patriots müssten ihr Receiving-Corps signifikant verbessern und bräuchten zusätzlich ein deutliches Quarterback-Upgrade, um sofort wieder ganz oben mitspielen zu können. Und irgendwann gehen eben auch in New England die Ressourcen aus. Tradet man mehrere Top-Picks für einen der Quarterbacks, die vielleicht verfügbar sind? Dann fehlen die Ressourcen, um im Draft Baustellen anzugehen.

New England könnte seine Offensive Line zusammenhalten und vielleicht noch einen der verfügbaren Top-Receiver verpflichten, hätte dann aber immer noch diverse Baustellen auf Tight End, Quarterback und auch was so etwas wie den Receiving Back (White und Burkhead werden Free Agents) angeht. Es sind schlicht sehr viele Baustellen, um sie alle in einer Offseason zu schließen.

Ein realistisches Szenario, um zumindest wieder ein Playoff-relevantes Team zu werden, könnte so aussehen: Ein Trade für Marcus Mariota, einen der Top-Receiver verpflichten, im Draft offensive Waffen sowie die Offensive Line priorisieren und defensiv versuchen, mit einigen Übergangslösungen die Defensive Line anzugehen. Das könnte zu 9, vielleicht 10 Siegen und einem Wildcard-Ticket reichen.

Doch die Frage lautet dann, ob man das überhaupt so will? Oder wäre New England nicht vielleicht besser beraten, einen kontrollierten Umbruch einzuleiten? Indem man Stephon Gilmore ein Jahr vor Vertragsende für ein gutes Draft-Asset tradet, indem man keine Ressourcen in einen Quarterback-Übergangslösungs-Trade investiert. Dieser Kader wird eine Verjüngung brauchen, und perspektivisch wird es eine langfristige Quarterback-Lösung brauchen. Die Patriots könnten ihre Ressourcen auch dafür nutzen, sich eher mittel- und langfristig wieder in Position zu bringen, um tatsächlich bald wieder ganz oben angreifen zu können.

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