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NBA: L.A. Clippers setzen erstes Ausrufezeichen mit Sieg gegen Los Angeles Lakers

Von Philipp Jakob
LeBron James gegen Kawhi Leonard war das heißerwartete Matchup zum Auftakt.

Die L.A. Clippers haben im ersten Saisonspiel das Stadtduell gegen die Los Angeles Lakers mit 112:102 (BOXSCORE) für sich entschieden und damit die erste Duftmarke gesetzt. Kawhi Leonard und die starken Clippers-Reservisten sind am Ende einfach zu viel gegen LeBron James und die Lakers.

Kawhi führte sein neues Team mit 30 Punkten (10/19 FG), 6 Rebounds und 5 Assists zum Auftakterfolg. Allerdings darf sich die Klaue auch bei starken Leistungen der Reservisten bedanken, vor allem Lou Williams (21 und 7 Assists) und Montrezl Harrell (17 und 7 Rebounds) lieferten gute Auftritte ab.

Die Lakers mussten sich nach einem schwachen vierten Viertel geschlagen geben - und das, obwohl Danny Green ordentlich heiß lief und einen neuen Scoring-Rekord für einen Lakers-Debütanten aufstellte (28, 7/9 Dreier). Anthony Davis kam in seinem ersten Spiel im Lakers-Trikot auf 25 Punkte, 10 Rebounds und 5 Assists, während LeBron gerade in Halbzeit zwei gut abgemeldet wurde (18, 9 und 8).

Ansonsten kam kein Lakers-Akteuer auf eine zweistellig Punkteausbeute - ganz im Gegensatz zu den Clippers-Spielern. Alle vier Reservisten erzielten mindestens 10 Punkte und halfen Kawhi dabei, den Stadtrivalen in einer hitzigen Atmosphäre zu besiegen.

Den Kampf um die Vorherrschaft in Los Angeles nahmen die beiden Fanlager schon vor Tip-Off äußerst ernst. Während der Begrüßungsworte von Leonard sorgten die anwesenden Lakers-Fans für ein kräftiges Pfeifkonzert - dabei hatten eigentlich die Clippers ein Heimspiel.

Clippers vs. Lakers: LeBron und Davis mit gutem Start

Dafür revanchierten sich die Clippers-Fans mit Buhrufen, als die Starting Lineup der Lakers verkündet wurde. LAL schickte neben James und Davis, Bradley, Green und McGee aufs Parkett, die Clippers begannen mit Kawhi, Beverley, Shamet, Patterson und Zubac.

Nach gut zwei Spielminuten waren es aber erneut die Lakers-Fans, die so richtig laut wurden. LeBron versenkte einen butterweichen Baseline-Fadeaway über die ausgestreckten Hände der Klaue, die Lakers legten einen 7:2-Start hin. Nicht ganz so gut lief es dagegen zu Beginn bei Anthony Davis, dessen erster Wurf im Lakers-Trikot als Airball endete.

Doch im Post war AD nur schwer zu stoppen, die Lakers erarbeiteten sich eine frühe 11-Punkte-Führung. Es dauerte eine Weile, bis auch die Clippers so richtig in der Partie ankamen. Dies hatten sie unter anderem der Bank um Lou Williams und Montrezl Harrell zu verdanken - im zweiten Viertel übernahm dann Kawhi die Kontrolle!

L.A. Clippers: Kawhi und die Bank führen LAC zum Sieg

Der Neuzugang der Clippers führte sein Team zu einem viertelübergreifenden 32:17-Lauf, mit dem der Gastgeber die Partie drehte. Zur Halbzeit lagen Kawhi und Co. schließlich mit 62:54 vorne. Auch im dritten Viertel ging es zunächst gut für die Clippers weiter, die sich einen 14-Punkte-Vorsprung erspielten.

LeBron führte die Lakers jedoch mit einigen guten Aktionen, darunter ein krachender Dunk in Transition und ein Chasedown-Block, zurück. Danny Green tat mit einem Dreierfeuerwerk sein übriges und die Lakers waren wieder in der Partie (85:85 nach drei Vierteln). Es dauerte nun einige Minuten, bis sich die Clippers wieder etwas absetzen konnten.

Starke Defense und mal wieder die Kombination aus Harrell und Williams sorgten Mitte des Schlussabschnitts für einen 11-Punkte-Vorsprung der Hausherren. Das war zu viel für die Lakers, die im vierten Durchgang gerade einmal 17 Zähler aufs Scoreboard brachten.

Die wichtigsten Statistiken

L.A. Clippers (1-0) vs. Los Angeles Lakers (0-1) 112:102 (BOXSCORE)

  • Die fehlende Größe der Clippers unter dem Korb machte sich vor allem im Matchup gegen Davis negativ bemerkbar. Gegen zumeist Harrell, Patterson oder Moe Harkless hatte die Braue klare Größenvorteile, die er mit geschickten Post-Ups aggressiv ausnutzte. Entsprechend oft wurde der Lakers-Big im Post gesucht. Den Clippers blieb in vielen Situation keine andere Möglichkeit als ein Foul - AD stand allein in Halbzeit eins 12-mal an der Freiwurflinie, genauso oft wie die Clippers.
  • Dass die Clippers zur Halbzeit dennoch in Front lagen, hatten sie neben der starken Bank (dazu gleich mehr) in erster Linie der Klaue zu verdanken. Nach einem eher durchwachsenen Start versenkte der 28-Jährige 7 Würfe in Folge. Im zweiten Abschnitt stand er bei 7/8 FG und 16 Zählern. LAC gewann diesen Abschnitt mit 40:29, das Team von Coach Doc Rivers versenkte dabei 17 von 22 aus dem Feld (77,3 Prozent) und 4 von 7 Dreier (57,1 Prozent).
  • Die Clippers müssen sich nicht allein auf die Starpower von Leonard verlassen (und Paul George, wenn er wieder fit ist), sondern haben einen extrem breiten Kader. Das stellten die Hausherren an diesem Abend direkt unter Beweis, die Bank um Sweet Lou und Harrell entschied das Duell der Reservisten eindeutig für sich (60:19 für LAC).
  • Einen gewaltigen Vorteil hatten die Clippers bei den Fastbreak-Punkten. In der Transition kam LAC deutlich häufiger zu leichten Abschlüssen als der Stadtrivale (22:5 Fastbreak-Punkte). Die Lakers mussten dagegen mehr für ihre Punkte kämpfen, vor allem auch LeBron und AD, die in der zweiten Halbzeit deutlich ineffizienter agierten als noch in Hälfte eins (AD: 7 Punkte bei 3/10 FG, LeBron: 4 Punkte bei 2/8 FG).

L.A. Clippers vs. Los Angeles Lakers: Die Stimmen

LeBron James (Los Angeles Lakers): "Ich habe mich sehr darauf gefreut, auf den Court zurückzukehren. Offensichtlich war ich noch etwas rostig in meinem Perimeter-Shooting. Das war das erste Spiel, in der NBA will jeder schnell ein Narrativ haben, dass das eine Rivalität und ein großer Test ist. Beide Teams sind noch nicht da, wo sie sein wollen. Das ist keine Rivalität, wir versuchen einfach, jeden Tag besser zu werden."

Doc Rivers (Clippers-Coach) über die Stimmung in der Arena: "Die Lakers-Fans waren sehr laut am Anfang. Ich denke, dass dann unsere Jungs und unsere Fans übernommen haben."

Der Star des Spiels

Das komplette Team. Selten ist es so passend, die komplette Teamleistung hervorzuheben, wie heute. Beverley überzeugte mit seinem Einsatz und seiner Leidenschaft, Williams und Harrell führten die bärenstarke Bank an und Kawhi Leonard war vor allem im zweiten Viertel nicht zu stoppen. Auch wenn Kawhi der Topscorer war, ohne seine Teamkollegen hätte er heute definitiv nicht gewonnen.

Der Flop des Spiels

Kentavious Caldwell-Pope. Im zweiten Viertel hatte er Kawhi defensiv wenig bis gar nichts entgegenzusetzen. Auch offensiv war der Shooting Guard nah dran an einem Totalausfall (0 Punkte, 0/3 FG, 3 Rebounds, 3 Assists).

Die Szene des Spiels

Chasedown-Blocks sind bekanntermaßen die Spezialität des LeBron James, das bekam Mitte des dritten Viertels auch Landry Shamet zu spüren. Der Clippers-Guard freute sich im Fastbreak auf einen freien Korbleger - bis der King von hinten angerauscht kam. Doch damit noch nicht genug: LAC schnappte sich den Offensiv-Rebound, der Ball landete bei Montrezl Harrell, der den Korb attackierte. Dort stand immer noch LeBron, der sich für das Offensiv-Foul opferte. Auch mit dieser Aktion brachte er seinem Team neues Leben im dritten Viertel.

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