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Olympia

Olympia - Maier verliert Olympiabronze: "Bin ehrlich gesagt überrascht"

SID
Skicrosserin Daniela Maier muss ihre Bronzemedaille von den Olympischen Spielen zurückgeben.
© getty

Skicrosserin Daniela Maier wird vom Internationalen Ski-Verband FIS der dritte Rang bei Olympia aberkannt. Das IOC kündigt an, den Fall zu prüfen. Die Athletin ist "überrascht und gespannt".

Daniela Maier war keine olympische Medaillengewinnerin mehr, als sie am späten Samstagnachmittag in München aus dem Flieger stieg. "Ich bin von der neuen Situation ehrlich gesagt überrascht", sagte die Skicrosserin nach der Entscheidung des Weltverbandes FIS, ihr die in Peking gewonnene Bronzemedaille abzuerkennen. Zudem, so Maier, sei sie "gespannt, was nun passiert". Sie erlebe "so eine Situation zum ersten Mal" und werde "zusammen mit dem Deutschen Skiverband und dem DOSB alle juristischen Mittel prüfen".

Ihr dritter Platz, den sie nach dem emotionalen Finale im Genting Snowpark von der Rennjury nach einem Videobeweis zugesprochen bekommen hatte, ist jedenfalls erstmal weg. Die Berufungs-Kommission der FIS gab einem Protest des Schweizer Skiverbandes Swiss Ski statt, die Medaille ginge somit an die Schweizerin Fanny Smith. Diese war nach dem Finale wegen Behinderung von Maier zunächst auf Rang vier zurückgestuft worden.

Der Deutsche Skiverband (DSV) wurde von der Bekanntgabe der Entscheidung kalt erwischt, will die Entscheidung der FIS aber nicht so stehen lassen und für Maier kämpfen. "Wir werden in Abstimmung mit dem DOSB alle rechtlichen Schritte prüfen", sagte DSV-Präsident Franz Steinle dem SID. Der DSV würde wohl bis zum Internationalen Sportgerichtshof CAS gehen.

Was mit der Bronzemedaille dann tatsächlich geschieht, liegt abschließend in den Händen des Internationalen Olympischen Komitees. Das IOC hat bereits angekündigt, den Fall prüfen zu wollen, wenn alle Prozesse auf FIS-Ebene beendet sind.

Olympia-Medaille: Maier "kann Theater nicht verstehen"

DSV-Alpinchef Wolfgang Maier glaubt nicht, dass Daniela Maier die Medaille wieder hergeben muss. Es sei "eine IOC-Medaille und keine FIS-Medaille", sagte der 61-Jährige der Mediengruppe Münchner Merkur/tz. Er halte das Thema für "völlig daneben. Ich kann das Theater nicht verstehen und auch nicht, warum die FIS jetzt hingeht und ihr eine IOC-Medaille aberkennt. Das ist skandalös für mich."

Die Berufungs-Kommission der FIS nahm die Videoaufzeichnungen des Rennens nach eigenen Angaben bei vier Sitzungen über Stunden hinweg in Augenschein und überprüfte dabei auch schriftliche Aufzeichnungen. Ursprünglich war eine Aktion von Smith kurz vor dem Ziel nachträglich als Behinderung Maiers mit einer Gelben Karte geahndet worden - sie wurde nach langwierigen Beratungen auf Rang vier zurückgesetzt.

Smith war kurz vor dem Ziel mit ihrem linken Ski klar erkennbar in die Fahrlinie von Maier geraten und hatte die Deutsche damit behindert - die FIS wertete dies nun jedoch als eine Berührung im normalen Renngeschehen, "die nicht zu verhindern gewesen" sei und demzufolge lediglich eine "Offizielle Warnung" hätte nach sich ziehen dürfen.

"Ich bin natürlich erleichtert über diesen Entscheid", wird Smith in einer Mitteilung von Swiss Ski zitiert. Sie sei "stets überzeugt" gewesen, "dass ich keinen Fehler gemacht habe. Gleichzeitig schmerzt es mich aber für Daniela Maier, welche nun die Leidtragende der Situation ist."

Tatsächlich hatte auch Maier nach dem Zieleinlauf die fragliche Situation nicht als strafwürdig für ihre Konkurrentin angesehen. "Nein, nein, nein, nein, nein", rief sie während der minutenlangen Überprüfung der Szene durch die Rennjury und schüttelte immer wieder den Kopf: "Das war ganz normales Skicross."

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