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Radsport

Giro: Eritreer Girmay feiert historischen Etappensieg - kurioses Missgeschick beim Jubeln

SID
Biniam Girmay feierte einen historischen Etappensieg beim Giro.

Erst der historische Sieg, dann die Fahrt ins Krankenhaus: Kurz nachdem Biniam Girmay beim Giro als erster schwarzer Afrikaner eine Grand-Tour-Etappe gewonnen hatte, schoss dem Radprofi aus Eritrea bei der Siegerehrung der Korken der Champagnerflasche ins Gesicht und verletzte ihn am linken Auge. Die Freude am großen Tag wurde etwas getrübt.

Girmay hatte den Zielsprint des 196 km langen Teilstücks von Pescara nach Jesi vor dem Niederländer Mathieu van der Poel (Alpecin-Fenix) und Vincenzo Albanese (Eolo-Kometa) aus Italien gewonnen und sich so in die Geschichtsbücher eingetragen. "Es ist unglaublich. Das Team hat super gearbeitet. Den ganzen Tag hatten wir die Kontrolle", sagte Girmay: "Ich habe keine Worte dafür, was meine Teamkollegen geleistet haben."

Doch dann unterlief ihm das Missgeschick mit der Flasche. Zunächst feierte Girmay zwar weiter und versprühte den Champagner, rieb sich jedoch immer wieder das Auge. Kurz darauf wurde der 22-Jährige begleitet von Sanitätern zu einem Krankenwagen gebracht.

Durch den zweiten großen Erfolg nach seinem Sieg beim Klassikerrennen Gent-Wevelgem Ende März machte Girmay erneut auf das gewaltige Potenzial Afrikas aufmerksam. Ein Etappensieg "würde meinem Land, dem afrikanischen Kontinent und dem Radsport im Allgemeinen viel bedeuten", erklärte der U23-Viezeweltmeister im Vorfeld.

Unter den rund 550 Profis in den 18 WorldTour-Teams finden sich zwar gerade einmal acht Afrikaner, vier davon weiße Südafrikaner, zudem drei Eritreer und ein Äthiopier. Dennoch ist der Trend unverkennbar.

Biniam Girmay sorgt für historische Premiere

In den kommenden Jahren wollen Girmay und Co. der mehrheitlich europäisch-südamerikanischen Konkurrenz auf Augenhöhe begegnen. Die Bedingungen speziell in Eritrea, wo die Liebe zum "ciclismo" der traurigen Zeit italienischer Kolonialherrschaft entstammt, ähneln jenen in Kolumbien, dem größten "Exporteur" von Toptalenten.

"Ich habe den Giro schon als Kind im Fernsehen gesehen und bin dann mit dem Traum losgefahren, eines Tages dabei zu sein", sagte Girmay und sorgte nun für den ersten Erfolg für sein Heimatland.

Bester Deutscher war am Dienstag Emanuel Buchmann vom Team Bora-hansgrohe. Der Ravensburger kam mit der Spitzengruppe als 16. ins Ziel. Im Gesamtklassement trägt weiterhin Juan Pedro Lopez vom Team Trek-Segafredo das Rosa Trikot. Buchmann liegt mit einem Rückstand von 1:09 Minute weiterhin auf dem neunten Platz. Etappensieger Lennard Kämna (Wedel/Bora-hansgrohe) rutschte in der Gesamtwertung weiter ab und liegt nun schon 8:34 Minuten hinter Lopez.

Auf der elften Etappe am Mittwoch dürften dann die Sprinter um Oldie Mark Cavendish zum Zuge kommen. Das Profil des 203 km langen Teilstücks von Santarcangelo di Romagna nach Reggio Emilia ist nahezu flach, es stehen keine Bergwertungen an. Der Giro endet nach 3410 km am 29. Mai in Verona.

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