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Fussball

WM Kompakt am 9. Dezember: WM Kompakt: Auch das noch! Katar sorgt für Negativrekord

Von Christian Guinin
Gianni Infantino, FIFA

Die Weltmeisterschaft in Katar meldet sich mit den ersten beiden Viertelfinal-Partien zurück. Da darf selbstverständlich auch unser WM Kompakt nicht fehlen, welches Euch bestens auf den bevorstehenden Clash vorbereitet. Dieses Mal im Angebot: Risse im portugiesischen Nationalteam, die seltsame Abreise eines England-Stars, ein zum Gegenschlag ausholender Tite und Kritik am DFB-Team.

WM 2022 in Katar - Rekord des Tages: Torlosigkeit im Wüstenstaat

Die beste WM aller Zeiten, die beste Gruppenphase aller Zeiten, die beste Stadionwurst aller Zeiten - seit Beginn der Weltmeisterschaft in Katar fühlt sich Gianni Infantino wohl - Achtung, Kunstpause - superlativ. Es ist sogar eine WM der Rekorde! Den nächsten Rekord sackten Katar, die FIFA und eben Infantino gleich mal zum Auftakt der Viertelfinals ein.

Beim Spiel zwischen Brasilien und Kroatien gab es das achte 0:0 nach 90 Minuten - das ist zuvor noch nie passiert. Bei den Endrunden 1982, 2006, 2010 und 2014 gab es jeweils sieben torlose Partien über die reguläre Distanz. Diesen Rekord hat Katar schon jetzt pulverisiert.

Die wenigsten Tore bei einer WM fielen übrigens 1990 in Italien als nur 115 Treffer erzielt wurden. Ein Torschnitt von 2,21 Toren pro Spiel. 1954 beim ersten WM-Triumph der deutschen Nationalmannschaft fielen 140 Treffer in nur 26 Spielen (Schnitt: 5,38). Wo sich Katar da einreiht, wird man sehen. Aber die torloseste WM der Geschichte ist ihnen in der Kategorie der meisten torlosen Spiele nicht mehr zu nehmen. Moment! Nicht aller Zeiten? Ja, anders als Infantino können wir eben nicht in die Zukunft schauen.

WM 2022 in Katar: So liefen die Spiele am 9. Dezember

Kroatien - Brasilien 5:3 n. E.: Hier geht's zum Spielbericht

  • Brasilien ist auf der Jagd nach dem sechsten WM-Titel frühzeitig gescheitert. Der Rekordweltmeister unterlag Kroatien im Viertelfinale in Ar-Rayyan im Elfmeterschießen mit 2:4. Die ersten 90 Minuten waren torlos geblieben, nach 120 Minuten hatte es 1:1 gestanden. Der Vize-Weltmeister trifft im Kampf um den erneuten Finaleinzug am Dienstag auf Argentinien oder die Niederlande.

  • Neymar (105.+1) erzielte im Education City Stadion vor 43.893 Zuschauern das Tor des fünfmaligen Weltmeisters, Kroatien glich durch Bruno Petkovic (117.) aus. Brasilien wartet damit weiter auf den ersten WM-Titel seit 20 Jahren.

  • Durch seinen 77. Treffer für Brasilien ist Neymar nun mit Pele gleichgezogen. Rekordtorschütze!

Niederlande - Argentinien 5:6 n. E.: Hier geht's zum Spielbericht

  • Argentinien mit Superstar Lionel Messi hat bei der WM in Katar das Halbfinale erreicht. Der sechsmalige Weltfußballer und die Albiceleste gewannen am Freitag ihr Viertelfinale gegen die Niederlande mit 4:3 im Elfmeterschießen. Nach 90 und 120 Minuten hatte es 2:2 gestanden.
  • Bei Messis fünfter und letzter WM trifft der Südamerikameister in der Vorschlussrunde am Dienstag (20.00 Uhr MEZ) auf Vize-Weltmeister Kroatien. Dort könnte Messi mit WM-Rekordspieler Lothar Matthäus (25 Einsätze) gleichziehen.
  • Nahuel Molina (35.) und Messi per Foulelfmeter (73.) schossen den Champion von 1978 und 1986 im Finalstadion von Lusail klar in Führung. Der Ex-Wolfsburger Wout Weghorst (83., 90.+11) aber brachte die Niederlande noch in die Verlängerung.

WM 2022 in Katar - Streitpunkt des Tages: CR7-Assistent

Es vergeht kein Tag mehr in Katar, an dem nicht über die Situation von Cristiano Ronaldo bei der portugiesischen Nationalmannschaft diskutiert wird. Während sich auf der einen Seite Kritiker des 37-Jährigen mit Freude auf jeden noch so kleinen Fehltritt stürzen, springen ihm auf der anderen Seite Fans und langjährige Wegbegleiter zur Seite.

Ich persönlich möchte mich zu keiner der beiden Gruppierungen zählen, will Euch aber auch nicht die tägliche Dosis "Ronaldo-Drama" vorenthalten, von der die portugiesische Tageszeitung Record berichtet.

In angesprochenem Bericht wird nämlich ein neuer Streitpunkt innerhalb der Mannschaft vermeldet. Demnach seien Ronaldos Teamkollegen zunehmend von dessen persönlichem Assistenten Ricardo "Ricky" Regufe angesäuert.

Zum Ärger der Mannschaft würde sich Regufe zu jeder Tages- und Nachtzeit in direkter Nähe zum Team aufhalten, obwohl es Nicht-Spielern eigentlich verboten ist, gewisse Räume und Bereiche zu betreten. Darüber hinaus genieße Ronaldo diesbezüglich eine Art "Sonderstatus", da es keinem anderen Spieler erlaubt wurde, Gäste mit in Portugals Trainingszentrum zu bringen.

WM 2022 in Katar - Abreise des Tages: Ben White

Während man der deutschen Nationalmannschaft in diesen Tagen gerne vorwirft, dass es während des Aufenthalts in Katar zu harmonisch, zu nett und zu wenig kompetitiv zugegangen sei, hört man von Englands Auswahl das genaue Gegenteil.

Dort reiste Arsenal-Verteidiger Ben White aufgrund "persönlicher Gründe" aus dem Camp der Engländer ab und kehrte in die Heimat zurück. "Es wird nicht erwartet, dass der Arsenal-Verteidiger für den Rest des Turniers in den Kader zurückkehrt. Wir bitten darum, dass die Privatsphäre des Spielers in diesem Moment respektiert wird", teilte der Verband in einem Statement mit.

Wie englische Medien spekulieren, soll es jedoch Krach zwischen dem mittlerweile abgereisten White und Co-Trainer Steve Holland gegeben haben.

Überhaupt soll der 25-Jährige mit mangelhafter Einstellung an die "Mission Katar" herangegangen sein. Die Vorwürfe: zu wenig Wissen über den Gegner und seinen eigenen Statistiken. Zudem soll sich die Integration Whites in die Mannschaft der Three Lions als kompliziert herausgestellt haben. Diese Gerüchte haben sich bislang aber nicht bestätigt.

Zurück im Kader dürfen die Three Lions hingegen Raheem Sterling begrüßen. Der Stürmer des FC Chelsea war am Sonntag aus dem Emirat abgereist, nachdem in sein Haus in London eingebrochen worden war. Nun stößt er zum Team zurück und ist für das Viertelfinale gegen Frankreich einsatzbereit.

WM 2022 in Katar: Die Viertelfinals im Überblick

Datum

Begegnung

9. Dezember, 16 Uhr

Kroatien vs. Brasilien

9. Dezember, 20 Uhr

Niederlande - Argentinien

10. Dezember, 16 Uhr

Marokko vs. Portugal

10. Dezember, 20 Uhr

England vs. Frankreich

WM 2022 in Katar - Konter des Tages: Tite

Was wurde auf die brasilianische Nationalmannschaft nach deren Tanzeinlagen gegen Südkorea eingetreten. "Respektlos", "arrogant", "abgehoben" hallte es durch die Presse und auch viele Fans und selbsternannte Experten waren wenig begeistert über das Auftreten der Seleção.

Nationaltrainer Tite holte nun zum Gegenschlag aus und schoss speziell in Richtung einem der lautesten Kritiker, Manchester-United-Legende Roy Keane. "Ich werde keine Kommentare gegenüber denjenigen abgeben, die die brasilianische Geschichte und Kultur nicht so gut kennen wie jeder von uns, ich lasse diesen Lärm beiseite", so Tite auf der Presskonferenz vor dem Duell seiner Mannschaft gegen Kroatien (ab 16 Uhr im Liveticker).

Die Brasilianer werden sich den Spaß an den Jubeltänzen nicht nehmen lassen, so der 61-Jährige weiter. "Das ist nicht respektlos. Es ist Teil unserer Kultur. Wir werden weiterhin Dinge auf unsere Art und Weise tun. Diese Tänze sind einfach das, was wir sind."

Dass er von seiner Mannschaft überredet wurde, selbst Teil dieser Tänze zu sein, stört Tite überhaupt nicht. Viel mehr habe es das Teamgefüge und die Stimmung innerhalb der Mannschaft verbessert. "Wissen Sie: Das ist meine Art, mit der jungen Generation in Kontakt zu bleiben. Ich bin 61, die Spieler können meine Enkel sein und wenn ich tanzen muss, um mit denen eine Verbindung herzustellen, dann werde ich immer wieder mit ihnen tanzen."

Ob die Brasilianer auch heute Nachmittag gegen Kroatien das ein oder andere Tänzchen auspacken?

WM 2022 in Katar - Kritik des Tages: Berti Vogts

Eingangs erwähnten wir die viel kritisierte Harmonie, die angeblich im und ums DFB-Team geherrscht haben soll und die nach Meinung vieler zum frühen Aus führte. Einer, der es ähnlich sieht, ist Ex-Nationaltrainer Berto Vogts. Dieser holte in seiner WM-Kolumne für die Rheinische Post aus und kritisierte die Stimmung im deutschen Camp.

"In den vergangenen Jahren gab es zu viel Harmonie im DFB. Das hat zum Stillstand an vielen Stellen geführt", schrieb Vogts. In diesem Zusammenhang kritisierte der Europameister-Trainer von 1996 den ehemaligen DFB-Geschäftsführer. "Das ist sicherlich auch etwas, was sich Oliver Bierhoff vorwerfen lassen muss. Ich habe ihn oft darauf hingewiesen, aber Kritik war nicht gewünscht in seinem Umfeld."

DFB-Vize Hans-Joachim Watzke müsse nun mit seinem Berater Matthias Sammer "wieder eine gesunde Streitkultur im DFB" einführen.

Gut, wäre das auch geklärt.

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