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Fussball

WM 2022: Brasilien mit Arroganz-Anfällen? Deutliche Kritik an Jubeltänzen und Torwart-Auswechslung

Von Alex Frieling
WM 2022

Brasilien sorgt bei der Weltmeisterschaft sportlich für viel Aufsehen. Jedoch werden der Seleção auch Arroganz-Anfälle vorgeworfen.

So hat Trainer Tite beim Achtelfinale gegen Südkorea (4:1) den dritten Torwart Wéverton eingewechselt. Brasilien hat somit alle 26 Spieler seines Kaders bei der WM 2022 eingesetzt (darunter drei Torhüter) und ist damit die erste Mannschaft in der Geschichte des Turniers, die 26 Spieler bei einer einzigen WM einsetzt. Hinzu kommen die Jubeltänze von Neymar, Richarlison und Co., an denen inzwischen auch Coach Tite teilnimmt.

Vor allem die Jubeltänze bei eindeutigem Spielverlauf gegen sorgten für viele Diskussionen und ließen Kritik, die brasilianische Mannschaft sei arrogant, laut werden. Tite sah ebenjene Kritik bereits kommen und erklärte: "Ich habe zu ihm [Richarlison] gesagt: 'Wenn du es mir zeigst, mache ich es. Aber wir müssen aufpassen, denn viele Leute werden sagen, dass es respektlos sei.'"

Flügelflitzer Raphinha zeigte sich von den Diskussionen jedoch unbeeindruckt und machte deutlich: "Das Problem hat derjenige, dem es nicht gefällt. Wir werden weiter tanzen". Der Barça-Spieler erläuterte weiter: "Das ist unser Ausdruck der Freude, wenn wir ein Tor erzielt haben. Wir machen das nicht, um respektlos zu sein. Wenn das jemandem nicht gefällt, können wir auch nicht viel machen. Wir werden weiter Tore schießen und danach tanzen."

Manchester-United-Legende Roy Keane hingegen befeuerte die Arroganz-Vorwürfe und kritisierte beim englischen Sender ITV: "Ich finde, es ist respektlos, jedes Mal so zu tanzen, wenn du triffst. Ich habe nichts gegen den ersten Jig - oder was auch immer das war - nach dem ersten Tor, aber das geht nicht jedes Mal. Es ist einfach respektlos. Sogar ihr Trainer war involviert. Ich finde das nicht gut."

Brasilien: "Passt nicht zur schönen Hommage an Pelé"

Und das war noch nicht alles: Auch Didi Hamann unterstützte Keane in seiner Position und rüffelte das brasilianische Team für die zahlreichen Tanzeinlagen. "Es gab ein paar Dinge: das Tanzen in der ersten Halbzeit und das Herausnehmen des Torhüters (in der zweiten Halbzeit). Für mich ist das ein ungeschriebenes Gesetz und es passt nicht zu dieser schönen Hommage an Pelé", sagte Hamann beim irischen Radiosender RTÉ. "Ich habe manchmal das Gefühl, dass sie dem Gegner nicht den nötigen Respekt entgegenbringen, und das sieht man bei keiner anderen Nation in diesem Turnier", unterstrich der 49-Jährige.

Die Brasilien-Stars fielen in den vergangenen Spielen stets mit Tanzeinlagen nach ihren Toren auf. Auch gegen Südkorea wurde jeder einzelne Treffer mit einem Tanz bejubelt. Das zwischenzeitliche 3:0 gegen Südkorea schon vor der Pause feierte das Team gar mit Trainer Tite - die Spieler tanzten am Spielfeldrand mit ihrem Coach.

In der 81. Minute brachte Tite dann noch den dritten Torhüter Wéverton für Stammkeeper Alisson ins Spiel, was ebenfalls für Kritik sorgte, denn auch im Netz wird der Mannschaft um Neymar teilweise und auch nicht von allen Seiten Arroganz und Respektlosigkeit vorgeworfen.

Für die Brasilianer geht es am Freitag im Viertelfinale gegen Kroatien. Dass man dort mit den Jubeltänzen aufhört, scheint aufgrund der Aussagen von Raphinha unwahrscheinlich. Sollte man das Spiel für sich entscheiden können, warten im Halbfinale entweder die Argentinier oder die Niederländer. Brasilien gilt bei dem Turnier als Favorit auf den WM-Titel.

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