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Fussball

WM 2022, Favoriten-Check: Europas Top-Teams in der Krise - nutzt Südamerika seine Chance?

Von Justin Kraft / Christian Guinin

Nicht mal mehr zwei Monate sind es, bis die Weltmeisterschaft in Katar beginnt. Am 21. November findet das Eröffnungsspiel zwischen den Gastgebern und Ecuador statt. Viel Zeit haben die Favoriten also nicht mehr, um sich in Form zu bringen.

SPOX und GOAL schauen auf die zehn Top-Favoriten - zumindest wenn es nach den Quoten der Buchmacher geht. Im Check beleuchten wir die aktuelle Form der Nationen und die Stimmung im Heimatland. Wer holt den Titel bei der Winter-WM?

Dänemark: Zünden die Dänen wieder Dynamit?

Dänemark: Die aktuelle Form

In einer Nations-League-Gruppe mit Frankreich, Kroatien und Österreich haben die Dänen unterstrichen, dass sie auch bei der Weltmeisterschaft eine gute Rolle spielen wollen. Mit insgesamt 4:1-Toren schlugen sie Frankreich gleich zweimal, auch Österreich konnte zweimal besiegt werden. Lediglich gegen Kroatien zog Dänemark jeweils den Kürzeren, weshalb es mit einem Punkt Rückstand nicht zum Gruppensieg reichte.

Auch bei der Europameisterschaft kam das Team von Trainer Kasper Hjulmand sehr weit - nämlich bis ins Halbfinale. Dort scheiterte man denkbar knapp an England. Kein Wunder also, dass die Buchmacher Dänemark auch dieses Jahr auf dem Zettel haben.

Dänemark: Die Schlüsselspieler

Kasper Schmeichel war schon bei der EM ein wichtiger Faktor. Dänemark wird trotz der guten Quoten mit Außenseiterchancen in das Turnier starten. Dementsprechend kommt es auch darauf an, dass der Torhüter auch in Katar wieder einiges wegfischt.

Allgemein war die Defensive bei der vergangenen Europameisterschaft das Herzstück. Mit Simon Kjaer und Andreas Christensen haben die Dänen zwei erfahrene Innenverteidiger. Dänemark will auch bei der WM wieder hinten stabil stehen, um dann offensiv die Flexibilität und die Schnelligkeit der unterschiedlichen Spielertypen nutzen zu können. Spannend wird auch, ob Christian Eriksen eine tragende Rolle spielen kann.

Dänemark im Vergleich zu 2018

Bei der WM in Russland erreichte Dänemark in einer Gruppe mit Frankreich, Peru und Australien das Achtelfinale. Dort scheiterte man an den Kroaten - allerdings erst im Elfmeterschießen. Dänemark, das zeigte die Europameisterschaft eindrucksvoll, ist jetzt deutlich stärker aufgestellt. Individuell, aber auch als Team sind sie gefestigter.

Insofern dürfte das Mindestziel Viertelfinale lauten. In der Gruppenphase warten wieder Frankreich und Australien, hinzu kommt Tunesien.

Die Stimmung in Dänemark

Angesichts der jüngsten Ergebnisse wird man wohl hoffnungsvoll in das Turnier starten - zumindest sportlich. Der Verband kündigte bereits an, vor Ort Protestaktionen wegen der Menschenrechtslage in Katar starten zu wollen. Trotzdem steht außer Frage, dass sich Dänemark einiges von diesem Turnier erhofft. Nach der erfolgreichen EM haben die Dänen Lust auf mehr bekommen.

Belgien: Hinten drückt der Schuh

Belgien: Die aktuelle Form

In der Nations League erreichten die Belgier hinter den Niederlanden mit zehn Punkten einen zweiten Platz, der perfekt einordnen dürfte, wo sich das Team befindet. Gegen Polen und Wales setzten sich die Roten Teufel mit drei Siegen und einem Unentschieden durch, aber gegen die Niederlande setzte es zwei Niederlagen (1:4 und 0:1).

Belgien: Die Schlüsselspieler

Der Kader der Belgier macht natürlich trotzdem etwas her. Die größten Hoffnungen liegen wie immer auf Kevin De Bruyne. Als einer der besten Mittelfeldspieler der Welt soll er die goldene Generation endlich zum großen Titel führen.

Im Sturm ist Romelu Lukaku der Mann, der die Tore schießen soll. Der 29-Jährige fiel zuletzt aus, weshalb abzuwarten ist, wie fit er in das Turnier geht. Trotzdem sind die Erwartungen an den Weltklasse-Stürmer riesig.

Ein besonderes Augenmerk wird auch auf der Defensive liegen. Dort ist die individuelle Qualität bei weitem nicht so hoch wie in der Offensive. Dementsprechend rückt mit Thibaut Courtois der Torwart in den Mittelpunkt. Seine Paraden werden ein wichtiger Schlüssel sein, um in Katar weit zu kommen.

Belgien im Vergleich zu 2018

In Russland erreichte Belgien das Halbfinale und schied dort gegen den späteren Weltmeister Frankreich aus. Im Spiel um Platz drei besiegten sie England. Mit Blick auf den Kader ist Belgien vor allem im Abwehrbereich schwächer geworden. Dort fehlt einerseits Vincent Kompany, andererseits sind mit Thomas Vermaelen und Jan Vertonghen zwei einstige Größen des Teams zunehmend in die Jahre gekommen. Die WM 2022 dürfte für die goldene Generation die letzte Chance auf einen großen Titel sein.

Die Stimmung in Belgien

Das sorgt für Anspannung und die ist in Belgien auch zu spüren. Dieses Turnier hat für die im Vergleich kleine Fußballnation eine Riesenbedeutung. Der Schmerz des knappen Ausscheidens gegen Frankreich bei der vergangenen WM sitzt nach wie vor tief. Andererseits ist auch Skepsis zu spüren. Das Team hat seitdem eher Rück- als Fortschritte gemacht und Trainer Roberto Martínez steht zunehmend in der Kritik.

Portugal: Ronaldos letzter Wurf?

Portugal: Die aktuelle Form

Am letzten Spieltag ließ sich Portugal durch eine knappe Niederlage gegen Spanien noch den Gruppensieg in der Nations League nehmen. Dennoch zeigte man in den Spielen zuvor, dass die Form grundsätzlich stimmt. Eine 0:1-Niederlage gegen die Schweiz trübt das Bild etwas, ansonsten präsentierten sich die Portugiesen aber stark - anders als bei der Europameisterschaft im letzten Jahr.

Portugal: Die Schlüsselspieler

Cristiano Ronaldo ist hier an erster Stelle zu nennen, obwohl er rein sportlich vielleicht gar nicht mehr der stärkste Spieler der Portugiesen ist. Trotzdem orientieren sich alle an ihm und er wird als Kapitän abermals eine wichtige Rolle einnehmen. Bei diesem Turnier kann er sich im Heimatland endgültig unsterblich machen.

Darüber hinaus hat Portugal einen sehr breiten und ausgeglichenen Kader. Bernardo Silva und Joāo Cancelo sind ebenso zu nennen wie die jungen Talente Joāo Félix oder Rafael Leāo.

Portugal im Vergleich zu 2018

Bei der WM in Russland scheiterte Portugal im Achtelfinale gegen Uruguay. Insgesamt blieb der Eindruck zurück, dass das Team zu zurückhaltend, zu passiv und zu bieder auftrat. Trainer Fernando Santos ist geblieben, viele Talente kamen hinzu. Es wird auch an ihm liegen, dieses Talent zu entfesseln.

Die Stimmung in Portugal

Dementsprechend zwiegespalten ist man auch in der Heimat. Auf der einen Seite steht dieser tolle Kader, der in der Nations League gute Ergebnisse einfahren konnte. Andererseits gibt es die Befürchtung, dass Santos wieder einen zu pragmatischen und zurückhaltenden Ansatz wählt.

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